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18.07.2010

Auf der Suche nach einem Retter

Die Firma Ludwig Auer GmbH in Donauwörth hat Insolvenz angemeldet. Die Mitarbeiter hoffen auf einen Fortbestand des Traditionsbetriebs. Dies tun sie auf Transparenten kund, die aus den Fenstern des Betriebsgebäudes hängen. Foto: Widemann
Bild: Widemann

Donauwörth Für die Belegschaft, aber auch für die Stadt Donauwörth und das Umland war es ein Schock: Die traditionsreiche Druckerei Auer in Donauwörth meldete vor gut drei Wochen Insolvenz an. Seitdem laufen die Bemühungen, das angeschlagene Unternehmen zu retten, auf Hochtouren. Nach dem jetzigen Stand sieht es laut Insolvenzverwalter Dr. Sebastian Braun gar nicht so schlecht aus, dass die Firma eine Zukunft hat: "Wir hoffen alle, dass sich ein Investor finden lässt."

Es gebe "diverse Interessenten", die ihre Fühler nach der Ludwig Auer GmbH ausgestreckt hätten, berichtet Braun auf Anfrage der DZ. Bei den möglichen Investoren handle es sich ausnahmslos um Unternehmen aus der Druckbranche. Manche hätten sich selbst gemeldet, einige hätten mehr, andere weniger Interesse. Zahlreiche Gespräche fanden Braun zufolge bereits statt, viele weitere würden folgen.

Trotz der erfreulichen Resonanz sei die Angelegenheit kein Selbstläufer. "Die Rahmenbedingungen in der Druckindustrie sind sehr schwierig", weiß der Insolvenzverwalter. Wie berichtet, leidet auch Auer vor allem unter dem ständigen Preisverfall. Der sorgt in der gesamten Branche für Umsatzeinbrüche. "Das macht die Investorensuche nicht einfacher", gibt Sebastian Braun zu bedenken. Schließlich gehe es bei einer Übernahme um größere Investitionen.

Daher müsse man beispielsweise genau schauen, welche Bereiche rentabel seien und welche nicht. Die Firmen prüften genau, ob der Donauwörther Betrieb auch in ihr Konzept passen würde. Für eine zuverlässige Prognose bezüglich der Druckerei Auer seien die Gespräche noch nicht weit genug gediehen, so der Anwalt.

Auf der Suche nach einem Retter

Frühzeitig reagiert

Es gebe aber einige Lichtblicke. So funktioniere die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung - diese ist weiterhin im Amt - und der Belegschaft reibungslos. Die Manager hätten frühzeitig den Insolvenzantrag gestellt und damit den Betrieb handlungsfähig erhalten. Inzwischen sei es gelungen, sämtliche Kunden der Ludwig Auer GmbH bei der Stange zu halten. Die Auftragslage sei dadurch "unverändert stabil". Dadurch sei man in der Lage, "das hier weiterzuführen".

Bei den Aufträgen sei eine Vorausschau von nur zwei Wochen möglich. Dies sei aber auch schon vor der Insolvenz so gewesen. Der Betrieb laufe "völlig normal", zum Teil werde sogar Dreischicht gefahren. "Das eröffnet uns die Möglichkeit, Zeit zu haben, einen Übernehmer zu finden", sagt Braun.

Freilich hätten die 120 Mitarbeiter auch Angst vor dem, was auf sie zukommen könnte. Vor einer Betriebsversammlung am Donnerstag hängten die Beschäftigten Transparente aus den Fenstern. Auf diesen waren kämpferische Parolen zu lesen, beispielsweise "135 Jahre Auer - wir geben nicht auf" oder "Gekämpft, verzichtet und nun verloren? Nein." (wwi)

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