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Heizwärme

31.07.2011

Aus Kartoffelschalen und Holz wird Energie

Hier bei Aviko werden Pommes für den süddeutschen Markt und darüber hinaus hergestellt. Dabei fallen viele Schalen an, die die Firma nun für ein Biomasse-Heizwerk verwenden will.
Bild: Foto: Arloth

Aviko steigt von Gas auf eigenes Biomasse-Heizwerk um. Ein Fernwärmenetz ist im Gespräch. Stadtrat ist angetan

Rain Aus Abfall Energie machen? Diese Idee klingt verführerisch, vor allem in Zeiten der Energiewende. Auch die Firma Aviko in Rain will weg von endlichen und hin zu den nachwachsenden Rohstoffen. Konkret will die deutsche Niederlassung des holländischen Unternehmens seine Energie nicht mehr wie bisher aus Gas, sondern aus Biomasse gewinnen.

Die Entwicklung auf dem Energiesektor, speziell bei Gas, bereitet Aviko schon länger Sorgen. Die Betriebskosten würden mit Gas verteuert, kritisierte der damalige Geschäftsführer Joop van Drunen bereits vor Jahren (Geschäftsführer seit 2008 ist Menno Bol). Für den selben Betrieb in Holland seien die Energiekosten wesentlich geringer.

Stadtrat lobt die Initiative in Richtung erneuerbare Energien

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Was liegt also näher als eine Umstellung auf Biomasse? Vor allem bei einer Fabrik wie Aviko, die Kartoffelprodukte in riesigem Ausmaß herstellt und bei der tonnenweise Schalen anfallen. Die müssen bisher weggefahren werden, was auch noch Kraftstoff verbraucht. Fortan aber sollen diese Schalen zusammen mit Altholz und naturbelassenem Holz zur Erzeugung von Strom, Dampf und Prozesswärme verwendet werden.

Die Firma Biomasse Wärmegesellschaft, ein Zusammenschluss von Aviko und BEW (Bayerische Elektrizitätswerke), hat deshalb bei der Stadt Rain beantragt, mit dem An- und Umbau des Heizhauses beginnen zu können. Bei dem Bauvorhaben soll der Kamin von 29 Meter auf 40 Meter erhöht werden.

Martin: Fernwärmenetz wäre wünschenswert

Bevor der Stadtrat dem Antrag einstimmig zustimmte, diskutierten seine Mitglieder intensiv über die eventuelle neue Schadstoffbelastung. Josef Gawlik (Wählervereinigung Rainer Stadtteile) jedoch beruhigte die Stadtratsmitglieder mit Verweis auf die moderne Technik, die heutzutage zum Einsatz gebracht werde, sowie auf die immissionsrechtliche Prüfung durch das Landratsamt.

Insgesamt aber lobte der Stadtrat die Initiative der Firma angesichts der aktuellen Energiesituation. „Alternative Energien werden überall gewünscht, da können wir uns doch freuen, wenn ein Unternehmen etwas tut“, sagte CSU-Fraktionssprecher Alfred Hackenberg.

Ziel des neuen Energieversorgungskonzeptes ist laut BEW eine nachhaltige, wirtschaftliche und umweltfreundliche Energieversorgung nicht nur für den Industriekunden Aviko, sondern im Idealfall auch für die Stadt Rain und andere Großabnehmer. Deshalb ist – bisher zwar nur im Gespräch, aber bereits vom Stadtrat einhellig begrüßt – die Errichtung eines Fernwärmenetzes in Rain durch die BEW angedacht.

„Es ist bisher noch nicht spruchreif, aber vor dem Gesichtspunkt der Umwelt wäre das eine gute Sache“, sagte Bürgermeister Gerhard Martin (SPD). Die Gespräche liefen derzeit mit einer großen Firma in Rain. Falls die sich für die Nutzung der Abwärme von Aviko entscheide, dann rücke das Netz in greifbare Nähe. Auch die Stadt Rain überlege, so Martin, ob die Schulen und das Hallenbad an das mögliche Fernwärmenetz angeschlossen würden. „Das wäre ein nachhaltiges Energiekonzept für unsere Stadt“, so Martin gegenüber der DZ.

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