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Fünfstetten/Wemding

12.10.2019

Aus aller Welt zum Familientreffen nach Wemding

Von verschiedenen Kontinenten kamen die Enkel von Johanna und Hans Herb zu einem Familientreffen nach Nußbühl und Wemding.
Bild: Kessler

Nachfahren von Johanna und Hans Herb leben über den Globus verteilt in Metropolen. Jetzt sehen sie in Nußbühl und Wemding die Verwandten.

Es war ein großes Abenteuer, als Johanna Hoser, geboren in Nußbühl im Jahre 1938, die sechswöchige Seereise nach Südafrika antrat. Die junge Frau folgte ihrem Freund, dem aus Thierhaupten stammenden Hans Herb, nach Johannesburg. Herb war Bierbrauer, ein Beruf der zur damaligen Zeit in Südafrika sehr gefragt war. So beschloss er im Jahre 1936 seinem Heimatland, das zu dieser Zeit bereits unter dem Nationalsozialismus litt, den Rücken zu kehren und das Abenteuer in der Ferne zu suchen. Die erste Zeit war schwierig. Hans Herb wurde als Deutschstämmiger während des Zweiten Weltkriegs auch vorübergehend inhaftiert. Das Paar heiratete und bekam drei Töchter und zwei Söhne.

Inzwischen ist die Familie in die ganze Welt verstreut, hat aber ihre Wurzeln in Nordschwaben nicht vergessen. So kam es nun zu einem denkwürdigen Treffen.

In Südafrika die deutsche Sprache gelernt

Doch zurück zu den einstigen Auswanderern Johanna und Hans Herb. Das Paar machte sich 1962 erstmals wieder auf den Weg in die „alte Heimat“, um die Geschwister (drei Schwestern und drei Brüder, alle im Raum Donauwörth geblieben) wieder zu sehen. In den Folgejahren wurden die Besuchsabstände kürzer, auch weil es natürlich einfacher war mit dem Flugzeug zu reisen. Den Herbs war es immer wichtig, ihren Kindern die deutsche Sprache weiterzugeben. In deren perfektem Deutsch kommt sogar der in Fünfstetten und Umgebung übliche Dialekt zum Vorschein.

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Die Familie erlebte einige Schicksalsschläge. Der jüngste Sohn kam im Alter von 32 Jahren in Südafrika bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Der älteste Sohn Hans starb 2009 mit 59 Jahren an der Küste bei Durban im Indischen Ozean.

Zwischendurch kam es 2001 es nach langer Vorplanung zu einem ersten gemeinsamen Besuch der damals vier Geschwister. Sie traten in einheitlicher Kleidung auf. In einem Gasthaus in Wolferstadt wurde das Wiedersehen gebührend gefeiert.

Die nächste Generation kommt in den Donau-Ries-Kreis

Nun war es erneut soweit. Dieses Mal war die nächste Generation am Start. Von den insgesamt zehn Enkeln der aus Nußbühl stammenden Johanna Herb planten und organisierten acht einen gemeinsamen Deutschland-Besuch, insbesondere um die eigenen Wurzeln zu erkunden und viele Verwandte zu treffen. Gemeinsamkeit war angesagt, denn die drei Enkelinnen und sieben Enkel sind unter anderem auch berufsbedingt inzwischen in Sarasota/Florida (Rudolf der älteste Enkel), in Dublin (Enkelin Jackie, die Koordinatorin der Deutschlandreise) und in Dubai (Enkel Michael) verheiratet. Nur zwei Enkel schafften es aus Termingründen nicht, an der Reise teilzunehmen.

Die Vorbereitungen begannen vor vier Jahren. Ein gemeinsames Reisekonto wurde eingerichtet, auf das jeder Teilnehmer monatlich eine Summe für das Budget zu überweisen hatte. Eine gemeinsame Unterkunft in der Nähe von Dachau wurde gefunden und ein Kleinbus für die Gruppe angemietet.

Im Heimatort der Großmutter

In Wemding stand ein Familientreffen an. Neben den Verwandten aus der Generation der Eltern der Reisegruppe waren auch viele Enkel der aus Nußbühl stammenden Großeltern dabei. So war es zunächst dringend erforderlich, die Verwandtschaftsverhältnisse zu klären, die nicht allen geläufig waren. Es wurden alte Familienfotos ausgetauscht, Erinnerungen von Besuchen früherer Tage aufgefrischt und Adressen ausgetauscht.

Heiß ersehnt war der Kurzbesuch in Nußbühl, Heimatort der Großmutter Johann Herb, geborene Hoser. Zu erfahren, welchen Weg die Großmutter zur Schule nach Fünfstetten bei Wind und Wetter zu Fuß nehmen musste, wo das Elternhaus der Großmutter steht (wird bewohnt vom Neffen Johann Hofmann) und wie das kleine Kirchlein im 50-Seelen-Dorf renoviert wurde. Dies war ein Kontrastprogramm zu den Metropolen Johannesburg, Dubai oder Sarasota, wo die Nachkommen heute leben.

Die internationale Gruppe besuchte zudem das Oktoberfest. Dort kamen weitere Angehörige aus Boston (USA) hinzu. Ein weiterer Höhepunkt: Vier Mitglieder der Gruppe ergatterten Karten für die Bundesligapartie des FC Bayern München gegen Hoffenheim.

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