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Rain

24.10.2019

B 16-Ausbau bei Rain: Die Planungen beginnen

Die B16 war Thema im Rainer Stadtrat.
Bild: Manuel Wenzel

Erste Überlegungen für die dreispurige Verbreiterung der Bundesstraße zwischen Burgheim und Rain-West. Warum vor allem Staudheim in der Bauphase leiden wird.

Sie ist die wichtigste Ost-West-Verkehrsachse in Bayern, verbindet die Autobahnen A 9 und A 8 von Manching bis Günzburg auf einer Länge von 110 Kilometern und wird immer stärker von Kraftfahrzeugen genutzt: Die Bundesstraße 16. Sie soll schneller, sicherer und leistungsfähiger werden und wird deshalb bekanntlich im Zuge des Bundesverkehrswegeplans durchgängig bis zum Jahr 2030 dreispurig ausgebaut.

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Unterschiedliche Stadien

Die einzelnen Streckenabschnitte befinden sich in ganz unterschiedlichen Planungsstadien. Während das östlichste Teilstück zwischen Manching und Weichering bereits fertig ist, stehen die jeweils zuständigen Staatlichen Bauämter andernorts oft noch ganz am Anfang. So auch beim 5,6 Kilometer langen Teilstück zwischen den Anschlussstellen Burgheim und Rain-West, dessen Ausbau bis zu 15 Millionen Euro kosten kann.

Der Stadtrat Rain nahm in seiner Sitzung am Dienstag Kenntnis vom aktuellen Sachstand. Es geht derzeit laut Bürgermeister Martin erst um die Erstellung eines Vorentwurfs. Ihm folgt dann ein Entwurf, ehe man ins Planfeststellungsverfahren eintreten kann. Dazu gilt es, Grunderwerb, die Richtlinien im benachbarten Vogelschutzgebiet, teilweise beengte Platzkapazitäten und mehr zu beachten beziehungsweise zu regeln. Zuständig ist der Bund.

B 16-Ausbau bei Rain: Die Planungen beginnen

Wie Stefan Greineder, Abteilungsleiter Straßenbau für den Landkreis Donau-Ries beim Staatlichen Bauamt Augsburg, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, „sind wir noch ganz weit weg vom Baubeginn“. Vor 2024 rollen nach seiner Einschätzung dort keine Bagger. Kosten, Logistik, verschärfte Arbeitsschutzrichtlinien et cetera benötigen viel Vorlauf.

„Aufwendige Provisorien“

„Wir können beispielsweise nicht wie früher den Verkehr einfach einengen“, sagt Greineder. „Um für ausreichend Sicherheit unserer Straßenarbeiter zu sorgen, müssen wir aufwendige Provisorien bauen, also Behelfsstraßen neben der B 16 – zumindest in einer Fahrtrichtung.

Vorgesehen ist nach jetzigem Kenntnisstand, den Verkehr aus Richtung Ingolstadt kommend in Fahrtrichtung Donauwörth weiter auf – beziehungsweise neben – der B16 fließen zu lassen. Den Verkehr in umgekehrter Richtung will man über die alte B 16 zwischen Rain und Burgheim – also über Staudheim – umleiten. „Betroffen ist vor allem Staudheim – das ist Fakt“, sagte Bürgermeister Martin in der Stadtratssitzung.

Wenn alles klappt, rechnet Stefan Greineder mit einer Bauzeit von rund 15 Monaten. „Wenn nicht, dann können es zwei Jahre und mehr werden.“ Ob „alles klappt“, ob sich die alte B 16 also für eine Umleitung eignet, könnte unter anderem auch vom Zustand der derzeit maroden Kreisstraße zwischen Staudheim und der Landkreisgrenze Neuburg-Schrobenhausen abhängen. Dort ist die Fahrbahn massiv beschädigt und die Böschung droht abzurutschen. Der Landkreis hat entsprechende Maßnahmen für 1,2 Millionen Euro in seinem Investitionsplan bis zum Jahr 2025 vorgesehen.

Gefährlicher Bahnübergang

Auch der gefährliche Bahnübergang in der S-Kurve zwischen Rain und Staudheim könnte unter Umständen eine Rolle dabei spielen, ob die alte B 16 als Umleitungsstrecke in Frage kommt. Dort soll entweder eine Eisenbahnüberführung gebaut werden, oder es soll eine Brücke für den Straßenverkehr entstehen, der damit über die Gleise geleitet wird. Der Kreis-Bauausschuss hat im Juni beschlossen, dazu eine Vorstudie in Auftrag zu geben.

Alternativ wird laut Greineder eine mögliche Umleitung über Bertoldsheim geprüft. Ob diese praktikabel ist, hängt nicht zuletzt davon ab, ob es bis dahin eine neue Donaubrücke bei Marxheim gibt. Das Planfeststellungsverfahren werde derzeit eingeleitet.

Brückenplanung läuft ebenfalls

Die Neuplanung der Lechbrücke bei Rain befindet sich im Zuge des b 16-Ausbaus derzeit ebenfalls in der Vorplanung. Bekanntlich soll nördlich der bestehenden Brücke eine neue gebaut werden. „Der Kraftfahrer wird sie als vierspurig wahrnehmen“, erläutert Stefan Greineder, „tatsächlich aber sprechen wir von einer so genannten Scheinvierspurigkeit“. Das bedeute, dass aufgrund von ein- und ausfahrenden Spuren die Fahrbahnen miteinander verflechten. Für Radfahrer wird ein eigener Radweg über die neue Lechbrücke gebaut, der dann zur Querung der B 16 eine Unterführung bekommt.

Auch der Brücken-Baubeginn wird nicht vor 2024 sein. Die Bauzeit soll zwei bis vier Jahre betragen. Kostenpunkt: 30 Millionen Euro. Eine gute Nachricht: Während der Bauarbeiten soll es laut Greineder so gut wie gar nicht zu einer Vollsperrung der Brücke kommen. Die alte Lechbrücke wird bis zur Fertigstellung der neuen benutzbar sein.

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