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Tapfheim/Donauwörth

31.07.2019

B-16-Sperrung: Anwohner leiden

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Bis zum Getränkemarkt in Donaumünster/Erlingshofen kommt man noch. Doch ab dann ist die Straße von Tapfheim aus kommend gesperrt.
Bild: Millauer

Seit Montag ist die Bundesstraße zwischen Donauwörth und Tapfheim gesperrt. Was den Anwohnern zu schaffen macht und warum ein Landwirt besonders sauer ist.

Es ist Mittag, die Sonne knallt auf den Asphalt und Michael Sailer traut seinen Augen nicht. Die Straße zu seinem Hof ist weg. „Es ist unmöglich, dass man einem Getreidebetrieb in der Erntezeit ohne jede Kenntnis die Straße vor der Tür wegbaggert“, sagt Sailer. Seit Montag ist die B16 zwischen dem Hubschrauberkreisel in Donauwörth-Riedlingen und Donaumünster/Erlingshofen gesperrt. (Lesen Sie dazu auch: B16 ist ab Montag in Richtung Tapfheim voll gesperrt ) Das hat der Landwirt Michael Sailer nach eigenen Angaben überhaupt erst aus derZeitung erfahren.

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Notzufahrt errichtet

Seine Firma SLP sei vom Staatlichen Bauamt aber nicht informiert worden, dass die Zufahrtsstraße so schnell abgerissen wird. Mit der Hilfe von Tapfheims Bürgermeister Karl Malz wurde schließlich eine unbürokratische Lösung gefunden. Man errichtete eine Notzufahrt – über den Fahrradweg und das Bankett. Das Staatliche Bauamt Augsburg war am späten Dienstagnachmittag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auf etwa zwei Kilometern wird die Asphaltschicht erneuert. Zusätzlich zu den Arbeiten auf der Bundesstraße wird im Bereich der Ortseinfahrt von Erlingshofen eine Querungsinsel für Fußgänger und Radfahrer sowie eine Linksabbiegespur in die Siedlerstraße hergestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1,4 Millionen Euro. Läuft alles planmäßig soll die B16 bis zum 9. September wieder für den Verkehr freigegeben werden. Es ist aber nicht nur Landwirt Michael Sailer, der bis dahin unter den Bauarbeiten leidet.

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Lkw-Verkehr auch nachts

Eine Anwohnerin in der Reichenbachstraße in Donaumünster berichtet vom Verkehr, der jetzt zunehmend durch die Gemeinde Tapfheim rollt. „Viele Lastwagen fahren auch nachts durch den Ort“, sagt die 63-Jährige. Und die Sperrung habe für sie noch ein weiteres Problem: Ihre 83-jährige Mutter wohnt direkt an der B16. „Ich habe beim Staatlichen Bauamt angerufen, wie ich dort hinkommen soll, weil es keine Zufahrt mehr gibt“, sagt sie. Nun fahre sie über Zusum und das Naherholungsgebiet Riedlingen zu ihrer Mutter, obwohl das eigentlich kein erlaubter Weg ist: „Aber anders komme ich dort nicht hin.“

In Erlingshofen wohnt seit 44 Jahren Ernst Leichtenmüller – direkt an der B16. Ihm fällt auf, dass viele Lastwagen und Autos den kürzeren Weg über Zusum und Rettingen nehmen.

Vermeintliche Abkürzung eigentlich gesperrt

Auch der Navigationsdienst „Google Maps“ zeigt das dem Fahrer als schnellste Verbindung nach Donauwörth an. Nach Donauwörth umgeleitet wird aber über Auchsesheim, Mertingen, Buttenwiesen und Blindheim. Die vermeintliche Abkürzung über Zusum und Rettingen ist für den Schwerlastverkehr eigentlich gesperrt.

Darauf weisen mehrere Schilder hin. „Es sind eh schon immer viele Lastwagen durch den Ort gefahren, aber es hat jetzt noch zugenommen“, sagt Leichtenmüller. Vielleicht müsste die Polizei mehr kontrollieren, fordert er.

Magnus Kastenhofer, Pressesprecher der Polizeiinspektion Donauwörth, sagt, dass man bisher keine Beschwerden erhalten habe. Ohnehin lohne sich die vermeintliche Abkürzung nicht, da man dort durch einige 30er-Zonen nicht so schnell fahren könne.

Eine bessere Lösung, als die aktuelle könne es aber wohl nicht geben, findet auch die Anwohnerin in der Reichenbachstraße. „Wenn was gemacht wird, dann ist es halt so“, sagt sie. Bis zum Ende der Sommerferien müssen Anwohner und Pendler also wohl noch durchhalten – solange kein Regen oder andere Unwägbarkeiten die Bauarbeiten in die Länge ziehen.

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