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Donauwörth/Tapfheim/Dillingen

22.10.2015

B16: 200 Millionen Euro für den Ausbau

Die B 16 zwischen Donauwörth und Günzburg soll dreistreifig werden.
Bild: Archivfoto: Geißler-Brems

Die Bundesstraße soll auf der 58 Kilometer langen Strecke zwischen Donauwörth und Günzburg dreistreifig werden.

Der Verkehr rollt auf der neuen B 16 rund um Dillingen. Autofahrern wird dadurch bewusst, wie schnell es auf der Bundesstraße zu den Autobahnen 7 und 8 und der B 2 gehen könnte, wenn es überall Überholspuren gäbe. In Richtung Günzburg kann man gegenwärtig allerdings kaum überholen. Vor Höchstädt ist der Neubau der B 16 ins Stocken geraten, auch die weitere Fahrt in Richtung Donauwörth ist eine Geduldsprobe.

Das Nervenspiel soll in etwa zehn Jahren vorbei sein. Der Landtagsabgeordnete des Kreises Dillingen, Georg Winter (CSU), sagt: „Die Eröffnung der neuen B16 in Dillingen ist ein Meilenstein zur Verbesserung der Verkehrsstruktur für den gesamten Landkreis und zugleich Maßstab für die künftigen Baumaßnahmen an der Bundesstraße 16.“ Nach der Einweihung der neuen Bundesstraße in Dillingen hatte der Höchstädter bei einer anschließenden Verkehrskonferenz für sein „Konzept 2025“ geworben und dabei eigenen Angaben zufolge Zustimmung bei allen beteiligten Straßenplanern und Politikern (siehe Infokasten) gefunden. Demnach soll die B16 von der A-8-Ausfahrt in Günzburg-Deffingen bis zur vierspurigen B2 in Donauwörth durchgehend drei Streifen bekommen. Zudem soll die wichtige Verkehrsachse „anbaufrei“ sein. Dies bedeutet, dass nicht ständig Erschließungsstraßen von der Bundesstraße abzweigen.

Billig wird die Sache nicht. Winter gibt die Kosten in einer Pressemitteilung mit mehr als 200 Millionen Euro an. In seiner Argumentationskette führt der 64-Jährige an, dass der Landkreis Dillingen der einzige in Schwaben sei, der von keiner Autobahn oder vierspurigen Bundesstraße direkt erreicht wird. „Er liegt im größten autobahnfreien Quadranten Bayerns.“ Deshalb sei die Verbesserung der Verkehrsanbindung von strategischer Bedeutung für den Standort. Für Winter sei die Umfahrung Tapfheim sowie die B16 im Süden Donauwörths genauso wichtig wie die Strecke von Schwenningen bis Gundelfingen. Gleiches gelte für die Bundesstraße 16 im Bereich der Stadt Günzburg bis zur A-8-Anschlussstelle in Deffingen.

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Karl Wiebel, Leiter der Straßenbauabteilung im Innenministerium, empfahl, das Konzept in Einzelschritten umzusetzen. Regierungspräsident Karl Michael Scheufele und Leitender Baudirektor Wilhelm Weirather sind sich laut Pressemitteilung bewusst, dass damit auf die Regierung von Schwaben als Planfeststellungsbehörde „große Aufgaben“ zukommen. Von der 58 Kilometer langen Strecke zwischen Günzburg und Donauwörth entsprechen derzeit mit der Dillinger Umfahrung nur sechs Kilometer dem künftigen dreistreifigen Standard. Der verkehrspolitische Sprecher der Union im Bundestag, der Nördlinger Ulrich Lange, nannte als Voraussetzung, dass der Bund künftig mehr Geld in den Ausbau der Infrastruktur investieren müsse. Die Planer nannten einzelne Schritte:

Günzburg–Lauingen Für den Bereich von der Autobahnanschlussstelle Günzburg bis Lauingen-Ost sei es wichtig, die notwendigen Verbesserungen wie Dreistreifigkeit, höhenfreie Kreuzungen sowie Beseitigung der Ampelanlagen B16 in Günzburg insgesamt planerisch anzugehen.

Höchstädt–Schwenningen–Tapfheim Höchste Dringlichkeit haben nach Ansicht aller Beteiligten die Ortsumfahrungen Höchstädt, Schwenningen und Tapfheim und die Verbesserung in Donauwörth. Der Vorentwurf für die Umgehung in Höchstädt sei, wie der dortige Rathauschef Stefan Lenz betonte, bereits von Berlin genehmigt. Der Antrag auf Durchführung des Planfeststellungsverfahrens werde noch in diesem Jahr bei der Regierung von Schwaben eingereicht.

Tapfheims Bürgermeister Karl Malz beschreibt die Lage zwischen Höchstädt und Tapfheim so: „Dort befindet sich das Nadelöhr. Dieses wird mit jeder Fertigstellung, wie jetzt in Dillingen, noch enger.“ Malz ist aber optimistisch, dass die Politik „Wort hält“ und der Lückenschluss gelingt. Bis zur Umsetzung dieser Maßnahme werden aber noch viele Jahre ins Land ziehen. „So ehrlich muss man sein, auch wenn die Brisanz von allen Seiten gesehen wird. Aber wir sind nur ein Projekt unter Tausenden.“ Deshalb müsse man sich aber umso mehr bemühen, in der Prioritätenliste des Bundesverkehrswegeplans vorne zu bleiben. Laut Malz wird derzeit an einem Vorentwurf zu Tapfheim gearbeitet, der möglichst schnell, vielleicht Anfang des kommenden Jahres, nach Berlin soll. Das Problem sei vor allem der Schwerlastverkehr mit bis zu 3000 Fahrzeugen am Tag, so Malz. „Die Bürger sind an der Grenze des Belastbaren angekommen.“

Donauwörth Die Erweiterungen im Industriegebiet Donauwörth und die hohe Verkehrsdichte dort erfordern auch aus Sicht der Stadt Donauwörth, so Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler, eine dringende Lösung. Der Stadtrat hat bereits vor einigen Monaten über einen möglichen Ausbau der B16 zwischen Riedlingen/Kreisverkehr und der Donaubrücke südlich von Donauwörth diskutiert (DZ berichtete). Dazu gehört auch der Ausbau des Knotenpunkts von Südspange und Industriestraße. Die Kreuzung an der Industriestraße ist bereits seit Längerem im Fokus – dort bilden sich im Berufsverkehr oft Staus, da zahlreiche Mitarbeiter der Firma Airbus Helicopters diesen Weg nutzen.

Die Kosten für das komplette Ausbaukonzept der Bundesstraße 16 lassen sich Winter zufolge in zwei Blöcke gliedern: Etwa 90 Millionen Euro kostet laut einer Schätzung der Bau der Umgehungen Höchstädt und Schwenningen-Tapfheim. Sie werden aus dem Topf der Bedarfsplanmaßnahmen finanziert. Die Verbesserungen an den bestehenden Umfahrungen von Lauingen, Gundelfingen bis einschließlich Günzburg sowie südlich von Donauwörth werden, wie Winter weiter mitteilt, etwa 110 Millionen Euro kosten. Sie könnten über den Titel „Um- und Ausbaumaßnahmen“ finanziert werden. (mit pm)

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