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Verkehr

10.09.2019

B25-Sperrung sorgt in Harburg für Ärger

Dieses große Plakat an der Nördlinger Straße soll jetzt wieder Lkw-Fahrer davon abhalten, die Altstadt in Harburg durchqueren zu wollen.
Bild: Widemann

Weil die B25 dicht ist, versuchen es Lkw-Fahrer durch die Harburger Altstadt. Das trifft Hilmar Maiwald. Sein denkmalgeschütztes Gebäude sieht er zunehmend gefährdet

Seit vorigen Donnerstag ist die B25 bei Harburg gesperrt. Seitdem hat Hilmar Maiwald schon wieder Ärger ohne Ende. Ihm gehört das Haus an der engsten Stelle in der Nördlinger Straße. Jedes Mal, wenn die Bundesstraße bei Harburg wegen einer Baustelle dichtgemacht wird, wollen Lkw-Fahrer verbotenerweise die Altstadt durchqueren – und bleiben an dem historischen Gebäude hängen.

Dutzende Male ist dies in den vergangenen Jahren passiert. Nach der neuerlichen Sperrung schrammte bereits in der Nacht auf Freitag wohl ein 40-Tonner an der Fassade entlang (wir berichteten). Der Unfallverursacher flüchtete. Am Montag waren es nun gleich zwei Lastwagen, die in etwa vier Metern Höhe gegen das Hauseck prallten. In solchen Momenten wackelt Maiwald zufolge das ganze Gebäude. „Irgendwann gibt das Haus mal nach“, befürchtet der Besitzer. Durch die drei Karambolagen sei „schon ganz schön viel kaputt“. Es könne durchaus passiere, dass bei weiteren Unfällen auch Steine aus dem denkmalgeschützten Bauwerk gerissen werden, das erstmals in Unterlagen aus dem 12. Jahrhundert erwähnt wird: „Mittlerweile sehe ich Risse im Mauerwerk.“

Besitzer ist sauer auf die Stadt

Die meisten der Lkw-Fahrer kümmern sich nicht weiter um den Schaden. So rannte Maiwald nach eigenen Angaben auch einem der Verursacher am Montag hinterher und stellte ihn zur Rede. Der Aufprall sei so heftig gewesen, dass an dem Silozug Teile der Metallreeling weggerissen wurden. Weil der Mann dem Harburger gegenüber nicht einmal seine Personalien angeben wollte, verständigte dieser die Polizei.

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Maiwald ist in Zusammenhang mit den Unfällen aber auch sauer auf die Stadt. Denn nach seiner Ansicht reicht die Beschilderung nicht aus. An der Nördlinger Straße steht ein Verkehrszeichen, das die Durchfahrt für Laster verbietet – mit dem Zusatz „Lieferverkehr frei“. Nach den Vorfällen in den vergangenen Tagen kramte die Kommune am Dienstag ein Plakat hervor, dass auch schon vor ein paar Jahren bei der Sperrung der B-25-Tunnels am Stadteingang platziert worden war. Das Schild „Durchfahrt für Lkw verboten“ ist auf dem Banner überdimensional abgebildet, ebenso ein Foto mit einem Lastwagen, der im Bereich des ehemaligen Nördlinger Tors in der Altstadt steht.

So sah das Haus von Hilmar Maiwald bereits nach dem ersten Unfall aus.
Bild: Exner-Niedergall

Der städtische Bauhof in Harburg stellte den unübersehbaren Hinweis nun erneut auf. „Wir hoffen, dass dadurch zumindest keine Lkw mehr über die Nördlinger Straße durch Harburg fahren“, heißt es aus dem Rathaus dazu, „mehr können wir leider momentan auch nicht machen“.

Anwohner berichten laut Hilmar Maiwald, dass allein am Montag rund zehn Lkw-Fahrer die Nördlinger Straße ansteuerten. Mehrere hätten noch vor der Engstelle angehalten werden können. Die Bewohner der Nördlinger Straße regten sich über die Situation auf.

Die Akzeptanz vieler Verkehrsteilnehmer bezüglich Verbotsschildern sei „sehr niedrig“, bestätigt Magnus Kastenhofer, Sachbearbeiter Verkehr der Polizei im Donau-Ries-Kreis. Die Fahrer meinten bei Straßensperrungen, es gehe trotzdem weiter. Das sei wohl auch in Harburg so.

Polizei: Es gibt immer Autofahrer, die Schilder ignorieren

Dort hatte die Polizei vorgeschlagen, die B25 von Donauwörth her bereits an der südlichen Anschlussstelle zu sperren und komplett in Richtung Wemding abzuleiten. Doch die Stadt habe gewollt, dass die Zufahrt zur Burg und zur Nördlinger Straße – dort befindet sich eine Tankstelle – frei bleibt.

Kastenhofer gibt sich keinen Illusionen hin: Es werde immer Verkehrsteilnehmer geben, welche die Schilder ignorieren. Die Beschilderung an der Nördlinger Straße sei im übrigen „glasklar“. Aus Sicht des Hauptkommissars wäre das Problem an Maiwalds Haus nur zu lösen, wenn dieses baulich verändert werden würde: „Man müsste die Ecke wegnehmen.“

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12.09.2019

Man kann nur hoffen, dass Herr Kastenhofer die Bemerkung, man müsste das denkmalgeschützte Gebäude baulich verändern, scherzhaft gemeint hat. Ernst nehmen kann man den Kommentar mit Sicherheit nicht.
Hätten Stadt und Polizei tatsächlich Interesse daran, an der Situation etwas zu ändern, so fänden sich mit Sicherheit Mittel und Wege, aber wie so oft - Wo kein Wille, da kein Weg.

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