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Puppenmacherin Käthe Kruse

22.10.2010

Band kaputt: Interview mit Museumsleiterin fliegt aus der Doku

Das Kamera-Team im Käthe-Kruse-Puppenmuseum.
Bild: Sisulak

Wenn der MDR am kommenden Sonntag einen Doku-Film über Käthe Kruse zeigt, sind auch Szenen im Puppenmuseum Donauwörth zu sehen. Ein Interview mit der Museumsleiterin flog dagegen raus. Von Paul Soldner

Sie nennt sich schlicht "Geschichte Mitteldeutschlands" - jene Doku-Serie, die derzeit der TV-Sender MDR ausstrahlt. Am kommenden Sonntag, ab 20.15 Uhr, steht ein Beitrag auf dem Programm, der auch für Donauwörth interessant sein dürfte. Titel: "Käthe Kruse - Die Puppenmacherin und ihre große Liebe."

Käthe Kruse (1883-1968) hatte in Bad Kösen an der Saale von 1912 bis 1950 ihre Puppenwerkstatt, und wo einst ihr Name zu einem Markenzeichen geworden ist. Nach ihrer Flucht aus der sowjetischen Besatzungszone kam sie nach Donauwörth, wo ihr Sohn Michael seit 1946 mit der Errichtung eines Zweigwerks betraut war. Seit 1948 werden daher hier in Nordschwaben ausschließlich die Käthe-Kruse-Puppen gefertigt (seit 1990 durch die neuen Inhaber Andrea-Kathrin und Steven Christenson).

Dank des heutigen Alt-OB Dr. Alfred Böswald wurde 1993 im ehemaligen Kapuzinerkloster ein gleichnamiges Museum eingerichtet, nachdem die Stadt Donauwörth eine umfangreiche Puppen-Sammlung samt Bild- und Archivmaterial übereignet bekam (im Jahre 1988).

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In der neuen Staffel des MDR ist Käthe Kruse eine von fünf Personen, die darin porträtiert werden. Im Mai fanden die Dreharbeiten dazu statt. Die Spielszenen entstanden in Altenburg und in Leipzig. Ein Kamera-/Producerteam kam auch nach Donauwörth.

Bei Museumsleiterin Gudrun Reißer wurde nicht nur um Unterstützung nachgefragt, sondern es ging ein mehr als umfangreicher Fragenkatalog zur Beantwortung zu, denn man wollte ein möglichst genaues Persönlichkeitsprofil der "Puppenmutter" herausarbeiten - gerade über die Anfangsjahre.

Reißer setzte sich deshalb für das eine oder andere Detail - trotz bereits eigener vielfältiger Recherchen für die vergangenen beiden Ausstellungen zu diesem Thema im Museum - mit ausgewiesenen Käthe-Kruse-Experten in Bad Kösen und Berlin (Lutz Toepfer, Helga Balan) in Verbindung.

Denn während beispielsweise Max Kruse, der 28 Jahre ältere Ehemann und bekannte Bildhauer, bereits 1924 Ehrenbürger von Bad Kösen wurde, durfte sich zu DDR-Zeiten die Kurstadt in Sachsen-Anhalt bis 1990 nicht ihrer berühmtesten Einwohnerin erinnern ...

In Donauwörth wurde zwei Tage lang gedreht - auch in der Manufaktur - und Interviews im Puppen-Museum gemacht. "Ein 'Aufwand hoch 3' wurde da von den Fernsehleuten betrieben", erinnert sich eine Museumsmitarbeiterin.

Versteht sich, dass man entsprechend gespannt auf den Ausstrahlungstermin wartete. Wenige Tage davor traf nun im Rathaus eine an Museumsleiterin Reißer gerichtete E-Mail ein. Absenderin ist Producerin Gabriela Reichelt. Sie schreibt: "Betrüblicherweise muss ich Ihnen mitteilen, dass wir Ihr Interview für den Käthe Kruse-Film leider nicht verwenden konnten." Und sie nennt folgenden Grund: "Das Aufzeichnungsband ist fast durchgängig beschädigt und wir haben es noch nicht einmal in Teilen reparieren können. Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Unterstützung des Projektes und hoffe, Sie werden trotzdem Gefallen an dem Film finden ..."

Auf Nachfrage unserer Redaktion, was denn nun von Donauwörth in der einstündigen Sendung überhaupt noch zu sehen sei, antwortete Reichelt: "Wir behandeln in dieser Dokumentation Leben und Werk von Käthe Kruse. Dabei waren wir sehr froh, zahlreiche Ausstellungsstücke im Puppenmuseum Donauwörth drehen zu dürfen, die sich im Film wiederfinden."

Geschichte Mitteldeutschlands: Käthe Kruse - Die Puppenmacherin und ihre große Liebe, Sonntag, 24. Oktober, ab 20.15 Uhr, MDR Fernsehen. Paul Soldner

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