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Nordschwaben

21.06.2016

Bande macht in Banken fette Beute

In der Raiffeisen-Volksbank-Filiale in Großsorheim knackte eine Bande den Geldautomat. Nun steht für die Ermittler fest: Zumindest zwei der Beteiligten waren an vier weiteren Taten dieser Art beteiligt.
Bild: Wolfgang Widemann

Zwei der Einbrecher, die sich bei Großsorheim eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferten, sind jetzt angeklagt. Ihnen werden vier weitere Fälle zur Last gelegt.

Es ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle in Nordschwaben in den vergangenen Jahren: Am frühen Morgen des Montag, 5. Oktober 2015, knacken vier Männer den Geldautomat der Raiffeisen-Volksbank-Filiale im Harburger Stadtteil Großsorheim. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd. Inzwischen steht fest: Zumindest ein Teil der Bande hat noch mehr auf dem Kerbholz. Die Staatsanwaltschaft in Augsburg hat nun Anklage gegen einen 44- und einen 36-Jährigen erhoben. Ihnen wird vorgeworfen in vier weiteren Fällen nach gleichem Muster vorgegangen zu sein: in Holzheim bei Rain, in Ehekirchen, im Ingolstädter Stadtteil Irgertsheim und in Unterbruck im Landkreis Freising. Bei drei dieser Taten sollen die beiden Männer eine Beute von insgesamt über 180000 Euro gemacht haben.

In Großsorheim nehmen sie an jenem Morgen im Oktober 38000 Euro mit. Weil jedoch ein Anwohner das Treiben bemerkt und die Polizei verständigt hat, kann diese die Bande außerhalb des Orts stellen. Das Quartett gibt aber nicht auf. Im Gegenteil: Der Fahrer tritt auf das Gaspedal, nimmt einen Polizist auf die Motorhaube. Der Beamte kommt durch glückliche Umstände leicht verletzt davon. Schüsse seines Kollegen verfehlen den Fluchtwagen. Der rauscht wenig später auf dem Weg in Richtung Mauren in den Wald. Einer der Verbrecher bleibt einige hundert Meter zuvor schwer verletzt auf der Straße liegen, die anderen entkommen im nebligen Forst – ohne Beute. Einige Wochen später wird ein weiterer, der mutmaßlichen Täter verhaftet.

Den beiden gefassten Männern wird jetzt bald am Landgericht Augsburg der Prozess gemacht. Der mutmaßliche Haupttäter namens Zeljko Andjelic, gegen den wegen versuchten Mordes ermittelt wird, ist noch auf freiem Fuß. Er steht im Verdacht, den Fluchtwagen gefahren zu haben. Der Serbe lässt im Wald seinen Führerschein zurück. Ins Visier der Polizei gerät auch ein 30-Jähriger. Das Verfahren gegen ihn ist nach Auskunft von Matthias Nickolai, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg, jedoch mittlerweile eingestellt: „Eine Tatbeteiligung konnte nicht nachgewiesen werden.“

Die beiden angeklagten Männern sind nach Ansicht der Ermittler für fünf Fälle von Bandendiebstahl verantwortlich, zweimal davon soll es beim Versuch geblieben sein. Anfang September schlagen sie in einer Bankfiliale in Ehekirchen (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) zu. Sie hebeln ein Fenster auf, flüchten anschließend aber. Grund: Die Alarmanlage hat ausgelöst. Es bleibt bei einem Schaden von rund 1000 Euro.

In der Nacht darauf machen sich die Männer an einem Geldautomat am Raiffeisenplatz in Ingolstadt-Irgertsheim zu schaffen. In aller Ruhe schneiden sie mit einem Schweißbrenner das Gerät auf. Die Beute ist gewaltig: 85.000 Euro. Hinzu kommt ein Sachschaden von rund 20.000 Euro.

Einen Monat später tauchen die Einbrecher, die vermutlich alle aus Serbien stammen und teilweise einen Wohnsitz in Deutschland (Nordrhein-Westfalen) haben, wieder in Südbayern auf – und treiben in drei aufeinander folgenden Nächten ihr Unwesen. Am 3. Oktober schweißen sie den Geldautomat einer Bank in Unterbruck (Gemeinde Fahrenzhausen) auf. Ein Zeuge sieht zwei Männer davonlaufen, die einen Metallkoffer bei sich haben. Aus dem Automat nehmen die Täter über 60000 Euro mit und richten einen Sachschaden von circa 16.000 Euro an. Am 4. Oktober versucht es die Bande in einer Bankfiliale in Holzheim im Lechgebiet – ohne Erfolg. Schaden: 3000 bis 4000 Euro. Am 5. Oktober dann der Fall in Großsorheim. Dort gehen die Einbrecher in dem Gebäude mitten im Dorf nicht gerade vorsichtig vor. Sie öffnen den Geldautomat offenbar mit brachialer Gewalt. Ein Nachbar hört dumpfe Schläge, schaut nach und schlägt Alarm. Die Serie der Bande hat – zumindest in dieser Zusammensetzung – ein Ende.

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