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09.02.2015

Baumstreit: Anwohner machen mobil

Die großen Ahornbäume im Tiroler Ring im Wohnpark III in Riedlingen sind vielen Anliegern ein Dorn im Auge. Es gibt aber auch Bürger, welche die Allee auf jeden Fall erhalten wollen.
Bild: Wolfgang Widemann

Gegner der Ahorne im Wohnpark III in Riedlingen präsentieren bei Anhörung ihre Argumente. Befürworter der Allee beschweren sich bei Behörde und beauftragen Gutachter

Die großen Ahornbäume im Wohnpark III in Riedlingen erregen weiter die Gemüter. Bei einer Bürgeranhörung im Donauwörther Rathaus präsentierten Anlieger des Tiroler Rings, denen die Bäume ein Dorn im Auge sind, kürzlich eine umfangreiche Dokumentation über die Auswirkungen des Wurzelwachstums, des Samenflugs und des Laubanfalls. Dies wiederum rief nun auch Bewohner auf den Plan, welche die Allee mit ihren rund 40 Bäumen in jedem Fall erhalten möchten.

Ein Ehepaar aus dem Teil des Wohnparks III, in dem die Stadt Anfang 2013 rund 30 Ahorne fällte, hat sich mit einer Beschwerde an die Regierung von Schwaben als übergeordnete Behörde gewendet. Außerdem haben mehrere Baum-Befürworter einen Sachverständigen damit beauftragt, den Zustand der 40 Ahorne im Tiroler Ring zu untersuchen. Die Kosten in Höhe von 800 Euro übernimmt zur Hälfte der Bund Naturschutz. Bei der Anhörung der Bürger Mitte Januar stellten Anlieger aus dem Tiroler Ring mit einer fast 70-seitigen Power-Point-Präsentation das Problem mit den Bäumen dar. Demnach seien bereits im Herbst 2003 erste Beschwerden an die Kommune herangetragen worden. 2013 beantragten dann die Bewohner von 14 Häusern am Tiroler Ring per Unterschriftenliste, die Bäume zu beseitigen.

Man wolle zusammen mit der Stadt eine Lösung finden, die für beide Parteien tragbar und „langfristig lösungsorientiert“ sei, heißt es in der Präsentation. Was die Kosten betrifft – laut Kommune müssten bei einer Fäll- und Neupflanzungsaktion alle Anwohner 60 Prozent übernehmen – wolle man eine Gleichbehandlung mit früheren Aktionen dieser Art an anderer Stelle.

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Die Anwohner verlangen, dass die genau aufgelisteten Schäden am Gehweg im Tiroler Ring beseitigt werden, der Wurzelwuchs auf Privatflächen verhindert wird und die jährliche „Samenflut“ von den Bäumen eingedämmt wird. Vor diesem Hintergrund fürchten nun andere Bürger, dass es im Wohnpark III einen weiteren Kahlschlag geben könnte. „Vieles wird aufgebauscht“, merkt Rosi Weigl gegenüber unserer Zeitung an. Risse im Asphalt seien beispielsweise nur an zwei Stellen sichtbar – und könnten nach Aussagen eines Rathaus-Mitarbeiters problemlos beseitigt werden. Befürworter der Ahorne machen jetzt ebenfalls mobil. Sie beauftragten einen vereidigten Baumgutachter. Der solle klären, „ob die Ahorne gesund sind“, so Waltraud Müller.

Widerspruch zum Bebauungsplan?

Frau Müller beschwerte sich zusammen mit ihrem Mann Armin auch bei der Regierung von Schwaben. In dem Schreiben kritisieren sie das Vorgehen der Kommune bei den Baumfällungen und Neupflanzungen im Fendelsring und dessen Stichstraßen. Auch der mögliche Kahlschlag im Tiroler Ring würde eklatant den festgeschriebenen Vorgaben des Bebauungsplans widersprechen. Die Behörde in Augsburg solle die Maßnahmen auf ihre Rechtmäßigkeit überprüfen.

Das Ehepaar Müller fasst zusammen: „Es kann nicht im Interesse der Stadtentwicklung und im Sinne der Verlässlichkeit stadtplanerischer Vorgaben sein, politische Entscheidungen, welche die Allgemeinheit betreffen, willkürlich am Willen Einzelner auszurichten.“ Dies treffe insbesondere dann zu, wenn gegen bestehende Satzungen verstoßen werde und keinerlei fachliche oder übergeordnete Gründe vorlägen, die dies rechtfertigen. Im Zusammenhang mit den Nachpflanzungen im Bereich des Fendelsrings – dort seien nur acht Bäume durch Gehölze ersetzt worden – sprechen die Müllers von einem „städtebaulichen und politischen Armutszeugnis“.

Die Fällung der Alleebäume im Tiroler Ring sei unter allen Umständen zu verhindern: „Der Charakter einer ganzen Wohnsiedlung wäre unwiederbringlich zerstört.“

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