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Auszeichnung

21.06.2017

Bayerische Meister wollen mehr

Mit diesem Ergebnis gewannen Dominik Girstenbrei und Albert Schiele den bayerischen Meistertitel beim Oskar-Augustin-Cup in Freising.
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Mit diesem Ergebnis gewannen Dominik Girstenbrei und Albert Schiele den bayerischen Meistertitel beim Oskar-Augustin-Cup in Freising.
Bild: Carolin Tietz

Dominik Girstenbrei und Albert Schiele gewinnen den Oskar-Augustin-Cup. Jetzt geht es nach Berlin

16 unberührte Quadratmeter, ein Bebauungsplan, 14 Stunden Zeit – so lautete die Aufgabe für Dominik Girstenbrei und Albert Schiele. Sie vertraten Anfang Mai die Firma Bullinger Gartengestaltung beim Oskar-Augustin-Cup in Freising, der bayerischen Meisterschaft für Landschaftsgärtner-Azubis. Es war das erste Mal überhaupt, dass der Betrieb aus Schäfstall an dem Wettbewerb teilgenommen hatte.

Während des Wettkampfes beäugten zehn Juroren die Arbeit der zehn Zweierteams. „Wenn dir ständig jemand über die Schulter schaut, das ist stressig“, erinnert sich Schiele. Denn die Jury legte nicht nur auf die fachliche Arbeit einen hohen Wert: „Natürlich spielte auch die Zeit eine wichtige Rolle, aber sie achteten auch darauf, ob die Baustelle aufgeräumt war“, sagt Schiele.

Sieht man sich das Ergebnis an, wird deutlich, wie vielseitig der Beruf des Landschaftsgärtners ist: „Wir mussten Bretter sägen, Bäume pflanzen, ein Wasserspiel installieren, eine Mauer bauen“, erklären die beiden 26-Jährigen. Wie alle anderen Teilnehmer auch bekamen Girstenbrei und Schiele den Bebauungsplan vorab, um sich auf die Aufgabe einstellen zu können. Im Betrieb haben sie den Plan dann einmal nachgebaut.

Mit dem Sieg haben die beiden Azubis nicht gerechnet. „Wir haben ja noch nie an so einem Wettkampf teilgenommen. Es gab Teams, die waren viel schneller fertig als wir“, sagt Girstenbrei. Aber am Ende seien viele kleine Details entscheidend, die für den Laien so gar nicht erkennbar seien. Ihre Kollegen reagierten positiv auf den Sieg. Auch wenn ihnen zunächst niemand geglaubt hatte: „Sie dachten, das wäre ein Witz“, erinnert sich Schiele.

Vielleicht half den beiden auch, dass sie sich als Duo perfekt ergänzen: Schiele machte ursprünglich eine Ausbildung zum Drucker. Das wurde ihm mit der Zeit aber zu eintönig. „Ich habe einen vielseitigen Beruf gesucht, bei dem ich viele Freiheiten habe“, erklärt er. Sein Teamkollege bezeichnet ihn als „Mädchen für alles. Er ist einfach ein Allrounder, der sich mit allem auskennt.“

Mit allem außer Pflanzen, denn das ist Girstenbreis Spezialgebiet. Ein begonnenes Studium der Biologie brach er irgendwann ab – zu theoretisch. Er sei jemand, der gerne draußen in der Natur ist, anpackt und „völlig kaputt“ nach Hause kommt. „Er weiß einfach alles über Pflanzen, auch wie man sie schneiden muss“, beschreibt ihn Schiele.

Den Wettbewerb in Freising empfanden die beiden bayerischen Meister als gute Erfahrung und Übung. Schließlich halte dieses Jahr noch einiges bereit. In den kommenden Wochen steht nämlich für beide die Abschlussprüfung an. Sie besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. „Auch da bekommen wir ein abgestecktes Feld und stehen drei Stunden unter Dauerbeobachtung – deshalb war der Wettbewerb eine gute Vorbereitung“, sagt Girstenbrei. Nach der Abschlussprüfung steht dann bereits der nächste Wettbewerb für die angehenden Landschaftsgärtner an: die deutsche Meisterschaft in Berlin am 8. und 9. September. Dafür hatten sie sich durch den Sieg bei der bayerischen Meisterschaft qualifiziert. Der Wettkampf in der Hauptstadt findet im Rahmen der internationalen Gartenausstellung statt.

„Wir erhalten drei Wochen vor dem Wettbewerb die Pläne“, sagt Girstenbrei. Davor verbringen die beiden 26-Jährigen noch eine Woche an der Deula Bayern, wo sonst viele überbetriebliche Fortbildungen stattfinden. „Dort haben wir dann die Möglichkeit, noch einmal eine Woche lang intensiv zu üben und uns vorzubereiten“, erklärt Girstenbrei. Das Ziel der Azubis ist natürlich der Sieg – „wenn man schon die Chance hat, deutscher Meister zu werden“, ergänzt Schiele.

Sollte Girstenbrei und Schiele tatsächlich der Coup gelingen, dann wäre allerdings Schluss. Ein internationaler Wettbewerb findet erst wieder im kommenden Jahr statt. Bis dahin wollen beide ausgelernt haben. Mitmachen dürfen sie dann nicht mehr.

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