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14.03.2009

Bei Vollmond über den Dächern von Saragossa

Donauwörth (wwi) - Konzentriert sitzt Landrat-Stellvertreter Franz Oppel als Co-Pilot im Hubschrauber-Cockpit und startet vom Krankenhaus der spanischen Stadt Saragossa in den vom Vollmond gekrönten Nachthimmel. "Jetzt lasse ich einfach mal ein Triebwerk ausfallen", sagt Joachim Balik unaufgeregt und berührt das entsprechende Feld auf seinem PC: "Der Pilot muss schauen, wie er jetzt weiterkommt."

Doch keine Angst: Weder fliegt der Kommunalpolitiker Oppel über den Dächern von Saragossa spazieren, noch gerät er durch die willkürliche Aktion eines anderen in eine brenzlige Situation. Vielmehr demonstrieren Balik, seines Zeichens Ausbildungsleiter der Eurocopter-Flugschule, und Pilot Friedrich Steinbrecher dem Vize-Landrat und anderen Gästen, welch faszinierende Eigenschaften der neue EC 135-Flugsimulator im Donauwörther Werk des Hubschrauber-Herstellers hat.

Das Unternehmen investierte rund 5,3 Millionen Euro in das Projekt. Bereits im Oktober 2007 wurde das 7,60 Meter hohe Gerät in einer Halle platziert, doch bis die ganze Software installiert war und alles 100-prozentig funktionierte, dauerte es rund eineinhalb Jahre. "Das zeigt, wie kompliziert und komplex dieser Simulator ist", sagt Dr. Wolfgang Schoder, Chef von Eurocopter Deutschland, bei der Einweihung. Das Gerät sei mit neuester Simulationstechnologie ausgestattet.

Bei dem Projekt handle es sich um "eine der wichtigsten Investitionen der vergangenen Jahre", so Schoder. Damit werde der Standort Donauwörth gestärkt. In dem Simulator sei auch tatsächlich eine Maschine vom Typ EC 135 "drin". Soll heißen: Die Piloten können perfekt ausgebildet und trainiert werden. Dies sei ein "enormer Sicherheitsaspekt", meinte der Geschäftsführer. Eurocopter unterscheide sich in dieser Qualität von anderen Simulatoren-Betreibern.

Bei Vollmond über den Dächern von Saragossa

Wie bedeutend der Flugsimulator für die Sicherheit sei, betonte auch Derek Sharples, Vorstand für den Bereich Service bei Eurocopter und selbst langjähriger Pilot. Das neue Gerät in Donauwörth werde Kunden aus aller Welt anziehen. Demnächst würden Piloten aus Japan und Brasilien erwartet.

"Die Ausbildung der Kunden ist ein Kernelement unserer Geschäftsstrategie", erklärte EC 135-Programmleiter Xavier Poupardin. Auch hier wolle Eurocopter seine Marktführerschaft unterstreichen. Im hiesigen Werk stehe der leistungsfähigste EC 135-Simulator weltweit. Dieser könnte - bei entsprechender Nachfrage - täglich bis zu 17 Stunden laufen, so Derek Sharples. Mit dem Simulator werde auch die Umwelt geschont.

"Wir können hier Dinge üben, die sonst nicht möglich wären", verdeutlicht der Manager. Selbst ein ausgebildeter Pilot glaube schon nach wenigen Minuten in dem Simulator, dass er wirklich fliege, so Ausbildungsleiter Balik. Vom Cockpit aus sehen die Piloten eine Landschaft vor sich, die es tatsächlich gibt - es handelt sich um einen etwa 200 mal 200 Kilometer großen Bereich in Nordspanien. Die Städte, Flugplätze, Straßen und Berge würden real dargestellt. Quasi per Knopfdruck kann Joachim Balik, der direkt hinter den Piloten sitzt, einen technischen Defekt ebenso inszenieren wie einen Wetterwechsel oder sonst ein unvorhergesehenes Ereignis, mit dem die Männer im Cockpit fertig werden müssen.

Da kann auch Franz Oppel nur staunen, als er aus dem Cockpit steigt: "Absolut top. Das ist eine faszinierende Technik."

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