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Donauwörth

08.05.2015

Berufsschule hat jetzt eine Mensa

Die Ludwig-Bölkow-Schule in Donauwörth hat nun eine Mensa. Bei der offiziellen Einweihung überreichte Architekt Dieter Keller symbolisch einen Schlüssel an Direktor Winfried Schiffelholz und Landrat Stefan Rößle. Die Mensa hat rund 1,4 Millionen Euro gekostet.
Bild: Wolfgang Widemann

Nach vielen Jahren des Wartens hat die Staatliche Berufs- und Technikerschule in Donauwörth eine Mensa. Die hat eine besondere Bedeutung.

Generationen von Berufsschülern fühlten sich in Donauwörth wohl vor allem in der kalten Jahreszeit mittags nicht gerade hingezogen zur Pausenhalle. Die sogenannte Kommunikationszone war nichts weiter als eine Art Kiosk auf einer kühlen, gepflasterten Fläche unter einer Konstruktion aus Stahlstreben und einem Blechdach, von dem an einigen Stellen das Regenwasser tropfte. Rund 25 Jahre lang kämpfte die Schulleitung dafür, dass Lehrer und Schüler die Mittagspause in angemessenen Räumen verbringen können. Dieser Wunsch hat sich nun nach langem Warten endlich erfüllt: Am gestrigen Freitag wurde die neu erbaute Mensa der Ludwig-Bölkow-Schule offiziell eingeweiht.

Der Landkreis Donau-Ries hat für das Gebäude, für das ein Teil der alten Pausenhallenkonstruktion weichen musste, rund 1,4 Millionen Euro ausgegeben. 250000 Euro davon hat der Freistaat Bayern per Zuschuss bezahlt. „Hier ist gute Arbeit zum Wohle unserer Schüler geleistet worden“, stellte Direktor Winfried Schiffelholz fest. Die Mensa verfügt über rund 110 Plätze und eine Küche, in der Speisen frisch zubereitet werden können.

Täglich werden neben den Gerichten auf der festen Speisekarte (unter anderem Wurst-, Käse- und Leberkässemmel für jeweils 1,50 Euro) auch zwei Menüs (3,80 Euro) angeboten. Die konnten die Ehrengäste gestern gleich testen. Es gab Blumenkohlsuppe, dazu wahlweise bunte Nudeln mit Lachs, Krabben, Spinat und Sahnesoße oder Kaiserschmarrn und Apfelmus.

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Täglich strömen dem Vernehmen nach zwischen 150 und 200 Schüler in die Mensa, die sich seit Fasching im Probebetrieb befindet. Dieser hat laut Schiffelholz folgendes ergeben: „Es schmeckt.“ Das bestätigte Schülersprecherin Sarah Blessing. Zum Leistungsspektrum gehört übrigens auch ein Frühstück für diejenigen, die mit nüchternem Magen zum Unterricht in die Staatliche Berufs- und Technikerschule kommen. Inzwischen hätten auch die benachbarte Fach- und Berufsoberschule sowie die Krankenpflegeschule angefragt, ob ihre Schüler ebenfalls zum Essen kommen könnten. „Selbstverständlich können sie das“, so Schiffelholz.

Pächter der Mensa ist die Stiftung St. Johannes Schweinspoint – auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Konstellation, wie Stiftungsdirektor Robert Freiberger anmerkte. Er lieferte aber auch gleich die Erklärung, warum dies sinn- und wertvoll sei: „Der Mensabetrieb kann das Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen fördern.“ Schon jetzt seien viele Behinderte in den stiftungseigenen Betrieben an der Produktion der Waren beteiligt, aus denen die Speisen zubereitet werden. Wenn die Abläufe in der Mensa eingespielt seien, würden auch direkt in dieser Behinderte eingesetzt. Dies sei gelebte Inklusion, sagte der Donauwörther Oberbürgermeister Armin Neudert, der auch dem Stiftungsbeirat angehört. „Vielleicht macht dieses Projekt Schule“, ergänzte Freiberger.

Landrat Stefan Rößle bat um Verständnis, dass es gedauert habe, bis das Projekt angepackt werden konnte: „Wir können nicht alle Wünsche gleichzeitig erfüllen.“ Rößle legte ein Bekenntnis zur Berufsschule ab: „Ich glaube, ihre Bedeutung wird noch zunehmen. Wir brauchen Fachkräfte.“ Die Mensa füge sich sehr schön in die Umgebung ein. Dies sei auch das Ziel gewesen, erklärte Architekt Dieter Keller. Die Pfarrer Ottmar Kästle und Heiko Grünwedel segneten die Räume. „Diese Mensa hat das Zeug dazu, ein Ort der Begegnung zu werden“, so Grünwedel.

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