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Konzert

10.01.2015

Beschwingt ins neue Jahr

Die traditionsreiche Philharmonie Lemberg aus der Ukraine war beim diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt Donauwörth zu Gast im Tanzhaus. Sopranistin Miriam Sharoni (im Bild) hatte ebenfalls den Weg nach Donauwörth gefunden – in Begleitung des brasilianischen Baritonsängers Ronaldo Steiner.
Bild: Barbara Sagel

Die Philharmonie Lemberg begeistert beim Neujahrsempfang der Stadt Donauwörth im Tanzhaus mit Opernmelodien

So mancher Radetzky-Marsch-Skeptiker mag bereits darauf gehofft haben, das neue Jahr würde in Donauwörth einmal ohne diesen Gassenhauer aller Neujahrskonzerte beginnen. Aber so war es nicht – möglicherweise zum Leidwesen einiger, aber sicher auch zur großen Freude vieler der anwesenden Gäste im ausverkauften Tanzhaus. Vom Dirigenten der Philharmonie Lemberg, Ilya Stupel, freundlich, ein wenig zurückhaltend, aber eindeutig dirigiert, klatschte der größte Teil des Publikums begeistert mit, ehe für den traditionellen Empfang der Stadt Donauwörth die Stuhlreihen abgebaut wurden.

Dem militärisch inspirierten Marsch von Johann Strauss (Vater) war ein kurzweiliges, von Opernmelodien geprägtes Konzert vorausgegangen. Denn das renommierte Orchester war nicht alleine gekommen. Sopranistin Miriam Sharoni, bereits zum zweiten Mal beim Neujahrskonzert der Stadt, hatte ebenfalls den Weg nach Donauwörth gefunden, in Begleitung des brasilianischen Bariton Ronaldo Steiner. Ergänzt um die kurzweilige Moderation Volker Schmidt-Gertenbachs waren alle Voraussetzungen für einen vergnüglichen Opernabend gegeben.

Strauss machte den Anfang

Doch am Anfang standen die Operette und auch bereits der Name Strauss, diesmal jedoch der des Sohnes. Die Ouvertüre der „Fledermaus“ führte das Publikum sanft beschwingt mit wogenden Geigenphrasen und klingenden Triangel-Blitzen, mal im Walzer-, mal im Viervierteltakt, in das musikalische Geschehen, das mit Mozarts „Hochzeit des Figaro“ schlagartig an Dramatik zunahm. Hier betrat auch Ronaldo Steiner erstmals die Bühne, um in der Arie „Non piu andrai“ seinen angenehmen Bariton erklingen zu lassen.

Mit soldatischem Gruß, ganz die Rolle lebend, überließ der Brasilianer anschließend Miriam Sharoni das Feld, die als Susanna mit resonanzreichen Tiefen, mit anmutigen Koloraturen, in zartem Wechselspiel mit den Holzbläsern einfühlsam die berühmte Rosenarie präsentierte. Vom „Figaro“ zu „Don Giovanni“, von „La Traviata“ zu „Carmen“, von Mozart zu Verdi, von Verdi zu Bizet – die Übergänge zwischen Stilistiken, Epochen, Handlungen und Komponisten bereiteten Volker Schmidt-Gerlach keine Mühe.

Mit Anekdötchen, Beschreibungen, Gedichten und Geschichten führte der Moderator, der eigentlich ein international gefragter Dirigent ist und viele Jahre das Symphonieorchester Göttingen leitete, souverän durch den Abend. Das Publikum wurde zur aktiven Beteiligung aufgerufen und gab singend als Gefangenenchor sein Bestes. Miriam Sharoni glänzte – zwar nicht mit der ganz großen Stimme mancher ihrer berühmten Kolleginnen gesegnet, aber dennoch sehr schön – in der effektvollen und wunderschönen Arie der Wally aus Alfredo Catalanis Oper „La Wally“.

Großer Auftritt im Zweivierteltakt

Die Schlagwerker des traditionsreichen Orchesters aus der Ukraine hatten ihren großen Auftritt mit der Strauss-Polka „Unter Donner und Blitz“, die im Zweivierteltakt rumpelnd und krachend das Publikum mitriss. Nach viel Applaus betrat auch das Sängerpaar noch einmal die Bühne. Zurück zur Operette, zur „Lustigen Witwe“, zu „Lippen schweigen“, zu einem Duett, das seine Wirkung wohl nie verfehlt. Schließlich kam, was kommen musste ... als Abschluss eines beschwingten Auftakts ins neue Jahr.

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