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Justiz

29.11.2018

Betreuer zweigt 240.000 Euro von Seniorin ab

Ein Donauwörther hat sich am Vermögen einer Seniorin bedient. Nun stand er vor Gericht.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Plus Ein Donauwörther bedient sich aus dem Vermögen einer betagten Verwandten. Dafür muss sich der Mann vor dem Schöffengericht verantworten.

Er hat sich um eine betagte Verwandte gekümmert. Der Donauwörther erhielt von der Frau eine Betreuungsvollmacht. Die Seniorin ist vermögend. Deshalb war die Verlockung offenbar groß. Von ihren Konten zweigte der 68-Jährige für sich eine gewaltige Summe ab: 240.000 Euro. Dies flog auf und der Mann musste sich nun vor dem Schöffengericht in Nördlingen wegen Betrugs verantworten.

Betreuer bucht 220.000 Euro vom Konto der Seniorin ab

Die über 80-Jährige erteilte dem Angehörigen im Mai 2016 die Vollmacht – und widerrief sie Anfang November 2016 wieder. Dies hinderte den Mann nicht daran, im Dezember 2016 zunächst 220.000 Euro von einem Konto der Rentnerin abzuheben und wenige Tage später nochmals 10.000 Euro. Im Januar 2017 ließ das Opfer sein Auto verkaufen. Den Erlös von 10.000 Euro behielt der Verwandte ebenfalls für sich.

Die Sache flog auf, als sich die Geschädigte an einen Rechtsanwalt wendete und äußerte, dass der 68-Jährige sich wohl Geld abgezweigt habe. Im Rahmen des Betreuungsverfahrens stellte sich durch Gutachten auch heraus, dass die Seniorin sowohl bei der Erteilung als auch beim Widerruf der Vollmacht geschäftsunfähig war.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, dass er zumindest damit gerechnet hatte, dass die ihm erteilte Betreuungsvollmacht unwirksam war. Der 68-Jährige räumte die Vorwürfe zunächst nicht ein. Nachdem Vorsitzende Richterin Ruth Roser den Prozess kurz unterbrochen hatte, legte der Mann jedoch ein Geständnis ab.

Donauwörther kommt um Haftstrafe herum

Am Ende kam er trotz der hohen Schadenssumme gerade noch um eine Haftstrafe herum. Dies hatte neben dem Einräumen der Tat zwei weitere Gründe: Zum einen war der Donauwörther bislang nicht vorbestraft, zum anderen hat er den Schaden vollständig wiedergutgemacht. Sprich: Er hat den kompletten Betrag zurücküberwiesen. Deshalb blieb es bei einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die das Gericht zur Bewährung aussetzte. Zudem muss der Verurteilte eine Geldauflage von jeweils 2500 Euro an zwei gemeinnützige Organisationen zahlen.

Die Prozessbeteiligten zeigten sich mit der Entscheidung einverstanden. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

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