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Schlosskonzert

16.07.2019

Bläserpracht am heiteren Sonntagmorgen

Prachtvolle Bläserklänge des tschechischen Quintetts Belfiato erfreuten in Schloss Leitheim die Konzertbesucher.
Bild: Tobias Böcker

In Leitheim erfreute das tschechische Belfiato-Quintett mit Wohlklängen von der Wiener Klassik bis zum Pariser Impressionismus

Kammermusikalische Bläserpracht bescherte der Sonntagvormittag den Konzertbesuchern auf Schloss Leitheim mit dem tschechischen Belfiato-Quintett. Werke der Komponisten Joseph Haydn, Dariua Milhaud, Wolfgang Amadeus Mozart und Claude Paul Taffanel boten einen geistreich heiteren Dialog zwischen Wiener Klassik und Pariser Impressionismus.

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Von Beginn an erfreute der wohldosierte Gesamtklang des Ensembles die Zuhörer. Von gemeinsamer Integrationskraft getragen blieb jedes Instrument in erkennbarem Fluss der jeweiligen Stimme ganz bei sich und trug zugleich sein gemessenes Scherflein zum har-monischen Gelingen des Ganzen bei.

Leichtfüßig und temperamentvoll der Auftakt zu Joseph Haydns Divertimento B-Dur, dessen zwei-ter Satz „Chorale St. Antoni“ gemessenen Schrittes so recht zum Kirchgang an einem Sonntagmorgen passte, dem mit Menuett und Rondo ein sommerlich heiterer Schwung gegeben wurde.

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Darius Milhauds ursprünglich als Filmmusik geschriebene Suite „La Cheminée du Roi René“ entstand kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im sommerlichen Idyll der Schweizer Berge. Sieben Episoden wecken das lebhafte Bild eines Königshofs im Mittelalter. Die Musik lebt von charmanten, sanften Weisen, menschenfreundlichen Charakterzeichnungen und dem gelassenen Lächeln eines königlichen Flaneurs. In empathisch sensitiver Klangkultur legten Oto Reiprich, Jan Sou˘cek, Ji˘rí Javurek, Ond˘rej ˘Sindelá˘r und Kate˘rina Javurková in nuancierter Feinabstimmung imaginatives Erzähltalent an den Tag.

Dass sie alle fünf auch als Orchestermusiker tätig sind, war mit Händen zu greifen bei der Ouvertüre von Mozarts „Le Nozze di Figaro“. Agil und auf den Punkt präsent ersetzten sie in eleganter Farbenpracht ein ganzes Orchester.

Den Grundton heiterer Eleganz, welcher die gesamte Matinée prägte, nahm schließlich auch das 1878 entstandene, sanglich graziöse Quintett für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott des französischen Flötisten und Komponisten Claude Paul Taffanel auf in lebendiger Eloquenz der Einzelstimmen in souveräner Zuordnung zum Ganzen eines runden Wohlklangs, der sich so recht zum Sonntagmorgen fand.

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