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Münster/Harburg

04.06.2018

Blitze treffen Wohnhäuser und Fabrik

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Gleich zweimal musste im Märkerwerk in Harburg nach Blitzeinschlägen die Produktion gestoppt werden.
Bild: Harald Erdinger (Archivfoto)

In Münster und im Raum Harburg/Kaisheim/Huisheim hat es bei Gewittern ungewöhnlich heftig geknallt. Dies hat einigen Folgen.

Die Gewitter am Donnerstagabend haben – so ist zwischenzeitlich bekannt geworden – in der Region noch mehr Schäden angerichtet. Im Donau-Ries-Kreis schlugen einige Blitze, von denen mehrere ungewöhnlich stark waren, in bewohntes Gebiet oder in unmittelbarer Nähe von Ortschaften ein. Neben einer ganzen Reihe von Privathaushalten traf es besonders auch die Firma Märker in Harburg.

Zunächst krachte es südlich der Donau. In Münster schlug kurz nach 21 Uhr ein Blitz ein – wo genau, ist nicht bekannt. Die Folgen bekamen viele Anwohner vor allem im südlichen Bereich des Dorfs, zu spüren. Bettina Braun saß gerade mit ihrer Familie und mit Nachbarn gemütlich in einem Freisitz nahe am Wohnhaus. „Auf einmal tat es einen Riesenschlag. Das war der Wahnsinn“, schildert die 37-Jährige. Wenige Meter entfernt sei praktisch im gleichen Moment ein Feuerstrahl zu sehen gewesen.

Zurück im Haus, bemerkten die Brauns sofort, dass der Blitz folgenreich war. Viele elektrische Geräte funktionierten nicht mehr: Telefon, Lampen, Fernsehgerät, Stereoanlage, Receiver, Garagentorantrieb, Klingel sowie Fotovoltaik- und Solaranlage. Die Telefondose im Keller und diverse Steckdosen hatte es regelrecht aus den Wänden gerissen: „Im ganzen Haus roch es verkokelt und der Keller war verraucht.“ Glücklicherweise sei kein Brand ausgebrochen.

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Neben der Familie Braun erwischte es auch Wohnhäuser der Nachbarn in der Gärtnerstraße sowie von Anwohnern in anderen Bereichen des Orts. Auch dort, so ist zu hören, gingen viele Geräte kaputt.

Kräftig geknallt hat es zwischen 22.04 und 22.22 Uhr im Raum Harburg/Kaisheim/Huisheim. Dort verzeichnete das europaweite Blitzdienstinformationssystem der Firma Siemens gleich ein halbes Dutzend Erdblitze, die wegen ihrer enormen Stärke von den Meteorologen von Kachelmannwetter als „wilde Hausrüttler“ eingestuft werden.

Der heftigste schlug um kurz vor 22.13 Uhr auf dem Betriebsgelände des Märkerwerks ein. Als Blitzstärke gibt Siemens 292 Kiloampere an. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Blitz bringt es Experten zufolge in Deutschland auf 15 bis 20 Kiloampere. Durch den Blitz wurden in der Fabrik diverse elektrische Anlagen beschädigt. Bereits gegen 19.45 Uhr war nach Angaben der Firma die Produktion zum Erliegen gekommen, weil ein Blitz eine Stromleitung zwischen Donauwörth und Dillingen getroffen hatte. Dies löste bei Märker einen Spannungsabfall aus, sodass der Zementofen und die beiden Kalkschachtöfen ausfielen. Dem Personal gelang es zunächst, die Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Nach dem zweiten Einschlag gab es nochmals Stress für die Mitarbeiter. Denen sei es dann gelungen, einen Großteil der Schäden im Laufe der Nacht auf Freitag zu beheben, teilt das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Weitere Blitze mit einer Stärke von 100 bis 200 Kiloampere gingen südlich und westlich von Marbach sowie bei Gunzenheim nieder. Wie gemeldet, traf in Huisheim und Sulzdorf kurz nach 22 Uhr jeweils ein Blitz ein Wohnhaus und richtete beträchtlichen Schaden an. Für den Blitz in Sulzdorf gibt Siemens 211 Kiloampere an, für den Blitz in Huisheim 193.

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