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Landwirtschaft

25.06.2018

Blühende Äcker und alte Getreidesorten

Pflanzenbau-Experten führten die Besucher beim Feldtag auf dem Versuchsgut Neuhof der Landesanstalt für Landwirtschaft über den Acker.
Bild: LA

Auf dem Kaisheimer Neuhof präsentieren Fachleute ein Projekt, das eine vielfältige und nachhaltige Produktion von Biogassubstraten aufzeigen soll

Unter dem Motto „Alte Sorten – neue Energie: Biodiversität vom Acker“ haben Experten beim Feldtag am Neuhof in Kaisheim Forschungsergebnisse zu einem vielfältigen Pflanzenbau vorgestellt. Dabei wurde unter anderem der Vorteil des Anbaus von alten Getreidesorten präsentiert.

Auf den Demonstrationsflächen der Versuchsstation Neuhof des Landesamts für Landwirtschaft (LfL) waren laut Pressemitteilung neben effizienten Getreidesorten auch blühende Mischungen mit Leguminosen und eine Vielzahl an Dauerkulturen zu sehen. Die Feldbegehung habe den Teilnehmern gezeigt, dass durchaus eine leistungsfähige, vielfältige und nachhaltige Produktion von Biogassubstraten möglich sei. Die hätten neben der Energieerzeugung positive Effekte auf Flora, Fauna, Wasser und Boden. Zudem könnte auch die Akzeptanz der Bevölkerung gesteigert werden. Einen besonderen Exkurs zum Thema Biodiversität bildeten alte Sorten, die zugleich die genetische Vielfalt vergrößern.

Als Biogassubstrat könne der Getreideanbau die Fruchtfolge vielfältig bereichern. „Eine Effizienzsteigerung der Ganzpflanzensilage ist über die Sortenwahl möglich“, erklärte Dorothea Hofmann von der LfL, während sie den bayernweit laufenden Sortenversuch anhand eines Posters vorstellte. Ein gemeinsamer Anbau von Getreide mit Leguminosen setze Blühakzente, die von Bienen und Hummeln gerne angenommen würden. Die Blütentracht, vor allem jene der Dauerkulturen und Wildpflanzenmischungen, bereichere das Landschaftsbild und steigere die Biodiversität bei Fauna und Flora.

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Diese Kulturen werteten nicht nur die Landschaft auf und förderten die Akzeptanz für die Biogasproduktion, sondern stellten auch Nahrungsquellen für eine Vielzahl von Insekten dar. Dies führte Uli Deuter vom Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) weiter aus. Bedingt durch eine intensive Bodendurchwurzelung tragen dem Fachmann zufolge diese Kulturen zum Schutz von Boden und Wasser bei. Zudem werde die Bodenfruchtbarkeit gefördert, welche für eine langfristige Ertragsstabilität unverzichtbar sei. Die meisten Dauerkulturen bedingten einen verringerten Arbeitsaufwand, reduzierte Bodenbearbeitung und einen verminderten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Biodiversität in Form von genetischer Vielfalt stellte Klaus Fleißner (LfL) anhand alter Getreidesorten vor. Er bezeichnete diese Kulturen als „Schätze, die in Genbanken eingeschlossen wurden“. Fleißner appellierte, diese Sorten wieder zu nutzen und zu etablieren. Es sei wichtig, die alten Sorten am Leben zu halten und somit die Agrobiodiversität zu bewahren. Eine Wertschätzung der alten Sorten sieht er in regionalen innovativen Produkten. So könne zum Beispiel mit einem Bäcker vor Ort aus dem Mehl regionaler alter Sorten gemeinsam ein regionales Brot entwickelt werden.

Bei dem Projekt „Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau“ (I&D Energiepflanze) handelt es sich um eine Kooperation zwischen der LfL in Freising, dem TFZ in Straubing und der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Jeder der drei Projektpartner verfolgt einen anderen Forschungsansatz zur vielfältigen Biogassubstratproduktion und zeigt diesen auf den Demonstrationsflächen.

Der Neuhof ist einer von bayernweit neun Standorten, welche die Vielfalt im Energiepflanzenanbau präsentieren. (dz)

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