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Wohnen

28.02.2015

Boardinghaus wird Boardinghotel

Das Kurzzeitmieten im Offiziersheim in der Donauwörther Parkstadt ist nun flexibler möglich

Ein Stundenhotel wird wohl nicht entstehen in Donauwörth, auch wenn mancher das scherzhaft angenommen hatte in der Bauausschusssitzung am Donnerstagabend – weil es auch darum ging, wann wohnen eigentlich wohnen ist und wann es sich um „Verweildauer“ in einem Hotel handelt.

Konkret beantragte der Eigentümer des bestehenden Boardinghauses in der Parkstraße eine Nutzungsänderung für das Wohngebäude mit seinen 32 Einzelapartments und 59 Betten. Der Grund: Bislang werden dort die Zimmer ab einer Verweildauer von drei Wochen vermietet. Lukrativer scheinen allerdings flexiblere Buchungszeiträume – ab 24 Stunden, wie eben bei einem normalen Hotel. Dafür brauchte es aber erst einmal eine gesonderte Erlaubnis. „Boardinghaus“ ist ein seltsames Wortgebilde. Sehr „denglisch“ – eben deutsch und englisch in einem Begriff. Mag sein, dass der Bauantrag des Eigentümers auch deshalb für Unsicherheiten und damit einhergehend für längere Diskussionen sorgte am Donnerstagabend im Rathaus. „Boarding-House“ ist jedenfalls ursprünglich tatsächlich ein feststehender englischer Begriff. Er bedeutet wörtlich „Verpflegungshaus“ – hierbei ist gemeint, dass sich der Kurzzeit-Mieter, meist handelt es sich um Geschäftsleute oder Arbeiter „auf Montage“, in einem hotelähnlichen Betrieb selbst verpflegt.

Im Unterschied zu einer Pension oder einem Hotel geht man beim Boardinghaus von einem längeren Aufenthalt aus. Das wollte der Eigentümer des ehemaligen Offiziersheims in der Parkstadt allerdings jetzt wieder ändern. Scheinbar rechnet sich ein Haus mit der Option auf kürzere Verweildauer besser. Dann würde es sich aber rechtlich nicht mehr um ein reines Wohnhaus handeln – „wohnen“ an sich, so erklärte Rechtsamtsleiter Richard Lodermeier, beziehe sich in der Regel auf einen längeren Zeitraum (hier: ab drei Wochen). In jenem Boardinghaus checkt man mittels Automaten ein. Meist ist es bei solchen Häusern so, dass man bei der Zimmerbuchung einen Code erhält (oder man vor Ort via Kreditkarte zahlt) – und dann den Zimmerschlüssel am Automaten bekommt.

Ausschussmitglied Josef Reichensberger (AL/JB) kritisierte denn auch jene Anonymität eines Boardinghauses: Im Gegensatz zu einem Hotel mit Rezeption könne man kaum kontrollieren, wer eincheckt. Ein Freiraum für ungebetene Gäste also? Mitnichten sei ein Hotel immer verpflichtet, den Ausweis zu kontrollieren, erklärte Rechtsamtsleiter Richard Lodermeier. Insofern bestehe, auch wenn es statt Rezeption einen Automaten gäbe, tatsächlich kein Unterschied zu einem Hotel. Auch dass der Besitzer das Boardinghaus in ein Heim für Asylbewerber umwandeln könne, diese Option bestehe durch die beantragte Umnutzung nicht. Im Gegenteil: Im Fall des nun als Flüchtlingsunterkunft fungierenden Hotel Viktoria in Donauwörth sei es umgekehrt gewesen, dort habe man eine Hotel- in eine Wohnnutzung beantragt. Letztlich bewilligte der Bauausschuss die Pläne – allerdings mit fünf Gegenstimmen. (hilg)

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