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Konzert

31.03.2015

Bossa-Flair wie in Brasilien

Viviane de Farias tritt mit Band bei Jazz in Rain-Kultur auf

Der Saal der Raiffeisenbank in Rain ist voll besetzt: Das 45. Konzert der Reihe „Jazz in Rain-Kultur“ steht auf dem Programm mit „Jazz do Brasil“. Assoziationen mit Samba und Bossa Nova sind bei einem solchen Motto geweckt und werden von der Realität bestätigt. Die brasilianische Sängerin Viviane de Farias lässt sich nach ziemlich genau elf Jahren wieder in Rain sehen und hören. Doch zunächst gewährt die in Ipanema geborene Sängerin den Herren ihrer Begleitband den Vortritt.

Kim Barth leitet das erste Stück „Let’s Vamos“ von Sivuca auf der Querflöte ein. Augenblicklich schwebt Bossa-Flair im Raum. Paulo Morello gesellt sich an der Gitarre hinzu. Gemeinsam mit Bassist Matthias Engelhardt folgt er der Flöte in anregenden Unisono-Passagen. Mauro Martins macht den Latin-Groove am Schlagzeug perfekt.

Mit „Triste“, einer Komposition des Bossa-Nova-Vertreters Antonia Carlos Jobim, stellt Viviane de Farias sich dem Publikum vor, gibt eine erste Kostprobe ihrer facettenreichen Stimme, die am schönsten ist, wenn sie in das kehlige, ohrenschmeichelnde Schnurren verfällt, das durch die nasale brasilianische Aussprache des Portugiesischen besonders weich klingt.

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Doch dabei belässt die in Deutschland lebende Musikerin es nicht. Im Verlauf des Konzertes mit Stücken von Hermeto Pascoal, Geraldo Pereira, Eumir Deodato, Roberto Menescal oder Ronaldo Boscoli sowie einigen Kompositionen und Arrangements des Gitarristen Paulo Morello, zeigt de Farias eine beeindruckende Bandbreite an Klangbildern, an Möglichkeiten des Stimmeinsatzes, an Stimmungen und Temperament. Zartestes Pianissimo, wohlklingende Tiefen, klare Höhen, kraftvolles Forte, expressive Phrasierung, lockere Improvisation, perfekte Intonation gepaart mit charmanter und kurzweiliger Moderation – was kann eine Sängerin mehr bieten?

Die Instrumentalisten stehen ihr an Musikalität in nichts nach. Verbreitet Kim Barth lakonisches Bossafeeling auf seinen Querflöten, so bringt er am Altsaxofon virtuos den rasanten Bebop ins Spiel. Der Brasilianer Mauro Martins setzt reizvolle Akzente mit filigraner Arbeit am Schlagzeug. In „Samba Numero 1“, einer Komposition der Musikerkollegen Morello und Barth, liefert sich Martins ein kleines musikalisches Gespräch mit Matthias Engelhardt am Fünfsaiter, der seinerseits auch solistisch „gut drauf“ ist.

Paulo Morello prägt den Sound der Band mit seiner Jazzgitarre, harmonisch vorrückend, melodiös verstärkend, solistisch brillierend. Am Ende fordert das Publikum vehement die Zugabe. Und auch Peter Senzel, Organisator von Jazz in Rain-Kultur, holt noch einen „Nachschlag“ raus, der sich lohnt. Mit Jobims „Fotografia“ erleben die Zuhörer ein weiteres Paradebeispiel jener Musik, die gerne an Orten gespielt wird, „wo man sich aufregen könnte“, wie die Farias es ausdrückt – den ganz weich gespülten, entspannenden Bossa.

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