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Kommentar

08.07.2020

Brandstiftung in Riedlingen: Polizei leistet perfekte Arbeit

Was treibt einen Menschen an, solche Taten, wie sie jüngst in Riedlingen reihenweise geschahen, zu verüben? Letztlich darf man auf Reue hoffen.

Diese Frage wird wohl vor Gericht und in den Familien der Täter geklärt werden müssen: Was treibt einen Menschen an, solche Taten, wie sie jüngst in Riedlingen reihenweise geschahen, zu verüben? Zerstörung, letztlich sogar ohne Rücksicht auf Menschenleben – dieser Punkt wiegt vor allem im Hinblick auf die Brandstiftung direkt an einem Haus, in dem eine Familie geschlafen hat, sehr schwer. Durch Zufall waren die Eltern aufgewacht, wie die Mutter gegenüber unserer Zeitung am Montag äußerte; und das wohl nur, weil eine noch unter Druck stehende, alte Rasierschaumdose im angezündeten Müll explodiert war. Glücklicherweise ist nichts Schlimmeres passiert. Auch die Täter wären sonst wohl irgendwann ihres Lebens nicht mehr froh geworden. Doch auch andere Taten, die aller Wahrscheinlichkeit nach von dem Trio begangen worden waren, wiegen mitunter schwer.

Parallel muss man sehen: Die vergangenen Wochen haben in vielen Ländern gezeigt, dass im Sinne der Meinungsfreiheit durchaus legitime Proteste auch immer wieder von einigen Zeitgenossen missbraucht werden, um in Städten sinnlos Zerstörung anzurichten, eigenmächtig Randale zu machen. Es hat sich vielfach ein seltsamer „Hype“ der Anarchie entwickelt, eine gewisse „Coolness“ martialischer TV-Bilder von einem absoluten Dagegensein gegen „das System“ – oft genug ohne Rücksicht auf die Gesundheit und die Gefühle der Mitmenschen. Ob die Attraktivität dieser Welle anarchischer Gewaltausübung gegen Sachen bei den Tätern in Riedlingen eine Rolle gespielt hat, wird sich vielleicht noch zeigen.

Keine Lausbubengeschichten sondern ernste Straftaten

In jedem Fall sind die Straftaten alles andere als Lausbubengeschichten – der Wiederholungscharakter und das Zurückkommen an vorherige Tatorte machen einen sprachlos. Als sicher darf angesichts der Serie von Verbrechen gelten, dass die Täter ihre Streifzüge fortgesetzt hätten. Das eben zeigt die teuflische Attraktivität jener Serien: Die Intensität steigert sich – der Vandalismus und das Gefühl von Macht müssen wie eine Droge gewirkt haben. Diesem Spuk haben die Beamten der Polizeiinspektion Donauwörth durch exzellente Polizeiarbeit rasch ein Ende bereitet. Sie waren hoch aufmerksam im Viertel präsent – ohne aufzufallen. Ein wichtiges Signal geht somit an all jene, die sich ähnliche Taten überlegen: Verbrechen lohnt sich nicht. Irgendwann wird man geschnappt. Und jeder hinterlässt Spuren – immer. Es gibt eben kein „perfektes Verbrechen“, Gott sei Dank. Man darf auf Reue hoffen.

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