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Donauwörth

06.07.2020

Brandstiftung und Randale in Riedlingen

Brandstiftung und Randale in Riedlingen
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Plus In der Nacht auf Montag haben Unbekannte in einer Siedlung zwei Feuer gelegt. Was sonst noch geschehen ist und wie es jetzt weitergeht.

Zum Glück gab es diesen Knall. Sonst wäre wahrscheinlich in dieser nächtlichen Stunde keiner der Anwohner am oberen Ende der Hermann-von-Gaisberg-Straße in Riedlingen aufgewacht. Was der Besitzer eines der an der Straße angrenzenden Häuser dann in seiner Einfahrt sah, ließ die letzte Müdigkeit schwinden um 1.50 Uhr: Es brannte lichterloh.

Auch bei der Ehefrau des Anwohners sitzt der Schrecken am Vormittag danach noch tief. „Mannshoch“ sei das Feuer gewesen, beschreibt sie die Flammen auf dem Grundstück.

Bislang unbekannte Männer hatten vier gelbe Säcke, gefüllt mit Kunststoffabfällen, aus dem Mülltonnenhäuschen, das am Gehweg steht, gezogen und angezündet. Vermutlich eine leere, aber noch unter Druck stehende Rasierschaumdose explodierte mit dem charakteristischen Knallgeräusch, von dem auch andere Nachbarn in der Nacht zum Montag aufwachten. Durch die Explosion und den entflammten Kunststoff wurde auch der Lack des nebenstehenden Autos der Familie beschädigt – glücklicherweise nur der Lack, wie der Besitzer berichtet: Erste Glutnester am und unter dem Fahrzeug hätten sich bereits gebildet gehabt: „Nicht auszumalen, was da hätte passieren können.“ Der Mann habe den Brand allerdings noch sofort selbst löschen können. Auch die Kinder seien aufgewacht – doch letztlich ist die Familie zwar mit dem Schaden, aber sonst mit dem Schrecken davongekommen.

Brandstiftung und Randale in Riedlingen

Polizei: Ungewöhnliche Taten für Donauwörth

Wer hinter der Brandstiftung steckt, das gibt den Beamten der Polizeiinspektion Donauwörth bis dato noch Rätsel auf. Für Polizeihauptkommissar Stephan Roßmanith, Sprecher der PI Donauwörth, handelt es sich um für die Kreisstadt „ungewöhnliche“, aber absolut ernst zu nehmende Straftaten. Zwar gebe es ähnliche Taten leider immer wieder in Zusammenhang mit Ereignissen wie den sogenannten „Freinächten“ – aber eben kaum unabhängig davon. Noch dazu befinde sich jene Straße – gelegen zwischen der BRK-Kinderkrippe und dem Tiroler Ring – in einem reinen Siedlungsgebiet „mit hohem Kontrolldruck“, wie es Roßmanith ausdrückt; sprich: Es besteht dort ausreichend Straßenbeleuchtung, die Grundstücke sind für Nachbarn allesamt gut einsehbar.

Was den Beamten nun helfen könnte: Es existieren Videoaufzeichnungen von an verschiedenen Häusern angebrachten Kameras. Darauf sind zwei Männer zu sehen, die zündeln. Details werden derzeit von den Behörden ausgewertet. Roßmanith erklärt, dass solche Aufzeichnungen eine Fahndung durchaus zum Erfolg führen könnten.

An einem Haus im Donauwörther Stadtteil Riedlingen sowie auf einer öffentlichen Grasfläche legten unbekannte Täter in der Nacht zum Montag Feuer. Randaliert wurde auch – ein mobiles WC wurde beispielsweise umgeworfen. Auch vor Kinderspielgeräten machten die Täter nicht halt.
Bild: dz

Auf einem zweiten Grundstück machten die Täter weiter. Hier zerschlitzten sie stellenweise ein Trampolin. „Glücklicherweise haben die Eigentümer das bemerkt, bevor die Kinder darauf herumgesprungen sind.“

Das hätte zu „üblen Verletzungen“ führen können, so der Hauptkommissar. Am oberen Ende der Gaisberg-Straße haben die Täter dann auf einem Rasenstück, welches öffentlicher Grund ist, ein zweites Feuer legen wollen. Doch der Boden und die Sträucher waren hier wohl – Gott sei Dank – zu feucht. Auch ein WC-Häuschen wurde letztlich noch umgeworfen. Dann seien die Täter wohl in Richtung Tiroler Ring/ Steinbergstraße weitergezogen.

Alle fragen sich: Wer steckt dahinter?

Die geschädigten Hausbesitzer sind indessen froh, „dass es laut war“ – denn das Feuer habe sich „blitzschnell“ binnen Sekunden ausgebreitet. Über die Höhe des Sachschaden kann Hauptkommissar Roßmanith derzeit noch nichts Genaues sagen. Die Betroffenen hoffen derweil, dass die Versicherung die Schäden weitgehend übernimmt. Unabhängig davon „macht man sich natürlich Gedanken, wer dahinter steckt“, so die Anwohnerin.

Unterdessen sieht die Polizei keine Anhaltspunkte, dass die Taten in Verbindung mit der Serie von gelockerten Radmuttern im Raum Donauwörth stehen könnte. Die Polizei werde ihre Streifenpräsenz in dem Stadtteil nun weiter erhöhen und „auch mit zivilen Kräften“ im Einsatz sein, sagt Roßmanith. Sämtliche Kollegen seien „sensibilisiert“.

  • Wer Hinweise zum Tathergang geben kann und Beobachtungen gemacht hat, wendet sich bitte an die Polizeiinspektion Donauwörth unter der Telefonnummer 0906/ 706670.

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