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Infrastruktur

01.06.2019

Braucht Buchdorf einen Dorfladen?

Im Oberndorf hat die Kommune das Projekt „Dorfladen“ erfolgreich gestemmt und 2018 eröffnet. Dieser Prozess wurde jetzt in Buchdorf angestoßen.
Bild: Helmut Bissinger (Archivbild)

In der neuen Ortsmitte soll auch ein Geschäft einziehen. Zumindest wird das Projekt auf den Weg gebracht.

Für den Großeinkauf fahren die Buchdorfer nach Kaisheim oder Monheim. Es gibt einen Metzger mit kleinem Laden und einen Getränkehandel im Dorf. Jetzt aber wird in der Gemeinde die Idee diskutiert im neu entstehenden Dorfzentrum einen Dorfladen zu verwirklichen. Im Gemeinderat hat Wolfgang Gröll vom Dorfladen-Netzwerk dazu Überzeugungsarbeit geleistet. Am Ende entschlossen sich die Gemeinderäte in nichtöffentlicher Sitzung dazu, dass Gröll in Buchdorf dieses Projekt auf den Weg bringen soll.

Bereits bei einer Bürgerversammlung im März wurde das Thema Dorfladen von rund 100 Bürgern diskutiert und laut Bürgermeister Georg Vellinger ( CSU) war die Stimmung überwiegend positiv.

Ratschläge vom „Dorfladen-Papst“

Gröll, der bundesweit bereits 200 Dorfläden entwickelt hat und es bis zu 20 pro Jahr eröffnet, erläuterte die Möglichkeiten eines sogenannten Kleinstversorgers. Der Dorfladen verkaufe vor allem regional produzierte Ware und ist ein Treffpunkt im Ort. Wie genau der Laden aussehen soll, sei stark vom jeweiligen Ort abhängig. „Jeder Laden ist anders, nur so kann es auch funktionieren“, sagt Gröll, der gerne mal als Dorfladen-Papst beschrieben wird.

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Dass der Dorfladen längst in modernen Zeiten angekommen ist, zeigte er am Beispiel Farchant, die täglich bis zu 40 Bestellungen online entgegennehmen und zur Abholung bereitstellt.

Gröll versuchte zu überzeugen, dass dank strategisch gut gewählten Partnern wie Edeka der Dorfladen mindestens so gute Preise bieten könnten, wie die Discounter. Zumal die Wegstrecke entfällt. Da er seit mindestens 20 Jahren dieses Geschäft betreibt, zeigte er den Gemeinderäten viele Beispiele, wo der Dorfladen dauerhaft günstigere Preise bieten konnte – beispielsweise bei Butter, Milch oder Honig.

Ein Cafe ist Treffpunkt für die Bürger

Doch ein solcher Laden habe mehrere Funktionen. Er biete Infrastruktur im Ort, ein integriertes Café sei Treffpunkt für die Bürger und ermögliche es älteren Menschen bis ins Alter selbstständig zu bleiben. Der Dorfladen funktioniere als Impuls-Geber. „Der Arzt kommt oder bleibt, weil der Dorfladen Frequenz im Ort beschert“, so seine Analyse. In seinen Augen ist das Konzept kein Draufzahlgeschäft. Allerdings müsse ein individuelles und tragfähiges Konzept für Buchdorf erstellt werden.

Auf Nachfrage von Paula Haunstetter, ob ein Dorfladen nicht bestehende Versorger im Ort Konkurrenz macht, betonte Gröll, dass sich der als Ergänzung niemals als Ersatz verstehe. Es sei wichtig die ansässigen Geschäftsleute mit in den Entstehungsprozess zu integrieren. „Wir haben Dorfläden, da ist der Bäcker im Ort der Projektleiter. Oder Geschäfte, bei denen der Metzger gleich mit eingezogen ist.“ Er betonte: „Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander.“

Sind genügend Kunden vorhanden?

Kritisch sahen die Gemeinderäte, ob denn auch ausreichend Kunden in so einen Laden gehen. „Bei 1800 Einwohnern sehe ich hier kein Problem“, sagte Gröll. Doch es sei vor allem Aufgabe der Mitarbeiter, attraktives Angebot zu schaffen. „Glauben Sie bitte nicht, dass die Leute dann nur beim Dorfladen kaufen. Sie kaufen eben auch dort.“

Nun soll Gröll zunächst eine breit angelegte Umfrage im Ort starten, die den Bedarf an einen Buchdorfer Dorfladen ermitteln soll. Dann kann diskutiert werden, welche Form der Finanzierung und des Betriebes möglich wären. Wie schon in anderen Orten im Landkreis könnte auch hier das genossenschaftliche Modell, bei dem Bürger Anteile erwerben, eine Möglichkeit sein.

Die lästige Standortsuche, wie es in Donauwörth für den Stadtladen der Fall ist, entfällt in Buchdorf. Denn das neue Gebäude baut - wie berichtet - die Kommune Buchdorf.

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