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Donau-Ries

21.03.2020

Bub aus Großsorheim: Offen und lebenslustig mit Downsyndrom

Voller Liebe: Johanna Dreger mit ihrem Sohn Jens
Bild: Cara-Irina Wagner

Plus Am 21. März ist der Welt-Downsyndrom-Tag. Johanna Dreger aus Großsorheim erzählt von ihrem fast dreijährigen Sohn Jens, welcher Downsyndrom hat.

„Jens ist ein offener, lebenslustiger Kerl, der aber auch sehr stur sein kann“, so beschreibt Johanna Dreger ihren Sohn, der am Sonntag drei Jahre alt wird. Wenn Jens irgendwohin kommt, ist eines klar: Die Aufmerksamkeit gehört ihm. Er winkt, lacht und geht offen auf die Menschen zu. „Er hat einfach sehr viel Charme“, erzählt Dreger, die mit ihrem Mann Christian und den Söhnen Jens und Paul in Großsorheim wohnt.

Jens wurde mit Trisomie 21, besser bekannt als Downsyndrom, geboren. Trisomie 21 ist eine Chromosomenstörung, bei der in jeder Zelle das Chromosom 21 drei- anstatt zweimal vorhanden ist. Vor der Geburt ihres Sohnes wussten die Eltern nichts davon. Nach der Entbindung im Krankenhaus in Donauwörth lief Jens dann blau an und musste beatmet werden. Daraufhin wurde der Neugeborene auf eine Kinderstation in einem Krankenhaus in Augsburg verlegt. „Dass Jens das Downsyndrom hat, ist mir erst klar geworden, als ein Arzt zu mir sagte: Sie wissen doch, was ist“, erzählt die Mutter. Damals war ihr die besondere Position der Augen aufgefallen.

Downsyndrom: Für die Familie aus Großsorheim kein Problem

Für Dreger war das Downsyndrom jedoch kein Thema. Durch ihre eigene Mutter, die mit Menschen mit Behinderung arbeitet, war Trisomie 21 für sie ein Begriff. Ihren Mann habe die Behinderung ihres Sohnes aber schon erst mal getroffen, weil alles noch neu für ihn war. Kurz nachdem die Familie nach Hause zurückkehrt war, begann Jens mit der Frühförderung. Mittels regelmäßiger Tests wird der Therapieplan für die Kinder eigens abgestimmt. Durch Physiotherapie und Schwimmtraining kann Jens mittlerweile gut laufen. „Zumindest, wenn er das möchte“, sagt Dreger.

Bub aus Großsorheim: Offen und lebenslustig mit Downsyndrom

Seit vergangenem Jahr hat Jens einen Integrationsplatz im Kindergarten in Großsorheim. „Er ist dort ein Kind unter Vielen“, sagt Dreger. Die Kommunikation fällt ihm noch schwer: Momentan lernt Jens, durch Logopädie besser zu sprechen. Bisher kommuniziert Jens viel mit Gebärden, wobei ihn sein vierjähriger Bruder Paul tatkräftig unterstützt und für ihn dolmetscht.

Geplante Ausstellung am 21. März fällt aus

Unterstützung und Freude findet die zweifache Mutter auch in der Gruppe für Eltern, die Kinder mit Downsyndrom haben, aus dem Landkreis Donau-Ries. Alle sechs Wochen treffen sich die Mütter aus 18 Familien zu einem Stammtisch und tauschen sich über ihre Kinder aus. Zum Welt-Downsyndrom-Tag am 21. März hatte die Elterngruppe eigentlich eine Ausstellung mit Portraitfotos von ihren Familien im Nördlinger Café Samocca geplant. Wegen Corona ist die Ausstellung verschoben, wird aber nachgeholt.

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