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Bürgerentscheid

10.11.2019

Buchdorfer stimmen gegen Vellinger: Das sagen die Parteien

Ortsansicht von Buchdorf mit Schule und Kirche im Hintergrund.
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Ortsansicht von Buchdorf mit Schule und Kirche im Hintergrund.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus 60 Prozent der Wähler entscheiden sich für einen hauptamtlichen Bürgermeister. Damit scheitert der Plan Georg Vellingers weiter Chef im Rathaus zu bleiben

Die Stimmung auf der Wahlparty der PWG Buchdorf könnte besser nicht sein. Die Gaststube im Gasthof Eisenwinter ist brechend voll. Stühle aus dem Nebenzimmer werden hereingetragen. Die Parteifreien haben Grund zu Feiern: Der von ihnen angestoßenen Bürgerentscheid in Buchdorf ist so ausgegangen, wie sie es sich vorgestellt hatten. Das Ziel, dass ein neuer Bürgermeister in der Hauptstraße 94 in Buchdorf einzieht, ist erreicht.

Grund zur Freude hatte die PWG Buchdorf am Sonntagabend bei ihrer Wahlparty: Der Bürgerentscheid ist ganz in ihrem Sinne ausgegangen. 
Bild: Wild

Die Mehrheit der Wähler hat sich dafür ausgesprochen, dass im Rathaus weiterhin ein hauptamtlicher Bürgermeister sitzen soll. 622 von 1032 Wählern haben mit „Ja“ gestimmt, das sind 60 Prozent. Damit ist klar, dass die Amtszeit von Georg Vellinger ( CSU) im kommenden Frühling nach 30 Jahren enden wird. Sein Plan als ehrenamtlicher Bürgermeister weiterzumachen, ist gescheitert.

CSU zeigt sich enttäuscht

„Wir sind von der Deutlichkeit des Ergebnisses überrascht“, sagt der CSU-Fraktionssprecher Georg Reiner junior nachdem das Ergebnis verkündet worden ist. Dass es knapp wird, damit hatten sie gerechnet. Vellinger selbst ist an dem Abend nicht erschienen. Er wurde telefonisch informiert. Die Enttäuschung sei da, sagt Reiner. Und man sieht es ihm an, dass er das Votum der Bürger so nicht erwartet hatte. Er vermutet, dass auch die Krankheit des amtierenden Bürgermeisters die Wähler bewogen habe, entsprechend abzustimmen. Jetzt beginne für die CSU die Suche nach einem Kandidaten.

Buchdorfer stimmen gegen Vellinger: Das sagen die Parteien
1032 von 1454 wahlberechtigten Buchdorfern haben am Sonntag diesen Stimmzettel ausgefüllt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 71 Prozent.
Bild: Wild

Manfred Burkard, zweiter Bürgermeister in Buchdorf, der aktuell die Amtsgeschäfte für den erkrankten Vellinger führt, äußert sich ähnlich: „Das ist ein sehr deutliches, demokratisches Votum. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber das müssen wir akzeptieren“, so das CSU-Mitglied.

Jetzt müssen neue Kandidaten gefunden werden

Freudige Gesichter hingegen bei der PWG. Nachdem das Ergebnis verkündet worden ist und man noch im Pfarrheim zusammensteht, zeigt sich Paula Haunstetter begeistert. „Wir haben sehr lange dafür gekämpft und fühlen uns jetzt sehr bestärkt“, sagt sie. Sie freue sich, dass so viele Buchdorfer am Entscheid ihre Stimme abgegeben haben und vor allem, dass das Ergebnis eindeutig ist. Günther Otto, PWG-Ortsverband-Vorsitzender, ist an diesem Abend ebenfalls mit ins Pfarrheim gekommen. Er wird deutlicher: „Viele Bürger haben es dem Bürgermeister heute zurückgezahlt“, so der ehemalige Gemeinderat. Er hoffe jetzt auf einen Neuanfang in der politischen Arbeit und, dass man in Zukunft über alle Parteien und Gruppierungen hinweg an einer positiven Entwicklung des Dorfes arbeite.

Georg Vellinger wird seine Amtszeit im Frühjahr 2020 beenden müssen.
Bild: Wenzel 

Eine echte Wahl am 15. März

Gegen 20 Uhr, als die letzten TV-Interviews gegeben sind, atmet Ursula Kneißl-Eder von der Frauenliste erst einmal durch. „Ich bin sehr froh über den Ausgang“, sagt sie. „Jetzt steht einer demokratischen Bürgermeisterwahl am 15. März nichts mehr im Weg.“ Alle Parteien und Gruppierungen seien jetzt gefordert, Kandidaten aufzustellen und zu nominieren. „Es wird eine echte und ehrliche Wahl“, ist sie überzeugt.

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