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Monheim

16.01.2020

Bühler: Bis zu 44 Beschäftigte verlieren Job

Drastische Maßnahme bei der Firma Bühler Motor in Monheim: In den kommenden Monaten müssen insgesamt bis zu 44 Mitarbeiter der Stammbelegschaft gehen.
Bild: Wolfgang Widemann (Archivbild)

Plus Für die Betroffenen im Werk von Bühler Motor in Monheim wird ein Sozialplan vereinbart. Mancher Mitarbeiter ist fassungslos.

Nun steht fest: Bei der Firma Bühler Motor in Monheim verlieren bis zu 44 Mitarbeiter aus der Stammbelegschaft ihren Job. Über Wochen hinweg hatten zuvor Arbeitgeberseite und Betriebsrat über einen Sozialplan verhandelt. Ergebnis: Die Betroffenen werden in eine Transfergesellschaft überführt. Zudem bekommen alle Beschäftigten, die entlassen werden, Abfindungen, die sich jeweils nach dem Einkommen und der Betriebszugehörigkeit richten.

Krise der Automobilbranche ist ein Grund

Im Dezember hatte das Management des Automobilzulieferers offiziell bekannt gegeben, dass im Werk in Monheim gravierende Einschnitte stattfinden werden. Gründe dafür seien die Krise der Autoindustrie und der enorme Preisdruck, den die Hersteller auf Bühler derzeit ausüben. Als Konsequenz müsse man einen Teil der Produktion nach Tschechien verlagern. Dort betreibt das Unternehmen in Hradec Kralove ein Werk.

In der Fabrik in Monheim sind momentan gut 370 Personen beschäftigt. Zunächst war die Rede davon gewesen, dass 50 bis 70 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Maßnahmen seien nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und abzusichern.

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Jeder der Entlassenen erhält eine Abfindung

Nachdem am Montag beide Seiten den Sozialplan und den Interessensausgleich unterzeichnet hatten, fand im Betrieb eine außerordentliche Versammlung statt, um die Belegschaft zu informieren. Demnach kommen die Mitarbeiter, die ihre Stelle verlieren, in eine Transfergesellschaft. In dieser können sie zwischen vier und zwölf Monaten bleiben, erhalten weiter einen Großteil ihrer Bezüge und können Qualifizierungen, Schulungen und Fortbildungen absolvieren. Gleichzeitig wird versucht, diese Personen an andere Arbeitgeber zu vermitteln. Ein Beirat, dem Mitglieder des Managements und des Betriebsrats angehören, soll die Maßnahmen begleiten. Unabhängig davon erhält jeder dieser Beschäftigten eine Abfindung. „Wir haben das Ganze so sozial verträglich wie möglich gestaltet“, erklärt Kerstin Jung, Personalchefin der weltweit tätigen Bühler Gruppe, gegenüber unserer Zeitung.

Die Betroffenen wurden am Mittwoch informiert

Von den Entlassungen betroffen seien vor allem angelernte Kräfte, aber auch einige Facharbeiter. Der Personalabbau erfolge „entsprechend der Altersstruktur“. Soll heißen: Er zieht sich durch alle Altersgruppen. Damit seien auch langjährige Mitarbeiter betroffen. Dies sei unvermeidbar, da man die Struktur der Belegschaft wahren wolle, um die Zukunft des Werks zu sichern. Am Mittwoch bat die Geschäftsführung die Ausgewählten zu Gesprächen und überbrachte die schlechte Nachricht.

Die Reaktionen reichten nach Auskunft von Kerstin Jung von totaler Fassungslosigkeit bis hin zur reinen Kenntnisnahme. Einzelne hätten sich bereits nach einem neuen Job umgeschaut und diesen auch bereits zugesichert bekommen.

Durch die Verlagerung nach Tschechien fallen Kerstin Jung zufolge in Monheim insgesamt 69 Arbeitsplätze weg. Ein Teil davon sei von Leiharbeitern besetzt, von denen man sich trennen werde. Zudem rechne man mit natürlicher Fluktuation. Die Personalchefin hofft auch, dass am Ende nicht alle 44 Beschäftigten aus der Stammbelegschaft gehen müssen.

Den Betriebsrat vertrat bei den Verhandlungen Rechtsanwalt Alexander Nerlinger. Dieser erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, es sei bedauerlich, dass die Arbeitsplätze verloren gehen. Die Arbeitgeberseite habe „das Bestmögliche gemacht, um das Ganze abzufedern“.

Die Verlagerung dauert bis Ende August

Die Verlagerung und damit der Stellenabbau beginnt bereits am 1. Februar und soll – so wurde laut Kerstin Jung vereinbart – bis 31. August abgeschlossen sein. Die Belegschaft werde je nach Stand der Maßnahme nach und nach verringert.

Von Monheim aus beliefert Bühler Motor vor allem die Automobilindustrie. Zu den Kunden zählen Volkswagen, Audi, Mercedes-Benz und Porsche. Das Unternehmen stellt unter anderem elektrische Zusatzwasserpumpen, SCR-Pumpen zur Abgasreinigung für Dieselfahrzeuge, Ölpumpen für Antriebe für Start-Stopp-Systeme und Antriebe für Lastverteilergetriebe bei Allradfahrzeugen her.

Außerdem produziert die Fabrik in der Jurastadt komplexe Kunststoffteile.

Erst im Oktober 2018 hatte die Firma in Monheim eine neue Produktionshalle samt Verwaltungstrakt eingeweiht. Damals liefen die Geschäfte noch glänzend und das Werk war voll ausgelastet. Dann aber gerieten die Autohersteller ins Schlingern und die Situation änderte sich gerade für viele Zulieferer zum Negativen.

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