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24.06.2009

Bürgerbegehren soll "fremde" Wasserversorgung verhindern

Marxheim (glori) - Die Diskussion um die Wasserversorgung in Marxheim geht in die nächste Runde. Ein Bürgerbegehren soll nun den Anschluss an die Nürnberger Wasserversorgung verhindern und die Wasserversorgung von Marxheim stattdessen Eigentum der Gemeinde bleiben.

Derzeit werden die Unterschriften dazu gesammelt. Rund 200 sind für das Bürgerbegehren nötig. Gut die Hälfte haben die beiden Initiatoren Ewald Berner und Blasius Reichardt schon zusammen. "Wir merken, wie verärgert die Bürger über die Entscheidung des Gemeinderates sind. Sie wollen ihre Trinkwasser nicht in fremde Hände legen", erklärt Berner. Wie berichtet will die Gemeinde Marxheim das Trinkwasser künftig von den Nürnberger Wasserwerken (WFW) beziehen, die ihr Wasser aus dem Donau-Lechgebiet fördern.

Abhängigkeit von Großkonzern

Doch das will das Bürgerbegehren verhindern. Berner nennt drei Hauptargumente, die dagegen sprechen: "Zum einen begibt sich die Gemeinde in Abhängigkeit eines Großkonzerns, dabei sollte Wasser als Grundnahrungsmittel öffentliches Gut bleiben und darf daher nicht zur Handelsware und auch nicht zum Spielball der Börse werden."

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Punkt zwei bezieht sich auf die Wassergebühren, die sich durch den Anschluss an die WFW ergeben würden. Berner: "Unsere derzeitige Wassergebühr beträgt 65 Cent. Von den Gemeinderäten wird uns vorgegaukelt, dass wir mit der WFW weniger bezahlen müssten, weil die Wasserförderung 'nur' 38 Cent kostet. Jedoch sagt keiner dazu, dass sich unsere derzeitigen 65 Cent aus 13 Cent Wasserförderung und aus Kosten für die Unterhaltung des Leitungsnetzes, Personalkosten et cetera in Höhe von 52 Cent zusammensetzt. Diese 52 Cent würden auch auf die 38 Cent Wasserförderung der WWF drauf kommen. Der Wasserpreis würde also von 65 auf mindestens 90 Cent steigen." Berner ist verärgert: "Das ist doch Leutverdummung!"

Aber auch gesundheitliche Bedenken bringt er an, denn das Wasser der WWF ist gechlort. Die Behörden versichern zwar die Unbedenklichkeit und die Einhaltung der Grenzwerte, aber Berner glaubt nicht daran: "Das Chlor bildet Stoffe, die Stoffe, die Allergien hervor- rufen können und nachgewiesen krebserregend sind."

Berner will mit dem Bürgerbegehren erreichen, dass die Gemeinde Marxheim weiterhin das Ziel einer eigenen Wasserversorgung verfolgt, denn im Osten des Gemeindegebietes stehe der Gemeinde ein enormes Wasserreservoir zur Verfügung, das den Bau eines eigenen Brunnens ermögliche.

200 Unterschriften nötig

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens schätzen, dass sie noch in dieser Woche die benötigten 200 Unterschriften beisammen haben. Dann werden sie einen Termin beim Bürgermeister veranschlagen und ihm ihre Forderungen darlegen.

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