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Daiting

14.02.2020

Bürgerentscheid in Daiting: Solarparks ja oder nein?

Photovoltaikanlagen gibt es in Daiting bislang nur auf Dächern. Am Sonntag stimmen die Bürger darüber ab, ob in der Jura-Gemeinde bald auch Solarparks entstehen dürfen.

Plus Die Bürger entscheiden am Sonntag, ob auf Gemeindegebiet mehrere Freiflächenphotovoltaikanlagen gebaut werden dürfen. Es handelt sich um ein sehr heißes Thema.

Ginge es nach dem Gemeinderat, würde Daiting in den kommenden Jahren auf die Kraft der Sonne setzen. Soll heißen: In der Kommune dürften mehrere große Solarparks gebaut werden. Eine Initiative möchte dies aber verhindern und hat im Herbst ein Bürgerbegehren gestartet. Dieses mündete in einen Bürgerentscheid. Der findet nun am Sonntag, 16. Februar, statt.

„Sind Sie dafür, dass auf dem Gemeindegebiet Daiting keine Freiflächen-Photovoltaikanlagen errichtet werden?“ So lautet die Frage in dem Entscheid. Rund 560 Wahlberechtigte dürfen abstimmen. Das Interesse ist offenbar gewaltig. Über 100 Bewohner, also rund 20 Prozent, haben bereits per Briefwahl ihre Stimme abgegeben, berichtet Bürgermeister Roland Wildfeuer.

Über 200 Personen bei Bürgerversammlung

Am vorigen Wochenende fand eigens eine Bürgerversammlung zu dem Thema statt. Über 200 Personen kamen. Eigentliche sollten die Argumente für und wider die Solarparks ausgetauscht werden, jedoch blieben die Initiatoren des Bürgerbegehrens der Veranstaltung fern. Man hätte sich eine Info-Veranstaltung mit einem neutralen Moderator gewünscht, erklärt Ramona Bigler, Mit-Vertreterin des Bürgerbegehrens. In diesem Punkt habe man sich aber nicht einigen können.

Bürgerentscheid in Daiting: Solarparks ja oder nein?

Die Initiatoren sind nach eigenen Angaben gegen die Solarparks, weil diese „unser Landschaftsbild für die nächsten 30 bis 40 Jahre wesentlich verändern“. Es sollten Dachflächen mit PV-Anlagen bestückt werden. Die Solarpark-Gegner, die 90 Unterschriften für den Bürgerentscheid sammelten, befürchten, dass die Lebensqualität in der Gemeinde gemindert wird. Strom müsse dort produziert werden, wo er gebraucht werde.

Argumente per Wurfzettel

In Daiting werde schon jetzt deutlich mehr Energie erzeugt, als vor Ort verbraucht werde. Ihre Argumente legte die Initiative in persönlichen Gesprächen und per Wurfzettel in die Haushalte dar.

Bürgermeister Wildfeuer stellte bei der Versammlung im Sportheim nochmals das Vorhaben dar. Nach aktuellem Stand könnten auf Daitinger Flur fünf Solarparks mit einer Gesamtfläche von rund 16 Hektar entstehen – drei Anlagen nördlich der Kreisstraße Daiting – Hochfeld und zwei südlich der Straße zwischen Daiting und Buchdorf im Umfeld des Ederhofs. Für vier der Flächen hat die Firma Greenvest Solar bereits Pachtverträge mit den Grundeigentümern geschlossen. Auf einem Acker in der Nähe des Ederhofs würden Ulrich Riedelsheimer und Martin Jung gerne eine genossenschaftlich organisierte Photovoltaikanlage („Bürgersolaranlage“) in die Tat umsetzen.

Gemeinderäte befürworten die Projekte

Grundvoraussetzung für die Projekte ist, dass die ins Auge gefassten Flächen laut EU-Kriterien als „landwirtschaftlich benachteiligtes Gebiet“ eingestuft sind. Damit ist eine Förderung durch den Freistaat Bayern möglich. Die Firma Greenvest Solar würde die Anlagen errichten und sie dann verkaufen. Erster Schritt im Genehmigungsverfahren: Es müssten der Flächennutzungsplan geändert und Bebauungspläne erstellt werden.

Die Räte in Daiting befürworteten dies. Mit den Solarparks könnte nach Ansicht des Gremiums am umweltverträglichsten alternative Energie erzeugt werden, erklärt Wildfeuer. Der Gemeinderat habe den Auftrag, „für unsere Kinder und Enkel da zu sein“.

Man habe jetzt die Möglichkeit, einen nachhaltigen Beitrag zu leisten. Die Flächen lägen nicht in der Schutzzone des Naturparks Altmühltal. Es seien keine schützenswerten Tiere betroffen: „Das ist Natur pur.“ Die Gemeinde (über die Gewerbesteuer) und Bürger (über die Rendite) würden beteiligt.

Aber es gibt auch einen Nachteil

Einziger „Nachteil“ sei, dass man die Solarparks von bestimmten Punkten aus sehen würde. Den Vorwurf, dass Äcker und Wiesen der Lebensmittelproduktion entzogen würden, möchte Wildfeuer nicht gelten lassen. Auf einem Hektar mit Photovoltaik könne so viel Energie erzeugt werden wie auf 100 Hektar Maisfeldern für Biogasanlagen.

Die Pläne in Daiting unterstützt auch die Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer (Grüne). Gerade die Flächen unterhalb des Ederhofs würden sich nach ihrer Meinung sehr gut anbieten.

Das Wahllokal befindet sich im Multifunktionsraum neben dem Dorfladen in Daiting. Es ist von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

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