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Senioren

08.08.2013

Bürgerspital: Umbauten in Millionenhöhe stehen an

Seniorenreferent des Stadtrats fordert eine Grundsatzentscheidung für die Einrichtung und hält Millionen-Investionen für nötig. Momentan hilft eine Erbschaft

Donauwörth Der Donauwörther Stadtrat soll eine „Grundsatzentscheidung“ treffen, das Bürgerspital weiter zu betreiben. Das hat Seniorenreferent Anton Scheller (PWG) in einer Sitzung des Gremiums gefordert. Laut Scheller stößt das Senioren- und Pflegeheim immer mehr an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig stünden Umbauten in Millionenhöhe an. Der Haushalt der Einrichtung für 2013 ist ausgeglichen. Finanzielle Entlastung verschafft der Spitalstiftung eine größere Erbschaft.

Anton Scheller stellte fest, dass das Spital eine „sehr beliebte Einrichtung“ in Donauwörth sei und von den Senioren gerne in Anspruch genommen werde. Der Referent lobte die Mühen der Mitarbeiter, den Bewohnern das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten – obwohl die Finanzsituation schwierig und das Personal durch Erkrankung im Führungsbereich geschwächt sei. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) habe die Qualität der stationären Pflegeeinrichtung erneut geprüft und die Gesamtnote 1,2 verliehen.

Erhebliche Veränderungen nötig

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Scheller hält ein „uneingeschränktes Ja“ zum Erhalt des Spitals für notwendig: „Leider hat der Stadtrat bis heute diesbezüglich keine Entscheidung getroffen.“ Weil sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen bald ändern würden, seien in dem Haus, das in die Jahre gekommen sei, „erhebliche Veränderungen“ erforderlich: „Wir müssen bereits heute daran denken, dass die Unterbringung zum Beispiel in Doppelzimmern nicht mehr qualitätsbezogen beziehungsweise seniorenfreundlich ist.“ Nach Ansicht von Scheller müssten in den kommenden Jahren drei bis fünf Millionen Euro eingeplant werden, um ein zukunftsorientiertes Konzept zu verwirklichen.

Das von der Stadt hinzugezogene Kuratorium Deutsche Altenhilfe (KDA) hebt nach Angaben des Referenten in einem Gutachten die „hervorragende Lage im Zentrum von Donauwörth“ hervor. „Einen besseren Standort kann man sich gar nicht vorstellen“, so das KDA. Es handle sich um einen idealen Wohnort für Senioren und Hilfsbedürftige. Der Grundriss des Komplexes habe das Potenzial für zwei Hausgemeinschaften (Wohngruppen) je Obergeschoss. Das KDA empfiehlt deshalb, das Gebäude umzubauen.

Nach Ansicht von Anton Scheller ist zum einen die Grundsatzentscheidung für das Spital zu treffen. Zum anderen sei zu klären, wie die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden fünf bis zehn Jahren gesichert werden könne und welche Maßnahmen erfolgen müssten, um die Einrichtung zu sichern.

„Man muss analysieren, wie es längerfristig weitergeht“, erklärt Oberbürgermeister Armin Neudert auf Anfrage unserer Zeitung zu dem Thema. Die Situation sei grundsätzlich nicht einfach und könnte schwieriger werden. Es müsse nun geprüft werden, ob der vom KDA vorgeschlagene Weg der richtige sei.

In der Sitzung des Stadtrats nannte es Günter Schwendner (SPD) „traurig, dass solche Einrichtungen Gelder aufnehmen müssen, um über die Runden zu kommen“. Man könne mit dem Spital „sehr zufrieden sein“, meinte Martin Reitinger (Junge Bürger): „Wir planen vorausschauend.“ Die Kommunikation sei gut.

Frau vermacht Bargeld und ein Einfamilienhaus

Aktuell kann sich das Spital über eine Erbschaft freuen. Nach Auskunft von Heimleiterin Brigitte Wießneth vermachte eine Frau der Einrichtung ihr Vermögen. Es handle sich um Bargeld und ein Einfamilienhaus. Der Wert stehe noch nicht fest. Ein Teil der Erbschaft – eine Summe von 100000 Euro – sei im diesjährigen Haushalt berücksichtigt. Das Bürgerspital komme immer wieder in den Genuss von Spenden und Erbschaften, berichtet Brigitte Wießneth. Dies sei ein Zeichen der Verbundenheit der Bevölkerung mit dem Heim.

Heuer werden für das Spital drei sogenannte Niedrigflurbetten angeschafft. Sie können bis zum Boden abgesenkt werden und sollen dazu beitragen, dass demente Bewohner nicht im Bett fixiert werden müssen. Der Speisesaal bekommt neue Möbel.

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