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Harburg

07.05.2019

Bund Naturschutz gegen Pläne für „Grünes Zentrum“

Dieser Acker an der B25 bei Ebermergen (im Hintergrund: Harburg) soll zu einem Baugebiet für das „Grüne Zentrum“ werden.
Bild: Wolfgang Widemann

Naturschützer lehnen Standort an der B25 bei Ebermergen strikt ab. Warum die Harburger Stadträte diese Haltung nicht nachvollziehen können.

Der Bund Naturschutz lehnt den Standort für das sogenannte „Grüne Zentrum“ an der B25 bei Ebermergen strikt ab. Dies machte die Organisation im Rahmen des Verfahrens deutlich, mit dem die Stadt Harburg die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau des Zentrums schaffen will.

Bekanntlich wollen in einem ersten Schritt der Maschinenring Donau-Ries (bislang in Asbach-Bäumenheim und Nördlingen), die Waldbesitzervereinigung (WBV) Nordschwaben (Sitz: Kaisheim) und der Landschaftspflegeverband Donau-Ries (in Harburg) künftig unter einem Dach arbeiten. Der Bayerische Bauernverband (BBV), der seine Kreisgeschäftsstelle aktuell in Donauwörth-Riedlingen betreibt, will sich ebenfalls der Initiative anschließen, kann dies wegen eines mittelfristigen Mietvertrags aber wohl erst in ein paar Jahren verwirklichen.

Ein Acker zwischen Bundesstraße und Bahnstrecke

Maschinenring und WBV haben für das Projekt ein Grundstück auserkoren, das sich nördlich des Gewerbegebiets Ebermergen befindet. Es handelt sich um einen Acker, der zwischen Bundesstraße und Bahnstrecke liegt.

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Um den Bau zu ermöglichen, muss die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen und den Flächennutzungsplan ändern. In einer ersten Runde wurden nun Behörden und Organisationen um Stellungnahmen gebeten – auch der Bund Naturschutz (BN). Von diesem ging folgende Stellungnahme ein: Der BN schreibt, er setze sich stetig für die Kooperation und gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Behörden und Naturschutz ein. Das „Grüne Zentrum“ führe jedoch „zur einseitigen Bündelung von Interessengruppen“. Wie auch von landwirtschaftlichen Verbänden gefordert, habe für den BN die Vermeidung von Flächenverbrauch und Versiegelung von Böden sowie der schonende Umgang mit Ressourcen oberste Priorität. Dies alles sei mit einem Neubau auf Ackerland nicht vereinbar. Außerdem werde durch die Zersiedelung das Landschaftsbild beeinträchtigt. Der BN lehnt das vorliegenden Konzept ab und fordert stattdessen „eine Neuausrichtung der Planung auf bereits bebaute Bestandsflächen“.

Stadtrat: Keine einseitige Bündelung

Die Mitglieder des Stadtrats nahmen die Stellungnahme sichtlich verwundert zur Kenntnis – und würdigte sie so: Man könne nicht nachvollziehen, dass es sich um eine einseitige Bündelung von Interessengruppen handle. Grund: Es sei nicht verbindlich und abschließend vorgegeben, welche Institutionen sich in dem Zentrum ansiedeln werden.

Gerade die Ansiedlung verschiedener Ämter, Verbände und Vereinigungen schonten Ressourcen, so die Ansicht der Räte. Es finde eine räumliche Bündelung statt und es werde ein „bereits deutlich vorbelasteter Standort“ genutzt. Der liege an Hauptverkehrsachsen, werde intensiv bewirtschaftet und habe eine geringe naturschutzfachliche Wertigkeit.

Landschaftsbild bereits „merklich beeinflusst“

Das Landschaftsbild seit in dem Bereich auch im weiteren Umfeld bereits „merklich beeinflusst“ durch Wohnsiedlungen, das Gewerbegebiet, das Märker-Zementwerk, die B25 und die Bahnstrecke. Das Fazit der Stadträte: Sie sehen keine Veranlassung, neu zu planen und den Standort zu wechseln.

Weiteres Thema in Zusammenhang mit dem „Grünen Zentrum“ war die ins Auge gefasste ökologische Ausgleichsfläche: Eine Wiese westlich von Mauren soll künftig extensiv bewirtschaftet werden.

Altlasten im Boden von Ausgleichsfläche bei Mauren?

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth merkte an, hier handle es sich laut Altlastenkataster um eine Verdachtsfläche. Sprich: Im Untergrund der Wiese könnten Altlasten lagern. Die Behörde regt eine Untersuchung des Bodens an. Näheres über den Bereich sei nicht bekannt.

Die Räte sahen keine Veranlassung, hier tätig zu werden. Bürgermeister Wolfgang Kilian sagte, im Raum Mauren seien diverse alte Deponien schon einmal untersucht worden. Als solche sei der genannte Standort nicht bekannt. Manfred Schick (Liste Mauren) pflichtete bei: „Ich bin über 50 Jahre alt und weiß nicht, dass dort eine Deponie war.“ Einzig Claudia Müller (SPD) sprach sich dafür aus, zu klären, ob beziehungsweise welche Altlasten dort zu finden sind.

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