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09.06.2009

Bund Naturschutz will Straßenausbau verhindern

Tapfheim (dz) - Die Kreisgruppen Donau-Ries und Dillingen des Bundes Naturschutz (BN) haben den Schulterschluss im Kampf gegen den Ausbau der Ortsverbindungsstraße zwischen Donaumünster/Erlingshofen und Pfaffenhofen im Donauried vereinbart. Selbst ein Rechtsstreit bis zum Europäischen Gerichtshof will die Organisation nicht ausschließen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Die beiden Kreisvorsitzenden Rudolf Schubert und Dieter Leippert sind sich einig, dass das Donauried keine weiteren Verschlechterungen mehr erfahren dürfe. Leippert verweist darauf, dass das Donautal mit seiner Auen- und Riedlandschaft die bedeutendste europäische Ost-West-Wanderachse für wild lebende Tiere und Pflanzen darstelle. Für einen nachhaltigen Artenschutz sei es unerlässlich, dass diese Wanderachsenfunktion des Donautales deutlich verbessert werde. Der Neubau beziehungsweise Ausbau von Straßen würde diesen Bemühungen völlig entgegenstehen.

Beispielsweise stelle eine Straße für Erdkröten eine lebensbedrohende Barriere dar. Untersuchungen hätten gezeigt, dass in ungünstigen Fällen durch den Bau einer einzigen Straße die gesamte Laichpopulation eines Gewässers innerhalb von vier bis sechs Jahren ausgelöscht werden könne. Wie stark die Auswirkungen seien, hänge von der Ausgestaltung und Breite einer Straße sowie vom Verkehrsaufkommen ab. Deshalb werde durch den Ausbau einer bestehenden Straße die Barriere-Wirkung auf wandernde Tiere grundsätzlich verstärkt.

Für den Vorsitzenden der BN-Ortsgruppe Tapfheim, Alexander Helber, wäre es skandalös, wenn die Landkreise Dillingen und Donau-Ries dem Ausbau der Straße zustimmen: "Denn immerhin zahlt Europa für dieses Gebiet Naturschutzfördergelder in Millionenhöhe. Somit fördert die Regierung von Schwaben nicht nur den unnötigen Ausbau einer Straße, sondern macht auch noch europäisch finanzierte Naturschutzbemühungen zunichte.

Bund Naturschutz will Straßenausbau verhindern

Der Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Buttenwiesen, Gernot Hartwig, merkt an, dass der Bürgermeister von Buttenwiesen kürzlich in der Öffentlichkeit die wirklichen Gründe des Ausbaus zugegeben habe. Der solle nur wegen der Fördergelder erfolgen. Somit ist er laut Hartwig verkehrsbedingt nicht erforderlich.

Der BN-Vertreter hofft, dass die Kreisräte dem Projekt nicht zustimmen, zumal die Unterhaltslast und spätere Sanierungen dann der Landkreis zu tragen hätte. Zur Lösung des Radfahrer-Problems böten sich mehrere vorhandene und gut ausgebaute Wirtschaftswege an.

Die beiden Kreisvorsitzenden Schubert und Leippert wollten die Zuversicht von Hartwig nicht teilen und beantragten deshalb vorsorglich bei ihren Vorstandschaften die Bereitstellung von Geld für einen etwaigen Rechtsstreit. "Wir fordern, dass die vorhandene Straße zwischen Pfaffenhofen und Donaumünster/Erlingshofen lediglich saniert und für dieses Gebiet ein Radwegekonzept erstellt wird.

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