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Gericht

17.11.2017

Chauffeur für Drogengeschäfte

Junger Mann aus dem Raum Harburg wird verurteilt

Ein junger Mann aus dem Raum Harburg, der in Drogengeschäfte verwickelt war, die wohl im vergangenen Jahr in Nördlingen über die Bühne gingen, hat sich nun vor dem Amtsgericht verantworten müssen. In der Verhandlung kam der 21-Jährige mit einem blauen Auge davon.

Die Staatsanwältin warf dem Angeklagten vor, zusammen mit einem Kumpel mindestens 14-mal bei einem Unbekannten in Nördlingen jeweils 50 Gramm Marihuana gekauft zu haben. Bei einer Durchsuchungsaktion im Sommer 2017 fanden Polizisten in der Wohnung des 21-Jährigen zwölf Gramm des Stoffs.

Vor Gericht widersprach der Mann dem Vorwurf, er habe das Rauschgift mit besorgt. Er habe seinen Bekannten, der keinen Führerschein besitzt, lediglich nach Nördlingen gefahren. Dort sei der Freund jedes Mal verschwunden und habe den Stoff organisiert. Der 21-Jährige beteuerte, er habe von dem Marihuana lediglich manchmal einen Teil abbekommen, den er dann selbst konsumiert habe.

Die Staatsanwältin glaubte dieser Version nicht. Sie forderte eine Woche Arrest und 40 Stunden gemeinnützige Arbeit. Jugendrichter Andreas Krug ging aber davon aus, dass der bislang Unbescholtene die Wahrheit sagte. Deshalb verurteilte er ihn nur wegen Beihilfe zum Handeltreiben – sowie wegen Besitzes – von Betäubungsmitteln. Die Strafe: 80 Stunden gemeinnützige Arbeit, die Teilnahme an einer Suchtberatung und ein Jahr lang unangemeldete Urinkontrollen, die der Verurteilte selbst bezahlen muss.

Staatsanwaltschaft fordert viel Geld

Auch in anderer Hinsicht kam der 21-Jährige, der keinen Verteidiger hatte, glimpflich davon. Die Staatsanwältin beantragte auch, bei dem Mann eine Ersatzleistung für den Wert der gesamten 700 Gramm Marihuana einzuziehen. Dies hätte einen Betrag von über 5000 Euro bedeutet. Richter Krug reduzierte diese Summe auf etwa 900 Euro, da sich der Angeklagte zum einen nur der Beihilfe schuldig gemacht habe, zum anderen sich nur ab und zu etwas abgezweigt habe.

Der 21-Jährige nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an. Ob die Staatsanwaltschaft die Entscheidung des Richters akzeptiert, ist noch offen. (wwi)

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