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Landkreis Donau-Ries

22.04.2020

Corona: Das sind die Folgen für den Tourismus

Auch wegen der Wanderwege – das Bild entstand nahe des Mähhorns bei Husheim – kommen jedes Jahr viele Touristen in der Region. Die Beherbergungsbetriebe machen derzeit wegen der Corona-Bestimmungen aber eine harte Zeit durch.
Bild: Denger

Plus Im Landkreis bleiben fast alle Beherbergungsbetriebe geschlossen. Nach einem Jahr mit Topzahlen kommt nun der Absturz. Wie Verantwortliche mit der Situation umgehen.

Sie sind seit Wochen leer: die 1083 Gästebetten in Donauwörth. Und sie werden weiterhin leer bleiben. „Das ist eine bittere Zeit für uns alle“, sagt Ulrike Steger und spricht damit allen Hotel- und Pensionsbetreibern in der Großen Kreisstadt aus dem Herzen.

Die Chefin der Tourist-Information der Stadt Donauwörth will nicht so sehr über die Auswirkungen der Corona-Krise sprechen, sondern richtet den Blick in die Zukunft.

Einige versuchen Schadensbegrenzung durch Lieferangebote

„Wir versuchen, unsere Hoteliers und Gaststättenbetreiber aktuell immer mit den neuesten Informationen zu versorgen“, berichtet Steger. Der Allgäu-Schwäbische Tourismusverband versorgte sie laufend mit Nachrichten. Diese würde sie dann gleich weiterleiten. Einige Gastronomen versuchten mit einem Abhol- und Lieferservice eine Schadensbegrenzung.

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Eigentlich will sie es gar nicht so groß aufhängen, doch insgeheim sei man in Donauwörth stolz, wenn man das vergangene Jahr betrachtet. Da habe man so hohe Übernachtungszahlen wie noch nie gehabt, verrät Steger. „Das interessiert angesichts der Krise derzeit aber natürlich niemand“, ist sie sich der Situation bewusst. Die Zeit soll aber genutzt werden. Schon weit vor der Pandemie sei ein Online-Buchungssystem eingeführt werden. Es soll auch freie Kapazitäten von kleineren Beherbergungsbetrieben und Pensionen aufzeigen. Nun wolle man dieses System zum Laufen bringen.

Donauwörther Maimarkt fällt ins Wasser

Ins Wasser fällt mit dem Maimarkt die traditionelle Tourismus-Saisoneröffnung in Donauwörth. Alles sei bereits vorbereitet gewesen, doch man werde vieles auf kommendes Jahr verschieben können. Auch das Motto „Tradition und Bräuche in Donauwörth“ werde 2021 übernommen. Das Tourismus-Magazin, das jedes Jahr erscheint, will Steger im Sommer mit aktuellen Terminen für 2021 auf den Markt bringen. Derzeit arbeitet sie im Homeoffice daran. Ihre Hoffnung ist, dass „die Menschen sich zunächst wieder mehr auf den Deutschland-Tourismus konzentrieren“. Gerade für Wochenend-Aufenthalte habe man Programme geschnürt. Hinter den Kulissen sei die Tourist-Information „voll am Arbeiten“. Jedenfalls stehe man bereit, „wenn es wieder losgeht“.

Steger hofft, dass der Tourismus bald wieder in Schwung kommt. Bis September jedenfalls habe sie bereits die Stadtführer eingeteilt. „Vielleicht kann man mit kleinen Gruppen starten“, meint die Tourismus-Chefin.

In Nördlingen hatte sich ein gutes Tourismus-Jahr angedeutet

In Nördlingen war man mit einem 40-prozentigen Zuwachs bei den Übernachtungen ins Jahr gestartet, hatte sogar den besten Februar aller Zeiten, doch dann hat dieser Aufschwung ein jähes Ende gefunden. „Es hatte sich ein gutes Jahr angedeutet“, sagt David Wittner, der in der Ries-Metropole noch für den Tourismus zuständig ist und ab 1. Mai Oberbürgermeister sein wird. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf das neue Hotel Ibis Styles in Nördlingen, das mit seinen 104 Doppelzimmern gerade mal vier Tage geöffnet hatte, ehe es wegen der Corona-Pandemie schließen musste. Wittner musste bis dato alle Führungen absagen, die Museen sind geschlossen. Emotional und wirtschaftlich sei es ein harter Schlag.

Besteigung des Turms Daniel ist für Nördlingen elementar

Nichtsdestotrotz hat Wittner mit seinen Mitarbeitern bereits ein Zukunftsszenario aufgestellt. Er hofft, dass es bald wieder Stadtführungen geben werde. Die beengte Situation im Daniel macht ihm aber noch Sorgen. Eine Turmbesteigung sei aber für Nördlingen elementar. Dass Menschen einen Mund-und Nasenschutz tragen ist in Nördlingen nicht gänzlich neu, hat man dort doch auch einen stark ausgeprägten internationalen Tourismus. Und gerade von Besuchern aus Fernost sei man diesen Anblick gewohnt. Wittner setzt darauf, dass sich die Besucher aus dem Inland bald wieder in Nördlingen einstellen werden. Was die internationalen Gäste anbelangt, die zuletzt immerhin 20 bis 25 Prozent ausmachten, zeigt sich David Wittner zurückhaltend. Um dieses Niveau wieder zu erreichen, würde wohl eine längere Erholungsphase notwendig werden.

Hoffnung in Wemding auf regionalen Tourismus

Stark betroffen sind auch die Hotels in Wemding. Bürgermeister Martin Drexler versucht, der misslichen Situation etwas Gutes abzugewinnen. Er drängt einerseits darauf, dass es auch in diesem Bereich Lockerungen geben müsse, andererseits ist er überzeugt, „dass sich die Menschen danach auf die Schönheiten unserer Region konzentrieren werden“. Der Waldsee und die anderen Angebote in der Wallfahrtsstadt seien ideal, um den Tourismus wieder anzukurbeln. Drexler glaubt, dass sich die Menschen verstärkt an regionalen Sehenswürdigkeiten und Gelegenheiten zum Relaxen erfreuen würden. Als Beispiel nennt Drexler ein Leader-Projekt: den Wallfahrer-Wanderweg, der in Wemding endet und von hier dann in die Diözese Augsburg weitergeführt werden soll.

„Wir bekommen viele Anfragen“, berichtet Stadt-Aktivmanager Peter Ferber in Monheim. Er hat festgestellt, „dass die Menschen jetzt schon die Zeit nach der Pandemie planen“. Die Monheimer Alb sei in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Der Wohnmobil-Stellplatz bei der Stadthalle in der Jurastadt sei immer gut belegt gewesen, weil sich die Stadt als idealer Ausgangspunkt für Ausflüge ins Altmühltal, ins Ries oder ins Fränkische Seenland erwiesen habe. Allein für die Wanderwege des Ferienlandes in Tagmersheim, Rögling, Wolferstadt, Otting und Huisheim habe die Tourist-Information im Schindlerhaus in Monheim (derzeit geschlossen) im vergangenen Jahr 600 Anfragen registriert.

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