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Landkreis Donau-Ries

20.04.2020

Corona-Pandemie: Wann ist endlich wieder Schule?

Die Abiturientin Mara Roßkopf darf ab kommendem Montag wieder in die Schule gehen. Bisher hat sie von zu Hause für ihr Abitur gelernt.
Bild: Roßkopf

Plus Ab der kommenden Woche sollen die Schulen in Bayern wieder teilweise geöffnet werden. Wie eine Abiturientin, eine Achtklässlerin und eine Grundschülerin mit dieser besonderen Situation umgehen.

Endlich wieder Schule für die einen, wohl noch langes Warten auf den Alltag für die anderen. Wie geht es den Schülern in der Region? Wir haben drei Jugendliche besucht, die alle vor ihrer eigenen Herausforderung stehen.

Die Abiturientin freut sich, wieder in die Schule zu dürfen

Mara Roßkopf aus Monheim ist glücklich, dass sie wieder in die Schule darf. Am 27. April sind Abschlussklassen wieder im Unterricht. Das hat die Bayerische Staatsregierung beschlossen. Für Mara eine gute Nachricht, denn sie ist Abiturientin am Gymnasium Donauwörth. Gleich am Freitag hat sie einen Brief erhalten. Schulleiter Karl Auinger schreibt darin, dass auch eventuell ein zeitlich versetzter Schulbeginn oder Schichtbetrieb notwendig werden könne.

Mara ist erleichtert: „Ich bin wirklich froh, dass ich vor dem Abitur mit den Lehrern Aufgaben besprechen kann.“ Am 20. Mai soll sie ihr Abitur schreiben – so ist bisher der Plan. Für ihre Prüfungen lernt Mara seit Beginn der Osterferien. Den Unterrichtsstoff erhielt sie per Mail oder über eine digitale Unterrichtsplattform.

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Bisher hatte sie dann noch mit Freunden in Videochats gemeinsam Mathe gebüffelt. „Ein bisschen komisch, so ohne Lehrer“, sagt Mara. Die Lehrer standen für Fragen telefonisch zur Verfügung oder korrigierten Prüfungsaufgaben. Schwieriger war es bei ihrem Abiturfach Sport. Die Monheimerin hat Schwimmen und Volleyball ausgewählt, was sie momentan nicht trainieren kann. „Jeder ist gerade noch auf sich alleine gestellt“, sagt die 18-Jährige.

Gespannt, wie der Unterricht im Gymnasium nun läuft

Ab nächster Woche geht es für Mara wieder ins Gymnasium: „Ich freue mich, wenn ich meine Mitschüler wieder sehen kann, aber ich bin gespannt, wie der Unterricht ablaufen wird.“ Ihre Freunde vermisst sie besonders am Wochenende, doch online über WhatsApp, Facetime und Co. halten sie Kontakt.

Ob nun alles läuft, wie geplant, weiß Mara natürlich nicht. Corona hat alles verändert, auch für sie persönlich, denn ihre Reisepläne nach dem Abitur fallen ebenfalls ins Wasser. Eigentlich war von der Jahrgangsstufe eine Abifahrt nach Kroatien geplant. Zusammen mit einer Freundin wollte Mara danach für dreieinhalb Wochen nach Thailand reisen – alles nicht möglich.

Und auch ihr weiterer Werdegang ist noch ungewiss: Im Wintersemester will sie an der Uni Augsburg Grundschullehramt studieren, doch die Bewerbungsfristen dafür wurden verschoben.

Die Achtklässlerin vermisst ihre Freunde

Noch nicht zurück in die Schule darf Chiara Göttler aus Harburg. Für die Achtklässlerin der Anton-Jaumann-Realschule in Wemding gibt es noch nicht einmal einen Termin. Aber für sie ist klar: Sie würde lieber wieder Unterricht in einem Klassenzimmer haben: „Zu Hause zu lernen ist auch gut, aber es ist immer das Gleiche“, sagt die 13-Jährige. Sie vermisst es, mit Freunden in den Pausen zu reden und ihre Lehrer um Hilfe fragen zu können. Abends hat Chiara in letzter Zeit öfters mit Freundinnen per Videochat telefoniert, um sich mit ihnen zumindest online austauschen zu können. Der Unterricht in der Realschule läuft ebenfalls über ein Onlineportal, und ihre Lehrerin steht per E-Mail für Nachfragen bereit. Zu Hause lernt Chiara meist mit ihrer jüngeren Schwester und fragt bei Unklarheiten ihre Eltern – die derzeit ebenfalls von zu Hause aus arbeiten.

Es ist noch nicht klar, wann Chiara Göttler wieder zur Schule darf. Die Achtklässlerin bearbeitet ihre Aufgaben so lange am Esstisch zu Hause.
Bild: Roßkopf

Wann die Klausuren nachgeholt werden, ist unklar

Von morgens bis zum Mittagessen sitzen die zwei Schwestern am Esstisch und arbeiten an ihren Aufgaben, wie Texte durchlesen, Arbeitsblätter bearbeiten und Hausaufgaben erledigen. Manchmal kann die Schülerin ihre Aufgaben an die Lehrkräfte zurückschicken und korrigieren lassen, aber vieles hat sich angesammelt, was zusammen erst wieder in der Schule besprochen werden soll.

„Momentan habe ich eher weniger Arbeit“, sagt Chiara. Auf Klausuren muss sie nicht lernen, sondern größtenteils die Aufgaben für ihre Hauptfächer Mathe, Deutsch und Betriebswirtschaftslehre erledigen. In den vergangenen Wochen hätte die Achtklässlerin eigentlich drei Klausuren gehabt, aber wann diese nachgeholt werden, steht in den Sternen – wie so vieles in Sachen Unterricht.

Donauwörth: Grundschullehrer beantwortet Fragen per Mail

Amelie aus Donauwörth muss sich wohl noch ziemlich lange gedulden. Als Grundschülerin wird sie wohl eine der letzten sein, die wieder im klassischen Unterricht sitzen werden. Doch sie wartet schon jetzt darauf: „Ich vermisse es, neue Sachen zu lernen“, sagt Amelie, die in die dritte Klasse geht. Die Aufgaben, die sie von ihrer Lehrerin via E-Mail erhält, erledigt die fleißige Schülerin flott. Sie erzählt stolz, dass sie die Aufgaben meist schneller als die meisten ihrer Mitschüler löse. Amelies Eltern, die beide von zu Hause arbeiten, kontrollieren die Aufgaben ihrer Tochter, aber auch die Lehrerin beantwortet Fragen über Mails. Über eine App, die von der Grundschullehrerin empfohlen wurde, kann sich die Schülerin zusätzliche Aufgaben heraussuchen, um noch mehr Lernstoff zu bearbeiten.

Der Alltag sieht für die Achtjährige ohne Schule ganz anders aus: Morgens nach dem Aufstehen und Anziehen spielt sie mit ihren jüngeren Brüdern, die ja nun auch zu Hause sind. An ihrem Schreibtisch oder im Esszimmer lernt Amelie und macht die zugeschickten Aufgaben, die ihre Eltern ihr ausgedruckt haben. Dazu kommt eine Frühstückspause und mit dem Mittagessen ist der Schultag zu Hause dann meist beendet. Es bleibt also viel Freizeit.

Das Beste aus der Situation machen

„Ich vermisse meine Lehrerin“, sagt Amelie. Mit einem Klassenkameraden schreibt sie Briefe und mit einer Freundin sieht sie sich per Videochat. Doch, sagt sie, sie würde gerne bald wieder zur Schule gehen, aber natürlich mit Mundschutz, Abstand und anderen Regelungen.

Wie es mit dem laufenden Schuljahr weitergeht, ist auch für Amelie und ihre Eltern noch unklar. Die berufstätige Mutter der Grundschülerin meint zur Entscheidung der Staatsregierung: „Ich habe damit ehrlich gesagt schon gerechnet. Mein Mann und ich organisieren uns weiter gut und versuchen einfach, das Beste aus der Situation zu machen.“

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