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Corona und Schule: Mangelhafte ministerielle Hausaufgaben

Kommentar Von Thomas Hilgendorf
27.10.2020

Plus Von den Schülern wird während der Corona-Pandemie seitens des Kultusministeriums ein Funktionieren erwartet. Ein Anspruch, den es selbst derzeit nur mangelhaft erfüllt.

Nein, Herr Piazolo – das war keine überzeugende Vorstellung bei der Pressekonferenz des Kultusministers gestern in München. Die hiesigen Schulleiter wissen nun wohl um keinen Deut besser Bescheid als zuvor. Ob Schulen in den Wechselunterricht gehen (müssen), dieser Schwarze Peter wird sprichwörtlich weitergegeben: an die Landkreise, von dort an die Schulen. Es geht so weit, dass die Lehrer mit dem Zollstock durch sämtliche Klassenräume hetzen und Abstände messen. Im Kreis Donau-Ries sind die Schulen jetzt zumeist im Wechselunterricht – in den Nachbarlandkreisen Augsburg und Neuburg bleibt man bei ähnlichen Corona-Zahlen beim Präsenzunterricht. Dass man künftig gerechtere und gangbarere Wege geht, dazu gab es auch gestern in München keine konkrete Antwort.

Entscheidungsträger an der Basis werden alleine gelassen

Letztlich lässt man die Entscheidungsträger an der Basis alleine. „Zielgenau agieren“ solle man, sagt Piazolo – gleiche Zahlenwerte sollen gleich behandelt werden. Man müsse sich halt besser abstimmen. Aber: Wer mit wem? Die Landräte, Schulämter, Schulleiter?

Es ist indessen offensichtlich, dass die Mühlen der Bürokratie im Kultusministerium zu langsam mahlen. Luftreiniger gelten seit dem Frühsommer als probates Mittel zur Einhaltung besserer Lufthygiene in geschlossenen Räumen. Man hat den Sommer über Zeit gehabt, sie anzuschaffen. Doch man sucht sie vergebens in den Schulen. Erst Anfang dieser Woche trudelten Informationen dazu in den Schulen des Kreises ein. In Schulen, wo die Fenster zu öffnen sind, gibt es wohl kaum eine Chance auf solche Geräte, vulgo: Dort, wo den Winter über gefroren werden kann, braucht man die Dinger nicht. Beispiel zwei: In Italien bestellten die Behörden im Sommer zigtausende Einzeltische für die Schüler. Was ist bei uns geschehen? Parallel zu diesen Versäumnissen traten Politiker unterschiedlicher Couleur in den vergangenen Wochen teils in paternalistischem Ton gegenüber den ohnehin oft vielfach geplagten Bürgern auf. Vom „Schuss vor den Bug“ war da beispielsweise die Rede, der Lockdown stets als Damoklesschwert. Was soll diese Art des bevormundenden Redens in einem freiheitlichen Rechtsstaat?

Im Sommer hat sich in Sachen Material für die Schulen nichts getan

Den Sommer über hat sich hingegen bei der Beschaffung von hygienetechnisch sinnvollem Material für die Schulen schier nichts getan. Unterdessen wurde von den Schulen verlangt, Expertenkonzepte zu schreiben – um dann hopplahopp Weisungen zu geben, die Eltern, Lehrer und Kinder zusätzlich belasten. Des Weiteren ist bislang noch nichts davon zu hören, dass sich Lehrpläne und Leistungsnachweise an die Lage anpassen. Von den Kindern und Jugendlichen wird seitens des Kultusministeriums ein Funktionieren wie eh und je erwartet. Ein Anspruch, den es selbst bislang nur mangelhaft erfüllt.

Lesen Sie den Artikel zum Kommentar: Corona: Reicht Durchlüften in den Schulen im Donau-Reis-Kreis aus?

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