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Osteuropäische Kulturtage I

11.11.2014

Das Auge, ein Instrument des Denkens

Gabriele Fischer, Leiterin des Bildungszentrums und Organisatorin der Kulturtage bei Kolping, eröffnete die Ausstellung von Fotograf Stefan Sisulak.
Bild: Barbara Sagel

Der Donauwörther Fotograf Stefan Sisulak hat sich auf die Spuren von Ossip Mandelstam begeben

Fern im Dunst erhebt sich gewaltig der Berg Ararat. Kondenswolken schweben über dem Krater. Im Vordergrund ein Mann, auf kargem Grund sitzend, er lächelt in die Kamera. Er ist hier, er ist jetzt, er sieht den Fotografen. Der Fotograf sieht ihn. Der Fotograf ist Stefan Sisulak. Die Begegnung ist, für immer auf Papier gebannt, derzeit im Kolping-Bildungszentrum zu sehen.

Stefan Sisulak stellt im Rahmen der 20. Osteuropäischen Kulturtage aus: „Bilder zu den Orten – auf den Spuren Ossip Mandelstams“. Der Fotograf sieht den Mann, den lächelnden Menschen, er sieht aber auch den „armenischen Berg“ auf türkischem Gebiet, er sieht die Geschichte, sieht einen der Orte, die der russische Dichter Ossip Mandelstam bereist hat – Armenien. Er sieht den Ort, der Mandelstam zu dem Buch „Reise nach Armenien“ inspiriert hat und zu der Aussage „…dass das Auge ein Instrument des Denkens ist, dass das Licht eine Kraft und dass das Ornament Gedanke ist.“

In diesem Bild, diesem Foto des weit gereisten Donauwörther Fotografen wird alles deutlich: das Denken, die Kraft, der Gedanke; wird für den Moment etwas greifbar, das auf Dauer flüchtig ist und doch immer gesucht wird. „Nomade des Sehens“, so nennt Gabriele Fischer, Leiterin des Bildungszentrums und Organisatorin der Kulturtage bei Kolping, den in Bratislava geborenen Sisulak, der im Laufe der Jahre zahlreiche Veranstaltungsreihen zu Osteuropa im Kolping-Bildungszentrum fotografisch begleitet und bereichert hat. Diesmal war der langjährige Bildredakteur der Donauwörther Zeitung – neben Armenien – nach Warschau gereist, an den Geburtsort Mandelstams, nach St. Petersburg, in die Wahlheimat des Dichters. Er besuchte auf den Wegen Mandelstams auch Viborg an der Grenze zu Finnland, Tiflis und Batumi in Georgien sowie schließlich Wladiwostok, den süd-östlichsten Zipfel Russlands, wo Ossip Mandelstam – vom stalinistischen Regime zu Lagerhaft verurteilt – 1938 in einem Transitlager starb. Stefan Sisulak entdeckt und zeigt neben den Spuren Ossip Mandelstams, den Orten des Dichters, den Geheimnissen der Vergangenheit, wie immer auch die Lichtblicke der Gegenwart, den Zauber und den Charme des Menschlichen.

Die Ausstellung „Bilder zu den Orten – auf den Spuren Ossip Mandelstams“ von Stefan Sisulak ist bis zum 19. Dezember, Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr im „Wintergarten“ des Kolping-Bildungszentrums im Donauwörther Ried zu sehen.

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