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03.06.2009

Das Boot der Hoffnung

Wemding (ati) - Es war ein buntes Programm, mit dem das KunstMuseum Donau-Ries den internationalen Museumstag 2009 beging. Ein buntes Programm, ein heiteres Programm. Gleichzeitig ein zum Nachdenken anregendes Programm, ein durchaus politisches Programm. Alles zusammen, geht das? Es geht, wenn man sich darauf einlässt.

Eröffnet wurde der Museumstag im KunstMuseum Donau-Ries mit der Vorstellung des Kunstprojektes "Boot der Hoffnung" der Künstlerin Gisela Drescher. Aus einem 500 Jahre alten Lindenstamm hat sie ein archaisch anmutendes Boot geschnitzt, das sie auf die Reise geschickt hat, um Hoffnung einzusammeln. In Form von Kerzentropfen können nämlich die Besucher des Bootes ihre persönlichen Hoffnungen und Wünsche ins Boot hineintropfen lassen. Axel Tangerding von der Tangerding-Stiftung stellte das Projekt vor. Er verzichtete auf eine Laudatio der Künstlerin und verwies auf die Wurzeln des Projektes. Es sind dies die Bilder von Menschen in lebensgefährlich überfüllten Booten, in Flüchtlingsbooten.

Das Boot der Hoffnung entstand aus Gisela Dreschers tiefster Überzeugung, "dass diese Flüchtlinge nicht getrennt von uns sind, sondern sie sind auf tieferer Ebene Teil von uns und wir von ihnen". In ihrem Boot der Hoffnung bleibt deshalb der Besucher nicht Betrachter, sondern wird ein Teil davon.

Erstaunlich und erfreulich

Es war erstaunlich und erfreulich, wie unverkrampft Kinder und, vielleicht von ihnen angesteckt, auch viele Erwachsene sich daranmachten, ihre Hoffnungen in das Boot tropfen zu lassen. Angeregt von der Künstlerin, malten sie ihre ganz persönliche "Lebenswelle" auf Papier, oder brachten in einem Logbuch oder einem Papierboot ihre ganz persönlichen Hoffnungen oder Ängste zum Ausdruck. Dass so viele Kinder im KunstMuseum anwesend waren, hatte einen besonderen Grund. Die Jugendkapelle Wemding gab an diesem Nachmittag ein Konzert und auch die Musikkinder gaben Proben ihres Könnens.

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