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Wemding

26.08.2020

Das Restaurant „Schieners“ in Wemding schließt

Anja und Willi Schiener schließen in einigen Wochen ihr Restaurant in der Wemdinger Altstadt. Grund dafür ist letztlich die Corona-Krise.
Bild: Anton Färber

Plus Das etablierte Lokal "Schieners" in Wemding macht im Oktober dicht. Welche Rolle dabei Corona spielt und in welcher Weise der Betrieb weiter besteht.

Diese Nachricht wird viele Menschen in und um Wemding gar nicht schmecken: In der Wallfahrtstadt schließt eine etablierte Gaststätte. Seit dem Jahr 1967 gibt es dort das Restaurant "Schieners". Elsa Schiener, die Mutter des derzeitigen Inhabers Willi Schiener, eröffnete damals das Restaurant – noch unter dem Namen Birkhahn. Seit 1991 laufen Restaurant und Hotel unter der Regie des Sohns und seiner Frau Anja.

Doch nun wird der Betrieb im Lokal am 1. Oktober eingestellt. Es sind Auswirkungen der Corona-Krise, die den Gastronomen nach eigenen Angaben zu dieser Entscheidung gezwungen haben. In Zukunft konzentriert sich Schiener nun ausschließlich auf das Hotel. Der Inhaber erklärt: „Der Großteil meines Personals, das mich seit sehr vielen Jahren zuverlässig unterstützt, hat nun aufgrund der Kurzarbeit gekündigt. Ihnen fehlt momentan in der Gastronomie die berufliche Sicherheit. Deshalb wechseln sie zum Teil in andere Branchen. Niemand weiß, ob es im Herbst zu einem erneuten Lockdown kommt.“

Der Wirt des Restaurants "Schieners" in Wemding will seinen Mitarbeitern keinen Vorwurf machen

Zwei Köche seien seit ihrer Ausbildung in dem Wemdinger Restaurant tätig gewesen. Nach zahlreichen Jahren im Betrieb orientieren sie sich nun wegen der aktuellen Situation anders. Schiener zeigt dafür Verständnis: „Ich kann keinem meiner Mitarbeiter einen Vorwurf machen. Es ist eine schwierige Lage, die uns zu diesen Entscheidungen zwingt.“ Eine Situation, die durch verschiedene Faktoren zustande gekommen ist. Dabei ist die große Unsicherheit über die Entwicklung der Corona-Pandemie im Herbst, die Kurzarbeit und das Fernbleiben größerer Gruppen eine Sorge, die zahlreiche Gastronomen umtreibt. Auch er habe diese Erfahrung gemacht, berichtet Schiener: „Mit den derzeitigen Regelungen haben wir weniger Gäste begrüßen können, außerdem fallen Familienfeiern oder größere Tischreservierungen weg. Bestimmte Anlässe wie Geburtstage werden nach längerer Zeit häufig nicht mehr nachgefeiert.“

In den vergangenen Jahren wurde viel in das "Schieners" investiert

Durch diese Entwicklungen habe er auch weniger Arbeit für sein Personal, so der Wirt. Nach dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens, um die Ansteckungsgefahr zu verringern, spürte er auch die Verunsicherung bei den Gästen: „Ich hatte schon den Eindruck, dass die Leute mehr aufgepasst haben. Das haben wir dann natürlich, wie zahlreiche Kollegen in unserer Branche, auch bei den Besucherzahlen gemerkt.“

Das Restaurant "Schieners" schließt zum 1. Oktober. Ab diesem Zeitpunkt liegt der Fokus auf dem Hotel.
Bild: Fabian Kapfer

In den vergangenen Jahren hat Schiener in seinen Betrieb einiges investiert. Im Jahr 2008 wurde das Restaurant komplett umgebaut, im April 2016 wurde unweit des Gasthauses des Appartementhaus namens „Apfelhof“ eröffnet, in dem weitere Hotelgäste Platz finden. Das kommt Schiener in seiner jetzigen Situation zugute: „Dadurch haben wir mehr Zimmer, die wir vergeben können.“

Das Hotel "Schieners" in der Wemdinger Altstadt besteht weiter

Ab Anfang Oktober konzentriere er sich nun mit weniger Personal auf den Hotelbetrieb: „Für unsere Übernachtungsgäste werden wir weiter in gewohnter Weise da sein. Uns wird es auch weiter geben – nur eben in einer etwas anderen Form“, so Schiener.

Er sei den treuen Gästen und seinen Mitarbeitern sehr dankbar für die schöne Zeit und gehe nun optimistisch die Veränderung an, erklärt der Gastronom.

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