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Passionskonzert

09.04.2019

Das dramatische Geschehen in Töne und Worte gefasst

Das Ensemble Intermezzo des Singkreises Wallerstein, Eduard Mayrshofer (Posaune), Peter Höhnke-Eisenbarth (E-Bass) und der Tenor Hubert Haf gestalteten unter Leitung von Peter Müller das Passionskonzert.
Bild: Walter Ernst

Zahlreiche Mitwirkende interpretieren das Leiden Jesu Christi in der Pfarrkirche Tapfheim

Mit Ausnahme des Organisten der Pfarrkirche St. Peter, Eduard Mayrshofer, waren für die Laien unter den überraschend vielen Kirchenbesucher beim Passionskonzert zur Fastenzeit sowohl die Beiträge als auch die Mitwirkenden bis dahin unbekannt. Die Spirituals einer Kirchengemeinde in Alabama aus dem 19. Jahrhundert (If we needed the Lord before und It was for you) ließen bereits erahnen, dass es ein besonderes Konzert werden wird. Und das war es dann auch!

„Da ist Musik in der Kirche“ zitierte Pfarrer Karl Hagenauer ein vorbeigehendes Mädchen und ergänzte bereits nach den Spirituals, welche ansprechende und beeindruckende Musik geboten wurde. Sinnbildlich verglich der Geistliche das Programm damit, dass im Kreuz Heil, Leben und Hoffnung zu finden sei. Man mag ja einer Kantate wie „Cruxifixion“ von Paul Ernst Ruppel (entstanden 1960) und neuzeitlicher Chormusik skeptisch gegenüberstehen, aber die von Chor, Solist und Instrumentalisten vorgetragene Passionsbetrachtung überraschte derart, dass ein Konzertbesuch des Ensembles an anderer Stelle sehr zu empfehlen ist.

Die zehn Sängerinnen und immerhin acht Männerstimmen des Ensembles Intermezzo aus dem Singverein Wallerstein bildeten eine chorische Einheit, welche die Zeichensetzung und Führung ihres musikalischen Leiters Peter Müller perfekt umsetzte. Und das war gar nicht so einfach, denn die Komposition aus Melodien von Spirituals und Zitaten aus dem Alten und Neuen Testament und modernen Gestaltungselementen verlangten eine perfekte Abstimmung. Herausragende und markante Solobeiträge durch den Tenor Hubert Haf, saubere Posaunenintonation von Eduard Mayrshofer und Peter Höhnke-Eisbenbarth mit rhythmischem E-Bass rundeten das Gesamtensemble ab.

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Auf eindringliche und ergreifende Weise erinnerten die Konzertprotagonisten in dem siebenteiligen Konzertzyklus an das Leiden und Sterben Jesu, ergänzt mit erklärenden Bibeltexten durch den ausdrucksvollen Sprecher Albert Kaiser. „Dafür, dass ich euch liebe, hassen sie mich“ so begann und endete das dramatische Geschehen in Jerusalem, es folgte die Gefangennahme Jesu, das Erscheinen des Pilatus, der weinende Petrus („Frag nicht, ich kann nur weinen“) und letztlich die durch Mark und Bein gehenden „Hammerschläge“ am Kreuz mit einer folgenden unbeschreiblichen Stille in der Pfarrkirche.

Im Gegensatz dazu der Schlusssatz, mit dem der Solist das Unrecht, welches Jesus angetan wurde, gleichsam „in die Welt hinausschrie“. Momentan gefesselt vom beeindruckenden und abrupt endenden Konzert erhoben sich die zahlreichen Konzertbesucher zum stehenden Applaus und trafen sich anschließend im Pfarrheim zum Gedankenaustausch.

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