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Kaisheim-Gunzenheim

01.10.2019

Das einsame Haus im Wald - wer hat Brand verursacht? 

Weitgehend zerstört wurde das Bahnwärterhaus mitten im Wald auf Gunzenheimer Flur. Feuerwehr, THW und Polizei waren von Sonntag bis Dienstag mehrmals vor Ort – zum Teil die ganze Nacht hindurch.
Bild: Birzele

Plus Mitten in der Nacht brennt ein altes Bahnwärtergebäude auf Gunzenheimer Gemarkung. Die Kripo vermutet, dass dort eine Party stattfand.

Eigentlich war es ein ganz ansehnliches Gebäude. Errichtet im Jahr 1906 und Teil eines königlich-bayerischen Prestigeprojekts. Mit der Eisenbahnstrecke zwischen Donauwörth und Treuchtlingen wurden entlang der Gleise auch in regelmäßigen Abständen Bahnwärterhäuser gebaut. Es entstanden für damalige Verhältnisse äußerst hochwertige Gebäude, die man heute als „Toskanahäuser“ bezeichnen würde. Eines dieser Häuser – es liegt östlich des Weilers Marbach auf Gunzenheimer Gemarkung – fiel vor Jahrzehnten in einen Dornröschenschlaf. Mitten im Wald blieb es weitgehend im Originalzustand und war unbewohnt. Ab und zu soll es Obdachlosen vorübergehend als Wohnraum gedient haben. Nun ist das historische Bauwerk weitgehend zerstört.

Feuerwehr hat Mühe, die Flammen zu löschen

In der Nacht auf Sonntag beobachtete kurz nach 3 Uhr ein Lokführer, dass Flammen aus dem Haus schlugen. Der Feuerwehr gelang es wegen der besonderen Lage des Gebäudes nur mit Mühe, den Brand in den Griff zu bekommen. Sie musste nach Auskunft des Kaisheimer Kommandanten Roland Schmid eine 380 Meter lange Schlauchleitung zu einem Weiher legen, um eine Löschwasserversorgung aufzubauen. Eine Drehleiter habe mitten im Forst nicht eingesetzt werden können. Deshalb sei es lange Zeit nicht gelungen, das massive Feuer zu löschen.

THW die ganze Nacht hindurch im Einsatz

Nachdem im Laufe des Sonntags auch die letzten Glutnester unschädlich gemacht worden waren, war zunächst einmal das Technische Hilfswerk (THW) gefordert. Dieses forderte die Kriminalpolizei Dillingen zur Unterstützung an. Denn das Haus war derart beschädigt, dass es einzustürzen drohte (wir berichteten). Den THW-Kräften bescherte der Einsatz eine Menge Arbeit. Die Spezialisten – auch ein Statiker war vor Ort – stabilisierten die Mauern und die Decke im Erdgeschoss mit Balken. Diese Aktion begann am Montag um 18 Uhr und dauerte bis Dienstag um 5 Uhr. In der Nacht war nochmals die Feuerwehr nötig, denn aus den Trümmern stieg Rauch auf. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Gunzenheim und Kaisheim eilten nach 2 Uhr wieder in den Wald, konnten nach Auskunft von Schmid den kleinen Schwelbrand aber in kurzer Zeit löschen.

Das einsame Haus im Wald - wer hat Brand verursacht? 

Schlimmste Befürchtung bestätigt sich nicht

Erst im Laufe des Dienstags war es der Kripo möglich, das Gebäude zu betreten und genau zu inspizieren. Anschließend gab es laut Kripo-Chef Michael Lechner in einem Punkt Entwarnung: „Es ist niemand zu Schaden gekommen.“ Soll heißen: Bis dahin war nicht ganz auszuschließen, dass sich in der Nacht auf Sonntag jemand in dem Haus aufhielt und darin möglicherweise verbrannte. Die Beamten fanden freilich nichts, was darauf hindeutete.

Die Ermittlungen ergaben, dass der Brand offenbar im ersten Stock ausbrach. Da das Bauwerk keinen Stromanschluss hat, schließt die Polizei einen technischen Defekt aus. Hingegen fanden sich einige Hinweise, die Lechner zufolge darauf hindeuten, dass eine fahrlässige Brandstiftung vorliegt. Die Kripo will jetzt herausfinden, wer dafür verantwortlich ist. „Vielleicht haben Jugendliche die Räume zum Feiern genutzt“, so der Leiter der Dienststelle in Dillingen. Man habe Spuren entdeckt, die darauf hindeuten, dass sich jemand im Haus aufgehalten habe – möglicherweise im Laufe des Samstags oder am Samstagabend.

Kripo bittet um Hinweise

Für die Annahme, dass ein Wohnsitzloser dort vorübergehend eine Bleibe fand, habe man derzeit weniger Anhaltspunkte. Die Kripo bittet um Hinweise. Telefon: 09071/56-0.

Der Schaden am Gebäude beträgt nach ersten vorsichtigen Schätzungen rund 50000 Euro.

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