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Tapfheim

29.04.2015

„Das erschüttert mich gewaltig“

Heinz und Marlene Herre vor dem Hintergrund des Mount Everest. Im vergangenen Jahr sind die Tapfheimer den Mount-Everest-Trek gegangen und haben die Region besucht, die nun vom Erdbeben stark getroffen wurde.
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Heinz und Marlene Herre vor dem Hintergrund des Mount Everest. Im vergangenen Jahr sind die Tapfheimer den Mount-Everest-Trek gegangen und haben die Region besucht, die nun vom Erdbeben stark getroffen wurde.
Bild: Herre

Heinz und Marlene Herre aus Tapfheim waren schon mehrmals in Nepal und sind geschockt vom Ausmaß der Zerstörung. Nicht nur sie machen sich jetzt Sorgen.

Von Ulrike Eicher

Wenn in diesen Tagen nach dem verheerenden Erdbeben immer neue Schreckensmeldungen aus Nepal eintreffen, dann sitzen Heinz und Marlene Herre schockiert vor dem Fernseher oder am Computer. Das Ehepaar aus Tapfheim hat das Land schon fünf Mal bereist, zuletzt waren die beiden im vergangenen Oktober dort. „Wenn man das alles kennt, ist es grausam zu sehen, wie viel dem Erdboden gleichgemacht wurde. Das erschüttert mich gewaltig“, sagt der 71-Jährige.

2005 machte der Rentner mit seiner Frau die erste Expedition nach Nepal, seither kehrten die Herres immer wieder für Trekkingreisen dorthin zurück. Sie lernten auf Fernwanderwegen verschiedene Regionen in Nepal kennen und besuchten auch mehrfach schon Kathmandu, die Hauptstadt mit ihrem großen Tempel-Bezirk. „Wunderschöne Tempelanlagen und Pagoden standen dort. Viele davon sind nun zerstört“, sagt Herre. Das Epizentrum des Erdbebens lag etwa 80 Kilometer von Kathmandu entfernt.

Große Schäden sind aber auch im Gebiet um Namche Bazar im Osten des Landes zu beklagen, sagt Heinz Herre – dem Ort, von dem der Mount-Everest-Trek ausgeht. Das Paar ist den Wanderweg zuletzt mit einem nepalesischen Trekkingguide gegangen, der inzwischen schon zu einem Freund geworden sei. Mehrmals haben die Herres seit dem Unglück versucht, Bhim Gurung zu erreichen – bisher ohne Erfolg. Sie machen sich Sorgen, denn er stammt aus dem Gebiet des Epizentrums. „Wir vermuten, dass er dort jetzt auch unterwegs ist.“ Es gebe dort weder Strom noch Straßen, die zu den zerstörten Bergdörfern führen.

Nepal habe zwar riesige Gebirgswelten und faszinierende Kulturen und Religionen zu bieten, in vielen Teilen aber sei das Land bettelarm. Auch die politischen Strukturen funktionierten nur schlecht, sagt Herre. „Deshalb sind die Auswirkungen des Bebens so dramatisch. Der Wiederaufbau wird sicherlich Jahre dauern“, glaubt der Tapfheimer. Das Ehepaar spendet nun an Hilfsorganisationen und möchte im kommenden Jahr wieder nach Nepal reisen. Gerade nach so einem Unglück sollte man das tun, sagt er: „Touristen sind finanziell sehr wichtig für das Land.“

Auch Centa Goldbach verfolgt aufmerksam das Geschehen in Südasien. Die 59-Jährige hat vor zwölf Jahren als Lehrerin an der Grundschule Tapfheim ein Patenschaftsprojekt mit nepalesischen Schulen gestartet. Zwei der Patenkinder, die sie über die Jahre begleitete, kommen aus abgelegenen Bergdörfern im Erdbebengebiet. Goldbach konnte noch nicht in Erfahrung bringen, wie es ihnen geht. Auch die Partnerschulen könnten in Mitleidenschaft gezogen worden sein – eine davon befindet sich in der Nähe von Kathmandu. Aber auch hier wartet Goldbach, die inzwischen nicht mehr an der Tapheimer Grundschule unterrichtet, noch auf Nachricht. „Ich bin ziemlich geschockt und mache mir Sorgen“, sagt die 59-Jährige, die sich nun auch überlegt, wie sie sich engagieren kann, um dem Land zu helfen. „Die Nepalesen sind auf Unterstützung angewiesen“, diesen Eindruck hat sie bei ihren früheren Projekten gewonnen. Aber nicht nur diesen Bezug hat Goldbach zu Nepal. Der Sohn einer befreundeten Familie sei als Extrembergsteiger gerade auf einer Mount-Everest-Tour gewesen, als dort die beiden Lawinen abgingen. Eine Zeit lang war nicht klar, wie es ihm geht, sagt sie: „Inzwischen wissen wir aber zum Glück, dass ihm nichts passiert ist.“

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