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Otting

07.05.2020

Das größte Projekt kam für Johann Bernreuther am Ende

Johann Bernreuther blickt zufrieden auf seine 18-jährige Amtszeit als Bürgermeister zurück. Im Hintergrund ist die Hauptstraße zu sehen, in der momentan umfangreiche Bauarbeiten stattfinden.
Bild: Thomas Unflath

Plus Johann Bernreuther hat nach 18 Jahren als Bürgermeister in Otting aufgehört. Er betont das gute Miteinander.

Die umfangreichste Maßnahme seiner Zeit als Ottinger Bürgermeister hatte der zum 1. Mai ausgeschiedene Johann Bernreuther zuletzt direkt von seinem Amtszimmer im Rathaus im Blick: Die im Februar begonnene Sanierung von Kanal und Wasserleitungen wird die kleine Gemeinde bis in den Sommer 2021 prägen. Sein Nachfolger Wolfgang Lechner betreut das Projekt nun weiter, während Bernreuther „viel Liegengebliebenes“ im Privatleben aufarbeiten will.

Wegen der Erneuerungsmaßnahme, die etwa 6,3 Millionen Euro umfasst, ist derzeit die Hauptstraße für den Verkehr gesperrt. „Wir sind komplett sanierungsbedürftig“, meinte Bernreuther zum Baubeginn. Man habe das Thema auch deshalb angehen wollen, weil 80 Prozent der Kosten in Form von bald auslaufender staatlicher Förderung nach Otting fließen. Zumindest die Ortsdurchfahrt soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein, danach geht es in den Randbereichen weiter. Bislang laufe auch wegen der Witterung alles nach Plan.

Johann Bernreuther: „Es war immer schön, hier Bürgermeister zu sein."

Bereits zu Beginn seiner dritten Amtsperiode hatte Bernreuther klargestellt, dass er 2020 nicht wieder antreten werde. So herrschte in Otting früh Klarheit. Bis zur Übergabe zum 1. Mai hatte der 65-Jährige seinen Nachfolger Wolfgang Lechner nach und nach eingearbeitet. „Sollten jetzt noch Fragen auftauchen, kann er sich jederzeit melden.“

Bernreuther meint beim Blick zurück: „Es war immer schön, hier Bürgermeister zu sein. In Otting gibt es im Gemeinderat und in der Bevölkerung keine Auseinandersetzungen“, bilanziert er mit etwas Wehmut und ergänzt: „Sonst hätte ich es auch nicht so lange gemacht, ich bin kein Typ für Zwistigkeiten.“ Im Gremium habe man immer an einem Strang gezogen: „Das war eine großartige Sache.“ Nun werde er sich mehr der Familie widmen können, die in den 18 Jahren „definitiv zu kurz gekommen ist“. In seinem Hauptberuf als Maschinenbaukonstrukteur hat Bernreuther bereits vor über zwei Jahren aufgehört.

Bahnhof Otting-Weilheim als wiederkehrendes Thema

Durch den Bahnhof Otting-Weilheim ist die kleine Kommune gut an die Zug-Infrastruktur angebunden. Der Bahnhof war somit auch immer wieder Thema in der Amtszeit des Bürgermeisters. So habe man die Parkplatzkapazitäten erhöht, die knapp 100 Stellplätze sind – von der gegenwärtigen Situation abgesehen – täglich fast komplett belegt. Durch die Arbeit einer Interessengemeinschaft, der insgesamt elf Kommunen angehören, gelang es 2016, ohne Unterstützung der Bahn einen Warteraum samt Toilettenanlage einzurichten. Die Eröffnung wurde im Rahmen eines Festes zum 110-jährigen Bestehen des Bahnhofs begangen. Und zuletzt, so Bernreuther, erhielt man noch die Nachricht, dass die Haltestelle – die sowohl zum Augsburger Verkehrsverbund (AVV) wie auch zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) gehört – in einigen Jahren barrierefrei ausgebaut werden soll.

Unwetterkatastrophe 2017 beschäftigt die Ottinger lange

„2017 war schon ein extremes Jahr“, blickt er auf die damalige Unwetterkatastrophe und ihre Folgen zurück, die Otting lange beschäftigt haben. Bereits in früheren Jahrzehnten sei der Ort wegen seiner Lage von Flutereignissen betroffen gewesen. Deswegen habe man politisch das Thema Hochwasserschutz immer auf der Agenda gehabt und setze Maßnahmen wie das Sturzflutrisikomanagement um. Die Ereignisse vom August 2017, die man in diesem Ausmaß nicht für möglich gehalten hätte, seien vor allem „in den Köpfen noch da“, hat der langjährige Gemeindechef beobachtet. Als „einen schönen Erfolg“ bezeichnet Bernreuther den Bau eines Hackschnitzel-Heizkraftwerks, mit dem die eigens gegründete Nahwärmegenossenschaft über 120 Anwesen im Ort – darunter Rathaus und Kindergarten – mit alternativer Energie versorgt.

Man habe in Otting das Geld immer gut verwaltet. „Bis zuletzt waren wir schuldenfrei“, betont der 65-Jährige. Nun müsse man aber warten, wie sich die weltweite Corona-Pandemie auch im beschaulichen Jura-Dorf niederschlage. Im „Amtsboten“ hat sich Bernreuther zum Abschluss seiner Zeit als Bürgermeister mit einigen Zeilen an die Ottinger Mitbürger gewandt. Ihm ist es ein Anliegen, sich bei der Bevölkerung zu bedanken – auch, weil er als „Zugereister“ freundlich im Ort aufgenommen und stets geschätzt worden sei.

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