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Das kommunale Superjahr 2020

Das kommunale Superjahr 2020
Kommentar Von Thomas Hilgendorf
03.01.2020

Was das neue Jahr für die Rathäuser bringen wird. 

Das neue Jahr 2020 könnte man auf den ersten Blick nicht als besonders spektakuläres politisches Jahr voraussagen. Allerdings träfe das nur aus dem Blickwinkel von oben herab zu. Für Bayern ist es vielmehr eine Art Super-Wahljahr. Denn es wird dort gewählt, wo die Menschen direkt sind. Wo sie leben, wo das Leben vor Ort stattfindet. Live und direkt. Eben in den Kommunen. Und gerade deswegen sind Kommunalwahlen immer richtungsweisend. 2020 ist im Freistaat das Jahr der Kommunalpolitik.

Das Jahr wird kommunalpolitisch da beginnen, wo es vor der kurzen Weihnachtsunterbrechung aufgehört hat – voll im Wahlkampf. Und der verspricht allein aufgrund der von vielen zunächst nicht erwarteten Kandidatenvielfalt an zahlreichen Orten des Landkreises spannend zu werden. Vielleicht sogar so spannend wie kaum jemals zuvor. Wo man auch hinblicken mag, die, altbayrisch gesprochen, „g’made Wiesn“ lässt sich für kaum einen Kandidaten erkennen.

Beispiel Donauwörth. Bislang sind vier Kandidaten im Rennen. Sie alle haben bereits die erste Runde eines kräftezehrenden Wahlkampfes hinter sich. Kaum jemand in der Großen Kreisstadt will jedoch bis dato eine Prognose zum Wahlausgang abgeben.

Das kommunale Superjahr 2020

Das Aufbrechen sogenannter traditioneller Wählermilieus mag eine Erklärung sein. Den einen kommt das als Verlust oder als Faktor der Instabilität vor – die anderen deuten es als demokratietheoretischen Pluspunkt, der Wahlen vielfältiger gestaltet. Nun, welcher Meinung man sich auch immer anschließen will, unter dem Strich zeigt allein die Anzahl der Kandidaten, dass das neue politische Jahr 2020 auf jeden Fall eines wird: kaum prognostizierbar.

Interessant ist, dass sich eine Wählergruppe wieder mehr für die politische Agenda interessiert, als sich das in der vergangenen Dekade offen gezeigt hat – die Jugend. Ihre Themen, allen voran jenes der Nachhaltigkeit, ist weithin zurecht in die politischen Programme der Parteien gerückt. Und auch dieses Thema ist eines, das vor allem vor der eigenen Haustüre, also im Lokalen, beginnt. Insofern ist der Kommunalwahlkampf am Puls der Zeit.

Die Kunst besteht für die Kandidaten darin, ein unverwechselbares Profil zu schärfen, das die Wähler überzeugt. Zwar darf auch in den lokalen Wahlkämpfen daran erinnert werden, dass Politik für Maß und Mitte stehen sollte. Aber dennoch: Manchmal gleichen sich die hehren, populären Ziele so mancher Kandidaten ziemlich – aus Angst, bei irgendwem anzuecken? Weder gilt es, in das in den vergangenen Jahren lauter gewordene hysterische Geschrei von links- und rechtsaußen einzustimmen, noch konturlos und beliebig zu werden. Und allen alles zu versprechen – zu jedem Preis  … nun, man würde im Frühjahr wohl rasch in der Realität aufwachen.

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