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Marxheim

04.08.2020

Debatte um neues Baugebiet in Graisbach

Im kommenden Jahr sollen in Marxheim neue Bauplätze erschlossen werden. (Symbolbild)
Bild: Helmut Bissinger

Plus Zu viele Bauplätze, zu große Straßen: es gibt viele Einwände gegen eine neues Baugebiet in Graisbach. Warum die Sitzung des Gemeinderats in Marxheim ins Foyer übertragen wurde.

Wo will die Gemeinde Marxheim in Zukunft Bauplätze ausweisen? Das war Thema einer dreistündigen Gemeinderatssitzung. Dabei gab es wegweisende Beschlüsse. Massiven Einwänden von Graisbacher Bürger half der Gemeinderat nur zum geringeren Teil ab, dagegen verabschiedete das Gremium den neuen Bebauungsplan im Ortsteil Schweinspoint einstimmig, und die Absichtserklärung, vorrangig auf Innenentwicklung zu setzen, wurde einvernehmlich abgegeben.

71 Unterschriften auf einem Brief einer Anwohnerin

Allein das von Waltraud Braun eingereichte Schreiben zum Bebauungsplan „Am Marksfeld“ in Graisbach trug 71 Unterschriften. So war der enorme Besucherandrang nicht verwunderlich. Wegen der Abstandsregeln wurde die Sitzung bei geöffneter Saaltüre zusätzlich mittels Mikrofon und Lautsprecher in das Foyer übertragen.

Bürgermeister Alois Schiegg erinnerte, dass der Bebauungsplan seit 2015 in Bearbeitung sei –vom 15. Juni bis 17. Juli hatte die öffentliche Auslegung stattgefunden, Hand in Hand war die Anhörung der Träger öffentlicher Belange gegangen. Nun gelte es, so Schiegg, die Vorschläge und Einwände „abzuwägen“, sprich zu berücksichtigen oder abzulehnen. Zwar nahm die Mehrzahl der Behörden keine Stellung, dafür waren zwei Schreiben umfangreich. Zu den Anregungen des Kreisheimatpflegers bekräftigte der Gemeinderat, dass für ihn die aktuellen Vorstellungen der Bauherren hohe Priorität hätten. Keine Probleme vermeldete Gemeindeoberhaupt Schiegg seitens des Landesamtes für Denkmalpflege, das die archäologische Freigabe erteilt habe. Gibt es trotzdem Grabungsbedarf, komme dafür das Landesamt auf, bestätigte Schiegg auf Nachfrage von Gemeinderat Jochen Leinfelder.

Bürgermeister Schiegg: Es gibt eine hohe Nachfrage

Bei der Eingabe des Bund Naturschutz (Bund) war die Einstimmigkeit vorbei. Über weite Teile widersprach der Abwägungsbeschluss den Vorstellungen des Bund oder betrachtete das Vorbringen (beispielsweise Kartierung durch fachlich geeignete Gutachter) als bereits erledigt. Zu unterschiedlich waren die Vorstellungen etwa bezüglich Obstbäumen, Ausgleichsflächen, Bedarf und Parkplätzen sowie der Ableitung von Schmutz- und Niederschlagswasser. Die drei Räte der Wählergemeinschaft Graisbach/Lechsend stimmten nun gegen Abwägung, die weitestgehend am Planentwurf festhielt. Bürgermeister Schiegg verwies auf die zu geringen Baulandausweisungen der Vergangenheit und hielt die Planung angesichts der hohen Nachfrage für notwendig. Bei der Beurteilung der Bürgerstellungnahmen erhielten seine zusammen mit dem Planer erarbeiteten Vorschläge jeweils elf Stimmen – und das Nein der drei Vertreter aus Graisbach/Lechsend.

Wesentliche Inhalte der Planungsgegner waren enge Straßenführung, zusätzliche Verkehrsbelastung, zu große Dimensionierung des Gebietes (23 Parzellen) sowie ungenügende Würdigung des Bestandsschutzes. Entgegen kam der Gemeinderat den 71 Einwendern, indem er bekräftigte, dass ein „künftiger Bauabschnitt II“ endgültig gestrichen sei. Der Einwand eines der Eigentümer, nicht verkaufs- oder tauschbereit zu sein, änderte die Gesamtplanung nicht, ebenso nicht die Befürchtung zweier Anlieger, aus einem mehr als drei Meter breiten Fußweg werde eine Straße. Hier bekräftigte die Abwägung, dass die Beschilderung später den Fußweg gewährleistet. Einstimmig verabschiedete der Rat nur eine Eingabe, mit der eine Eigentümerin die Anbindung ihres Grundstücks an das Baugebiet wünschte.

Die drei örtlichen Gemeinderäte blieben beim abschließenden Satzungsbeschluss konsequent: der Bebauungsplan kann bei einer Mehrheit von elf zu drei Stimmen jetzt rechtskräftig werden.

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