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Monheim

07.10.2019

Der Chor De Lumina wird 40 Jahre

Der Monheimer Chor De Lumina bei seinem Jubiläumsauftritt in der Stadtpfarrkirche St. Walburga. Aus einer Handvoll junger Mädchen wurde im Laufe der Jahrzehnte eine beachtliche Gruppe, die sich neben der Musik stets auch in den Dienst am Nächsten gestellt hat.
Bild: Thomas Bößl

Der Chor De Lumina wurde 40 Jahre alt und feierte dieses Ereignis. Allerdings nicht nur musikalisch, sondern mit einem besonderen Geschenk: Er baut eine Schule in Afrika.

Sein Herz sei mit Freude erfüllt, sagte ein Besucher aus dem Neuburger Raum, befragt, wie er sich beim Verlassen des geistlichen Geburtstagskonzertes des Ensembles „De Lumina“ in der eindrucksvollen, barock ausgezierten, auf Fundamenten aus dem Jahr 893, anfangs des 16. Jahrhunderts errichteten Stadtpfarrkirche St. Walburga in Monheim fühle. Wie er, so fühlten offensichtlich viele der unzähligen jungen und alten Besucher, die am Jubiläumskonzert „40 Jahre De Lumina“, Lobpreis mit Anbetung, teil-nahmen, wenn man in all die freudigen Gesichter schaute. Und die späteren Reaktionen in den sozialen Medien bestätigten diesen Eindruck.

Ein Chor, der wächst

Ein gemischter Chor wird 40 Jahre alt – das allein ist in der Regel schon ein Grund zur Freude. Nach einer Blütezeit vieler Chöre ist in den vergangenen Jahren eher ein Niedergang chorischen Gesanges zu erfahren: Was also ist das Besondere an De Lumina, dass der Chor eher wächst und seinen Radius erweitert, als still zu sterben wie andere?

Ein Grund ist sicher die Chorleiterin Lydia Pfefferer, Spiritus rector, Komponistin vieler Gesänge, Dirigentin, Herz und Seele der Gruppe, umtriebiger Motor, und Vermarktungsgenie. Der Chor begann 1979, als er auf Wunsch des damaligen Monheimer Pfarrherrn von ihr, ohne Chorerfahrung, mit acht Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren gegründet wurde. Als „Vom Licht“, de lumine, kommend, wollten sie mit dem Chornamen klarstellen, dass sie, geistlich ausgerichtet, für „Gott, der unser Licht ist und dessen Licht wir den Menschen weiterschenken möchten“ singen wollten. Das daraus „Lumina“ wurde, nahmen sie sich als künstlerische Freiheit.

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Vieles hat der Chor in vier Jahrzehnten erreicht. De Lumina – das bedeutet: 1400 Konzerte in 40 Jahren; die stolze Summe von 150000 Euro – erspielt, und für soziale Zwecke hingegeben –, regelmäßig bis zu 40 Konzerte im Jahr an unterschiedlichen Orten, von Salzburg bis Rehau, ungezählte entzündete Menschen, die sich für das Credo des Chores begeistern können: für die Liebe zu Gott. Und ein Ensemble, das unzähligen Menschen jeden Alters und Geschlechts einfach nur Freude bringt.

Aus eigener Kraft eine eigene Schule finanziert

Und ganz zuletzt ist De Lumina der wohl einzige Chor in Deutschland, der aus eigenem Können eine Schule in Afrika finanziert hat: den Anbau von drei Klassenräumen in einer, von der katholischen Kirche getragenen, Schule auf Madagaskar, einer der ärmsten Regionen der Welt. Als eine der mittlerweile 80 Schulen, die von Privaten, Firmen, Verbänden, Gebietskörperschaften und Gemeinden im Landkreis Donau-Ries finanziert und gebaut worden sind. Diesen Aspekt hob Landrat Stefan Rössle bei seiner Gratulation daher auch besonders hervor. Und zeigte sich schon sehr erfreut ob der Aussicht auf ein neues Projekt des Chores: vielleicht eine weitere Schule in Mosambik.

„Lead-Sängerin“ Lydia Pfefferer ist, über oben genanntes hinweg, ganz sicher noch ein weiterer Grund für den Erfolg des Chores De Lumina: Ihre selbstkomponierten und getexteten Lieder sind sehr sanglich, unkompliziert und gefällig, die Chorsätze melodisch. Die Einstudierung der für die Kirchenbesucher neuen Lieder gerade beim Jubiläumskonzert war perfekt. Sie gab den einzelnen Chormitgliedern, vom Kind bis zum profunden Bass, Gelegenheit zu solistischem Hervortreten, aber auch zu chorischen Effekten, damit aufzeigend, welch gute Entwicklung der Chor genommen hat (nicht von ungefähr daher auch mittlerweile vier CD-Aufnahmen). Sie selbst wird mit ihrer weichen, gerade in der Mittellage sehr angenehmen Sopranstimme nicht müde, das Lob Gottes, seiner Liebe, Güte und Barmherzigkeit vorzutragen.

Lob und Anerkennung

All das kam beim Konzert, gestaltet als Lobpreis mit Anbetung, zum Tragen. Die erwartungsvollen Besucher wurden mit Geschichten vom, und zum Chor unterhalten, vom hell klingenden Chor, den musikalischen Gebeten erfreut. Die Instrumente, Gitarren, Flöten, und Keyboard, untermalten stimmungsvoll, die bunt schimmernde Kerzenbeleuchtung erzeugte fast transzendentales Erleben.

Lydia Pfefferer freute sich sichtlich über die vielen Besucher, die dankbar die von ihr, dem Chor und allen Beteiligten erzeugte andachtsvolle Stimmung aufnahmen. Und sie freute sich über Lob und Anerkennung, die von allen Seiten – vor allem von Pfarrer Martin Seefried – an sie herangetragen wurden. Bleibt nur zu sagen: Alles Gute zum Geburtstag, De Lumina – und weiteres segensreiches Wirken!

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