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Donauwörth

14.02.2018

Der Hafen der Liebe

Tami und Joshy gehören zu den Paaren, die sich mit einem Liebesschloss am Alten Donauhafen verewigt haben.
Bild: Wenzel

In Paris oder Köln haben sie Kultstatus, nun finden sich auch am Alten Donauhafen in der Großen Kreisstadt sogenannte Liebesschlösser. Doch ist das Anbringen eigentlich erlaubt?

Von Zuständen wie in Paris ist man in Donauwörth freilich noch meilenweit entfernt. In der französischen Hauptstadt stürzte an der Fußgängerbrücke Pont des Arts vor einigen Jahren ein Teil des Geländers ein: Die „Last der Liebe“ war – im wahrsten Sinne – zu groß geworden. An der Brücke, die über den Fluss Seine führt, hatten Verliebte unzählige Vorhängeschlösser angebracht. Angeblich waren es rund eine Million Exemplare, die für die „ewige Liebe“ stehen sollen. Deren Gewicht war irgendwann so hoch geworden, dass ein Gitter nachgab und herunterbracht. Schließlich wurden 2015 aus Sicherheitsgründen alle Schlösser von der Brücke entfernt. Derartige Symbole finden sich vielerorts, die Hohenzollernbrücke in Köln ist ein bekanntes Beispiel in Deutschland. Dort sollen über 150000 der „Liebeschlösser“ hängen. Dieses Phänomen ist auch in der Großen Kreisstadt angekommen, genauer gesagt am „Alten Donauhafen“.

Dort finden sich unter anderem Liebesbeweise von „Heike und Stefan“ oder „Tami und Joshy“. Vielleicht kommen ja am Valentinstag noch weitere dazu. Platz wäre noch genug: Aktuell sind an dem Geländer oberhalb der alten Hafenmauer an der Zirgesheimer Straße rund zehn solcher Schlösser angebracht.

BI-Vorsitzender findet die Aktion gut

„Dass der Ort von Paaren gerne aufgesucht wird, hat sich ja schon seit der Eröffnung bewiesen“, sagt Jakob Burgmair. Er ist Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) Donaupromenade. Diese hatte mit der Schlösser-Aktion nicht unbedingt gerechnet. „Aber ich finde es gut“, sagt Burgmair.

Eigentümer des Geländers ist die Stadt Donauwörth. „Grundsätzlich ist es nicht erlaubt, etwas an fremdem Eigentum anzubringen“, heißt es aus dem Rathaus dazu auf Nachfrage unserer Zeitung. Gleichzeitig schiebt die Stadtverwaltung aber hinterher: „Im geringen Umfang wird dies geduldet.“

Sollte die Zahl der Schlösser überhand nehmen, würde aber gehandelt werden. Beispielsweise würde der Städtische Bauhof die (oft gravierten) Liebesbeweise entfernen. Generell würden an den Geländern am Alten Donauhafen, wie an vielen weiteren Stellen in der Stadt, regelmäßig Maßnahmen ergriffen, „um die Funktionsfähigkeit zu erhalten“, etwa Reinigen oder Ausbessern.

Ausufern soll verhindert werden

Aber könnte sich daraus nicht auch eine Attraktion für Donauwörth entwickeln? „Wir wissen von anderen Städten, dass dies durchaus der Fall sein kann“, sagt Konrad Nagl, Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Es könne aber auch sein, dass durch ein Ausufern dieses Trends erhebliche Kosten für die Allgemeinheit anfallen, so Nagl.

Die offizielle Tourismusorganisation in Köln gewinnt den romantischen Erinnerungsstücken weiterhin viel Positives ab. Viele Gäste würden extra in die Stadt kommen, um ein Schloss anzubringen. Folgebesuche inklusive.

Dass Einzelpersonen oder Paare immer wieder kommen, das ist in gewisser Weise auch das Ziel der seit sechs Jahren aktiven Bürgerinitiative in Donauwörth. Sie wollen mit der Donaupromenade den Fluss erlebbarer machen. Vom Stamm, bestehend aus rund 15 Männern, habe mittlerweile jeder gut 500 Stunden am Fluss verbracht. Doch Besitzer eines Liebessschlosses wurden noch nicht „in flagranti“ entdeckt. BI-Vorsitzender Burgmair: „Die Verliebten wollen es doch lieblich heimlich und fest umschlungen anbringen.“

Dass die Donau schon immer eine gewisse Romantik ausgestrahlt habe, untermauert er mit folgender Anekdote: „Als wir unsere ersten Bänke aufgestellt haben, kam ein Mann zu mir und sagte, dass ihm seine Mutter 50 Euro Spende für einen Zuschuss zu einer Bank gegeben hat. Denn dort unten bekam sie ihren ersten Kuss.“ 

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