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Bau

10.02.2018

Der „Schandfleck“ soll verschwinden

Ein schöner Anblick ist dieses Gebäude im Gerberviertel zweifellos nicht, aber ist es auch ein Sicherheitsrisiko?
Bild: René Lauer

Das Rieskratermuseum will ein verfallenes Gebäude im Nördlinger Gerberviertel als Depot nutzen. Es gehört der Stadt.

Nördlingen Es ist das vielleicht am öftesten fotografierte Haus in Nördlingen, mutmaßt der Leiter des Rieskratermuseums, Prof. Dr. Stefan Hölzl. Auch Oberbürgermeister Hermann Faul gibt zu, wenn er mit Besuchern im Gerberviertel unterwegs sei, komme zwangsläufig die Frage, wem dieses Gebäude denn gehöre – und wer es so verfallen lasse.

Die Antwort auf die Frage kommt dem Oberbürgermeister vermutlich nicht so leicht über die Lippen, denn es ist seit vier Jahren Eigentum der Stadt. Was damit passieren soll, sei eigentlich abgemachte Sache, sagt Hölzl. Denn das Haus grenzt direkt an das Gelände des Rieskratermuseums. Und weil die Einrichtung dringend Lagerflächen benötige, wäre das Haus perfekt als Depot geeignet. Doch passiert ist in den vergangenen Jahren nichts. „Es stand schon einmal auf dem Investitionsplan“, meint Hölzl. Dann habe es die Stadt wegen nötiger Ausgaben für das Stadtmuseum aber auf die lange Bank geschoben. Erst seitdem er vor einigen Monaten „etwas rebelliert“ habe, werde das Anliegen wieder diskutiert. Der Bedarf nach Lagermöglichkeiten sei groß, momentan müsse man Gegenstände für Ausstellungen teils in den Büroräumen aufbauen und lagern. Länger zu warten, mache den Zustand des Hauses außerdem nicht besser. „Irgendwann fällt der Schandfleck zusammen“, befürchtet Hölzl.

Bei der Stadt weiß man um die Probleme des Rieskratermuseums. „Gerade für Sonderausstellungen wird mehr Platz benötigt“, erklärte Hermann Faul in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Hauptamtsleiter Peter Schiele sprach gar von einer existenziellen Bedeutung für das Museum, dass ein Depot geschaffen werde. Bei den Stadträten wurde ein Umbau des Gebäudes, der insgesamt wohl knapp 400000 Euro kosten würde, skeptisch beurteilt.

Josef Eichert, der Leiter des Nördlinger Hochbauamts, legte dar, wie das Gebäude sinnvoll saniert werden könnte. Mit einer Stahlkonstruktion könnte das Gebäude stabilisiert werden, im Inneren würden die Stahlinstallationen als Lagersystem für das Depot dienen. Das Gebäude würde entkernt und so umgebaut, dass es nur noch einen großen Raum gebe, erläutert Museumsleiter Hölzl. Das Haus sei also durchaus geeignet. Nach Einschätzung von Josef Eichert sei es dringend nötig, das Gebäude zu sanieren. „Es trägt sich kaum noch selbst.“

Der Oberbürgermeister gab zu, dass es Mut erfordern würde, das Projekt anzupacken und Geld dafür in die Hand zu nehmen. „Es würde dem Gerberviertel aber auf jeden Fall guttun.“

Die Ausschussmitglieder entschieden sich jedoch dafür, zunächst einen Fachmann zu beauftragen, der die Notwendigkeit einer Sanierung und etwaige Sicherheitsdefizite prüfen soll.

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