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11.03.2009

Der Spiegel der Rainer Geschichte glänzt wieder

Rain (mer) - Seit 1494 zählt der Gasthof Lutz zu den markantesten Bauwerken in Rain am Lech. Im Gebäude spiegelt sich ein Stück Rainer Stadtgeschichte. Umso verständlicher ist es da, dass Bürgermeister Gerhard Martin bei der offiziellen Einweihung von einem schönen Tag für die Stadt sprach. Nach der laut dem Architekten Anton Fuchs größten Renovierung aller Zeiten erstrahlt das Bauwerk am Rathausplatz jetzt in neuem Glanz.

Martin dankte in seiner Ansprache der Familie Lutz für ihre mutige Entscheidung, den Gasthof wieder mit Leben zu erfüllen. "Sie haben den richtigen Zeitpunkt gewählt", sagte das Stadtoberhaupt mit Blick auf die "Natur in Rain" von Mai bis August und dem Beitritt der Tillystadt in die Tourismus-Arbeitsgemeinschaft "Romantische Straße" zu Beginn dieses Jahres. Martin geht nämlich davon aus, dass sich die Übernachtungszahl von 34 000 im Jahr 2008 weiter erhöht und damit ein zusätzlicher Bedarf an Fremdenzimmern besteht. Laut Architekt Fuchs waren in den vergangenen Monaten 30 Firmen damit beschäftigt, das Gebäude zu modernisieren und dabei trotzdem das traditionelle Erscheinungsbild zu wahren. Dass dabei auch die Gesichtspunkte der Denkmalpflege berücksichtigt werden mussten, thematisierte Landrat Stefan Rößle. Deshalb habe auch der Landkreis einen finanziellen Beitrag geleistet.

Den Großteil der siebenstelligen Investitionssumme brachte aber die Familie Lutz auf. "Wir sind stolz darauf, was daraus geworden ist", sagte Ruth Lutz auch im Namen ihrer Töchter Bettina und Sabine und wünschte dem Pächterehepaar Andrea und Thomas Meisinger viel Erfolg.

"Mein Vater hätte mich lieber am Amtsgericht gesehen, aber meine Leidenschaft war immer das Kochen und mein Traum die Selbstständigkeit", gestand der 30-jährige gebürtige Rainer in seiner Vorstellung. Als Küchenmeister bildet er zusammen mit seiner Gattin, die gelernte Hotelfachfrau ist, eine ideale Kombination, um den Gasthof, mit seinen neun Fremdenzimmern einem Saal und der Kneipe "Bierkutschn" erfolgreich zu führen. "Wir haben bis jetzt nur positive Rückmeldungen bekommen und hoffen, dass dieser Rückenwind noch lange anhält", sagte Thomas Meisinger.

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Die Besucher der Eröffnung wollen jedenfalls ihren Teil dazu beitragen. Sie lobten die neuen Räumlichkeiten und die Kochkünste in den höchsten Tönen. "Schön, dass es den Lutz nun wieder gibt. Ich bin beeindruckt, was daraus geworden ist", lautete der Grundtenor.

Namen von Persönlichkeiten

Gut kam auch die Idee an, die neun Fremdenzimmer nach Rainer Persönlichkeiten zu benennen. Bei der Auswahl wirkte der Rainer Historiker Harald Johannes Mann maßgebend mit. Er stellte die einzelnen Personen vom Mathematiker, Astronomen, Astrologen und Mediziner Georg Tannstetter (15./16. Jahrhundert) über die Musikerfamilie Lachner (19. Jahrhundert) sowie dem Grafen Tilly (17. Jahrhundert) bis zur aktiven Bürgerin Babette Müller (20. Jahrhundert) und der ehemaligen Seniorchefin des Hauses, Rosa Stark, (18./19. Jahrhundert) bei der Eröffnung in einem ausführlichen und fundierten Vortrag auch vor. Damit können sich fortan auch die Übernachtungsgäste mit der Rainer Stadtgeschichte auseinandersetzen.

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