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Donauwörth

23.04.2019

Der Stadtladen kommt nicht in den alten Müllermarkt

Der Standort im ehemaligen Müllermarkt wäre zentral und wohl auch lukrativ gewesen. Der Verhandlungen sind gestern Nachmittag jedoch wohl endgültig gescheitert. Zu unterschiedlich waren die Auffassungen der Verhandlungsparteien.
Bild: Thomas Hilgendorf

Plus Die Verhandlungen zwischen der neuen Donauwörther Genossenschaft und dem Eigentümer sind gescheitert. Dieser wünschte sich mehr Engagement der Stadt.

Viele hätten darauf gewettet in Donauwörth: Der geplante Stadtladen zieht an den ehemaligen Standort der Drogeriekette Müller in der Reichsstraße. Doch wie es nun aussieht, sind die Verhandlungen zwischen der Genossenschaft und dem Eigentümer des Gebäudes unterhalb des Liebfrauenmünsters, Franz Deibler, gescheitert.

Ein Hauptgrund für das Scheitern war die Frage der Bürgschaft, beziehungsweise einer umfänglichen Sicherheit durch die Stadt Donauwörth. Das erklären beide Verhandlungsparteien unisono gegenüber unserer Zeitung – Franz Deibler wie auch Christiane Kickum, Vertreterin der Stadt Donauwörth im Gesellschafterrat der Genossenschaft „Unser Laden Donauwörth“. Deibler sagt, eine federführende und vertragliche Haftung habe ihm letzten Endes gefehlt bei den Verhandlungen: „Es muss jemand dahinterstehen.“ Er sei davon ausgegangen, die Stadt Donauwörth zeichne merkliche Anteile an dem Genossenschaftsprojekt, für das laut Kickum bereits über 100000 Euro zusammenkamen. Die Stadt halte daran aber, so Deibler, lediglich einen einzigen Anteilsschein in Höhe von 250 Euro. Andernorts sei es „der Normalfall“, dass die Kommune verantwortlich hinter solchen bürgerschaftlichen Ladenprojekten steht.

Stadt Donauwörth müsste sich finanziell für den Stadtladen engagieren

Damit er sein Gebäude zur Verfügung stelle, wäre die Bedingung, „dass die Stadt Donauwörth sich in erheblicher Weise finanziell für den Stadtladen engagiert“, wie Deibler in einem Brief an die Genossenschaft schreibt, der unserer Redaktion vorliegt. Deibler konkretisiert, dass die Stadt mindestens 40 Prozent der Anteile zeichnen müsste, damit für ihn als Vermieter eine ausreichende Sicherheit bestünde.

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Den 250-Euro-Anteil bestätigt Kickum auf Nachfrage, ergänzt aber: „Wir wollten nicht mehr Anteile für die Stadt.“ Das sei weder nötig noch allseits erwünscht gewesen: „Ein solcher Laden muss sich tragen.“ Man wollte sich letztlich auch nicht dem Vorwurf einer Subventionierung eines einzelnen Betriebes gegenüber der privaten Konkurrenz vor Ort aussetzen. Zudem beteilige sich die Stadt durchaus merklich, sie übernehme beispielsweise die Kosten für den externen Berater.

Deibler hingegen zeigt sich überzeugt, dass der Genossenschaft ohne jenes weitgehende finanzielle Engagement der Stadt „auch staatliche Zuschüsse in sechsstelliger Höhe“ entgingen. Ohne einen solchen kommunalen Rückhalt sei die Stadtladen-Genossenschaft ein zu unsicherer Mieter. Im Gespräch war eine Miete von 2500 Euro monatlich in den ersten beiden Jahren. Doch nun ist klar: Die Auffassungen der Verhandlungsparteien sind zu unterschiedlich – der Standort im ehemaligen Müllermarkt ist passé.

"Ein schwerer Rückschlag"

„Das ist ein schwerer Rückschlag für die Umsetzung des Stadtladens“, sagt auch Hubert Gerstmeier, Sprecher des Arbeitskreises, enttäuscht. „Ich hatte bis zuletzt den Eindruck, dass beide Seiten den Stadtladen wollen und einen gemeinsamen Weg finden wollten.“ Alle Arbeitskreise, also Betriebswirtschaft, Sortiment, Ladenbau und Personal, hätten in den letzten Wochen getagt, um nach der Unterzeichnung des Mietvertrages zügig auf die Eröffnung hinzuarbeiten, erläutert Gerstmeier. Doch er ergänzt optimistisch: „Nichtsdestotrotz arbeiten wir weiterhin daran, eine Eröffnung 2019 zu ermöglichen.“

Kickum sagt, es gebe durchaus weitere Möglichkeiten – auch an angemietete Teilflächen innerhalb bestehender Geschäfte sei zu denken. Der Laden an sich sei keineswegs vom Tisch. Am Standort Reichsstraße werde die Genossenschaft jedenfalls festhalten – einige Anteilszeichner hätten sich auch nur unter dieser Bedingung an dem Projekt beteiligt. Indes gibt Kickum zu, dass nicht all zu viele Optionen in Donauwörths Geschäftsmeile bestehen: „Wir haben derzeit wenig Alternativen. Der Esprit-Laden ist bereits vermietet, die ehemaligen Demmler-, beziehungsweise We4you-Flächen sind zu klein, weitere Leerstände sind in der Reichsstraße derzeit nicht vorhanden. Allerdings sind wir im Gespräch mit einem Eigentümer und dessen Mieter, um durch die Umsiedlung des bestehenden Geschäfts in einen kleineren Laden eine geeignete Fläche für den Stadtladen zu erhalten.“

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