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28.02.2008

Der Wandel vom Land- zum Energiewirt

Zeit zum Kraft tanken, zum Zuhören, aber auch Nachdenken wünschte Kreisbäuerin Ruth Meißler ihren Kolleginnen bei der Eröffnung des Landfrauentages des BBV-Kreisverbands Donau-Ries in Harburg. Und Stoff zum Nachdenken gab es denn auch genug, hielt doch der mit mehreren Umweltpreisen ausgezeichnete Journalist Dr. Franz Alt einen Vortrag zum Thema "Globalisierung gestalten - unsere Welt ins Gleichgewicht bringen".

Darin ging er zwar nur am Rande auf die Globalisierung als solche ein, hielt dafür aber ein umso flammenderes Plädoyer für die Nutzung erneuerbarer Energien. Denn: "Wenn die Globalisierung sinnvoll gestaltet werden soll, brauchen wir eine zu 100 Prozent andere Energiepolitik", so Alt. Die Entwicklung der Landwirte hin zu Energiewirten biete eine Zukunftsperspektive. Im Jahr 2050 könnten die Bauern ein Drittel der gesamten Energie stellen und damit Alt zufolge "die Öl-Scheichs des 21. Jahrhunderts" sein.

Zudem gelte es, den solaren Reichtum zu mobilisieren. "Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel", sagte Alt. Weitere Schritte seien Solararchitektur, Wirkungsgradverbesserungen und Energieeinsparungen. So müssten die deutschen Architekten endlich einmal lernen, wo Süden ist. "Aber da müssen, ihr lieben Kommunalpolitiker, auch die Bebauungspläne stimmen", wandte er sich an sie.

Dass der Wirkungsgrad fossiler Energieträger verbessert werden könne, beweise das Ein-Liter-Auto. Obwohl fahrtüchtig, stehe es aber im Museum. "Deutschland hat keine Entwicklungs-, sondern Umsetzungsprobleme", folgerte er daraus.

Der Wandel vom Land- zum Energiewirt

Mit Energieeinsparungen könne schließlich jeder selbst etwas tun. Dabei sei es ein Vorurteil, dass sich Ärmere "Öko" nicht leisten könnten. Im Gegenteil: Während fossile Brennstoffe immer teurer würden, seien erneuerbare erschwinglich. "Klimaschutz kostet", gab Alt zu, "aber kein Klimaschutz kostet die Zukunft."

In der Nutzung regenerativer Energien sieht Alt die Voraussetzung dafür, dass aus der globalisierten auch eine friedliche Welt wird. Denn Kriege um Wind, Sonne oder Erdwärme seien kaum vorstellbar, welche um Öl oder Gas jedoch bereits Realität. Das Problem seien zudem nicht mächtige Industriebosse oder Politiker. "Das Hauptproblem sind die vielen guten Menschen, die nichts tun, weil sie nichts wissen."

Um die Stabilität der Gesellschaft ging es dem Fraktionsvorsitzenden der Landtags-CSU, Georg Schmid, in seinem Grußwort. Wenn es Stabilität gebe, dann im ländlichen Raum und nicht zuletzt wegen der Landfrauen. "Ihr seid ein stabilisierender Faktor in dieser Gesellschaft", sagte er. Auch die Bezirksbäuerin Anni Fries lobte die "unverzichtbare und äußerst wertvolle Arbeit" der Landfrauen. Ein Dank, dem sich der Harburger Bürgermeister Wolfgang Kilian anschloss: "Ohne die Landfrauen wäre vieles nicht möglich, was wir zu schätzen wissen." Landrat Stefan Rößle rief schließlich wie Alt ebenfalls dazu auf, die vielen Chancen zu sehen, die in der Globalisierung steckten. "Die Landwirtschaft wird von der Globalisierung profitieren", zeigte er sich überzeugt. Zudem bescheinigte er den Landfrauen, die positive Unternehmenskultur zu leben, "die wir im Landkreis verankern wollen".

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